„Oft nicht nachvollziehbar“

Vom Klima-Protest ab ins Münchner Gefängnis: Harte Reaktionen lösen Irritation aus

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Die „Letzte Generation“ hat wiederholt am Stachus in München eine Protest-Aktion durchgeführt.
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Die Aktionen der Klimabewegung „Letzte Generation“ erhitzen die Gemüter. Das Durchgreifen der Freistaats erregt jetzt ebenso viel Aufmerksamkeit - für viele geht das zu weit.

München - Sie sind aktuell in aller Munde: Die Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“. Mit ihren Aktionen, wie etwa dem Beschmieren von Gemälden, den Verkehrsblockaden oder gar dem Stören des Flugverkehrs am Amsterdamer Flughafen erregen die meist jungen Leute viel Aufmerksamkeit für ihr Anliegen: Ein radikales Umdenken der Politik bei der Bekämpfung des Klimawandels. Auch in München gab es zuletzt mehrere Aktionen, meist klebten sich die Aktivsten am Stachus auf die Straße und blockierten so die Verkehrsader im Herzen Münchens.

Klima-Proteste: Aktivisten aus München in Gewahrsam - Harte Reaktionen auf Twitter

Für einige der Aktivisten endeten die Proteste hinter Gittern. Die Polizei teilte zuletzt mit, dass sich insgesamt 18 Aktivisten in Gewahrsam in Stadelheim befänden. Darunter etwa auch die erst 18-jährige Maria Braun. Der Freistaat greift bei den Protestlern mitunter hart durch, teils 30 Tage Gewahrsam können auf derartige Proteste folgen. „Die Dauer des Gewahrsams ist für uns oft nicht nachvollziehbar“, sagt etwa Lilly Schubert von der „Letzten Generation“. Meist läuft das Prozedere so ab: Nachdem die Polizei die Festgeklebten von der Straße gelöst hat, werden sie in eine Polizeistation gebracht. Dann heißt es Warten in der Gefangenensammelstelle, ob die Polizei Gewahrsam beantragt.

Die Schülerin Maria Braun (18), Aktivistin bei der „Letzten Generation“, wird nach einer Festklebe-Aktion am Stachus weggebracht.

Letzte Generation: Unverständnis nach harten Reaktionen

Das mitunter harte Durchgreifen stößt bei vielen Menschen auf Unmut. Auf Twitter gehen die Meinungen stark auseinander, für viele sind die Aktionen lobenswert, andere stören sich daran. So schreibt etwa ein User: „In München läuft ein Student völlig legal mit einer Schreckschusswaffe in die Uni. Zum „Selbschutz“ und löst einen Polizei-Großeinsatz aus.“ (Ein junger Mann hatte für einen Großeinsatz an der LMU gesorgt). Und weiter: „Wenn Klimaaktivisten sich auf die Straße kleben würden, kommen sie in Präventivhaft. Muss ich nicht verstehen, oder?“ Ein weiterer meint: „Wer sich eventuell fragt, warum in Bayern Menschen einfach so 30 Tage in den Knast wandern: Hier kannst du mit Masken-Deals easy was dazuverdienen, Doktorarbeiten fälschen, Millionen-Projekte in Sand setzen oder dir einfach paar Abschiebungen zum B-Day gönnen“, so der zynisch gemeinte Beitrag des Users.

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Die CSU hat ihre Position bezüglich der Protestler bereits deutlich zur Sprache gebracht. Am meisten Aufmerksamkeit erregte dabei das Statement von Alexander Dobrindt, der die Gruppierung als „Klima-RAF“ bezeichnete, die es zu „verhindern“ gelte. Man kann davon ausgehen, dass die Debatte rund um die „Letzte Generation“ noch lange kein Ende gefunden hat, die Frage um die Lösung des Klimawandels läuft indes auf Hochtouren: Aktuell auf der Weltklimakonferenz in Ägypten.

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