Wolfratshausen - Das Aus von Möbel Mahler trifft die Mitarbeiter besonders hart. 260 Arbeitsplätze sind betroffen, darunter 30 Azubis. Was wird aus ihnen? Wir haben nachgefragt.
Das Aus von Möbel Mahler in Wolfratshausen betrifft 260 Arbeitsplätze, darunter 30 Azubis. Die IHK für München und Oberbayern unterstützt die von der Schließung von Möbel Mahler betroffenen Auszubildenden.
„Möbel Mahler ist der drittgrößte Ausbildungsbetrieb im Landkreis im IHK-Bereich. Mehr als 30 Auszubildende absolvieren dort eine Ausbildung, zum Großteil als Einzelhandelskaufleute“, sagt Klaus Hofbauer, Leiter der zuständigen IHK-Geschäftsstelle Weilheim. Hofbauer sieht gute Chancen für die Azubis, zügig in anderen Ausbildungsbetrieben im Landkreis unterzukommen und damit ihre Lehre möglichst nahtlos fortzusetzen. „Allein im Einzelhandel gab es zu Beginn des laufenden Ausbildungsjahres noch mehrere Dutzend unbesetzte Lehrstellen im Landkreis“, berichtet Hofbauer.
Betroffene können sich melden
Betroffene können bei IHK-Bildungsberater Gerhard Eder und Martina Löffelmann melden, Telefon 0881/925474-38 oder -34. Möbel Mahler hatte in der Mitteilung über die Schließung auch Gespräche mit der IHK zur Vermittlung der Azubis angekündigt.
Der Konkurrenzkampf der Möbelhäuser ist gnadenlos
Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, beschreibt den Konkurrenzkampf unter den Möbelhäusern als gnadenlos. „Das Motto lautet: Wachse oder weiche“, erklärt er
auf Nachfrage unserer Zeitung. Gerade in Bayern tobe ein erbitterter Konkurrenzkampf, weil er noch Wachstumspotenziale bietet. Teilweise würden sogar Häuser an Orten errichtet, die gar nicht sonderlich profitabel sind oder die eigenen Häusern in der Nähe Konkurrenz machen. Ein gewisser Grad an Kannibalisierung werde von den großen Ketten in Kauf genommen, um zu verhindern, dass sich die Konkurrenz dort ansiedelt.
Grundsätzlich gehe die Tendenz gehe dahin, dass die Häuser immer größer werden. Damit würden schlicht Kundenwünsche befriedigt. Die meisten Verbraucher schätzen es, wenn man alles in einem Haus findet. Marktführer in und um München seien die „Big Four“, Ikea, XXXLutz, Segmüller und Höffner. Kleinere Häuser hätten es dagegen sehr schwer.
Wer ist XXXLutz eigentlich?
Wie berichtet übernimmt XXXLutz nur die Immobilie am Möbel Mahler-Standort Wolfratshausen. Das nächste XXXLutz-Möbelhaus liegt etwa 45 Autominuten von Wolfratshausen entfernt im Münchner Osten, genauer gesagt: in Aschheim. Dieser Standort ist einer von bundesweit elf, die den Namen Lutz tragen. 18 weitere Einrichtungshäuser zieren sich mit dem XXXL-Siegel, heißen aber nicht Lutz, sondern Neubert, Hiendl, Mann, Kranz oder Kröger.
30 Discount-Märkte wie Möbelix oder Mömax, wie aus der Mai-Ausgabe der Branchenzeitschrift „Möbelmarkt“ hervorgeht. In Deutschland ist das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Wels vor allem im Süden und im Westen vertreten. Besitzer sind zwei private Stiftungen. Insgesamt listet „Möbelmarkt“ 221 Standorte der Lutz-Gruppe, die meisten (110) in Österreich und Deutschland (67). XXXLutz ist aber auch in Schweden, der Slowakei und Tschechien vertreten. Der Gesamtumsatz liegt bei rund 3,4 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge werden 2,1 Milliarden alleine in Deutschland generiert. Nach Ikea gilt XXXLutz als Nummer zwei im deutschen Möbelhandel.
Europaweit belegt die Gruppe Rang vier der umstärksten Akteure, weltweit Platz zehn. Ein Grund: Durch Übernahmen ist sie stark gewachsen. Wegen ihres rigiden Durchgreifens gegenüber den Beschäftigten gerät die Möbel-Gruppe immer wieder in die Schlagzeilen. Vor zwei Jahren hatte die Schließung der Filiale in München für Aufsehen gesorgt. Damals hatte das Unternehmen 160 Mitarbeiter umgehend nach der Bekanntgabe der Schließung entlassen. Um den Abverkauf zu organisieren, hatte XXXL kurzerhand die Belegschaft anderer Filialen eingesetzt.