VonAndreas Beschornerschließen
Die Moosachöffnung in Freising wurde jetzt definitiv beschlossen. Einstimmig. Trotz einer enormen Kostensteigerung.
Freising – Sie war der Anstoß für die gesamte Innenstadtsanierung, sie ist das Herzstück der Maßnahme: die Moosachöffnung. Am Mittwoch hat der Planungsausschuss nun den endgültigen Projektbeschluss für die Moosachöffnung samt Umbau der Oberen Hauptstraße beschlossen.
19 Millionen Euro wird die Realisierung des Bauabschnitts 2 (BA 2) kosten – um ein Drittel mehr als 2017 geglaubt, als man die Entwurfsplanung absegnete. Trotzdem: Der Beschluss fiel einstimmig, muss jetzt noch im Stadtrat bestätigt werden.
8000 Quadratmeter umfasst dieser Bauabschnitt, in dem auch die Obere Hauptstraße barrierefrei und niveaugleich ausgebaut werden soll. Dabei wird nicht nur das Kriegerdenkmal um rund fünf Meter nach Nordosten verschoben, sondern auch die Moosach etwas nach Süden verlegt. Vier Öffnungen wird die freigelegte Moosach dann erhalten, dazwischen ermöglichen Brücken den Zugang zu den Geschäften und Häusern im Süden.
Schweres Gerät ist im Anmarsch!
220 Meter lang wird die Moosachöffnung sein, Bohrpfähle, Spundbohlen und Bodenverfestigungen werden notwendig sein. Dabei kommt ganz schweres Gerät zum Einsatz, das, so wissen die Verantwortlichen genau, zu gravierenden Einschränkungen und Belastungen für den Individualverkehr, den ÖPNV und die Anlieger führen wird.
Geplant ist die Realisierung des BA 2 zwischen März 2020 und Ende 2021, wobei man laut Innenstadtkoordinator Michael Schulze damit rechnet, dass sich einzelne Maßnahmen „etwas ins Jahr 2022 ziehen“ werden. Auch wenn die Maßnahme – zumal nach dem positiven Bürgerentscheid zur Moosachöffnung im Jahr 2012 – unumstritten war, führte die am Mittwoch vorgelegte Kostenberechnung doch zu Diskussionen: Während man nämlich im Jahr 2017 noch von Gesamtkosten in Höhe von 14,2 Millionen Euro für BA 2 ausgegangen war, landet man jetzt bei 19 Millionen.
Alois Spangler vom Tiefbauamt sprach von einer „erheblichen Anpassung“. Gründe für die Kostensteigerung seien zum einen Auflagen, die sich aus dem Planfeststellungsbeschluss ergaben, zum anderen konjunkturbedingte Baukostensteigerungen.
Schwaiger hakt bei den Kosten nach
Während Finanzreferent Ulrich Vogl (ÖDP) das Projekt als „sehr freudige Sache“ bezeichnete und die gestiegenen Kosten als „unangenehm“ befand, wollte Rudolf Schwaiger (CSU) die Sache „nicht einfach so abtun“: Im Vorfeld des Bürgerentscheids waren allein für die Moosachöffnung Kosten von 2,8 bis 3,5 Millionen Euro genannt worden, jetzt habe sich das beinahe verfünffacht: Allein die Öffnung der Moosach koste laut OB 8,1 Millionen. Es wäre „ehrlich“ gewesen, so Schwaiger, schon zum Zeitpunkt des Bürgerentscheids diese Kosten zu nennen.
Charlotte Reitsam (Grüne) hielt allerdings dagegen, dass eine umfangreiche Bauwerksinstandsetzung der Moosach sowieso überfällig sei und auf jeden Fall hätte durchgeführt werden müssen. Und so wurde das Projekt für 19 Millionen Euro beschlossen.
Möglicherweise wird es aber noch eine Tektur zu den jetzt genehmigten Plänen geben. Denn wie Robert Weller (FW) angemerkt hatte, könne er den im Planfeststellungsbeschluss vorgeschriebenen 15 Zentimeter hohen Sockel an der Nordseite der Moosach, auf den dann ein 115 Zentimeter hohes Geländer gesetzt werde, nicht verstehen. Das Argument, dadurch solle verhindert werden, dass Autos ungebremst in die Moosach fahren könnten, verstehe er bei einer vorgeschriebenen Geschwindigkeit von vier bis sieben km/h nicht. Die Stadt auch nicht, die deshalb in diesem Punkt und bei der Gestaltung der Bushaltestellen nachhaken werde und eine „Verbesserung“ erreichen wolle.
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