VonSascha Karowskischließen
Der Campingplatz Thalkirchen ist in die Jahre gekommen. Nun beginnt die Sanierung. Geplant sind pilzartige Gebäude und ein Winterbetrieb.
München - Die Rollläden am Empfangsgebäude sind blickdicht verschlossen, hier und dort blättert Farbe von der Wand. Und daneben geben hölzerne Lattenzäune den Blick frei auf einen längst aufgegebenen Spielplatz, auf dem sich ausgediente Gehwegplatten häufeln. Der Campingplatz Thalkirchen ist in die Jahre gekommen. Jetzt wird er zu pilzähnlichen Gebäuden umgebaut und soll wieder zu einem Hingucker werden. Schlummern in der Schwammerl-Burg!
Für rund 14 Millionen Euro: So wird der neue Campingplatz Thalkirchen in München
Die Pflöcke dafür hatte der Stadtrat eingeschlagen: Das städtische Unternehmen MRG ist mit der Umsetzung betraut. Insgesamt wurde ein Paket von rund 14 Millionen Euro geschnürt. In enger Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse ist es gelungen, Fördermittel der KfW zu erschließen. „Den Betrieb inklusive Finanzierung selbst zu übernehmen, hat sich jetzt schon für den Gesamterfolg des Vorhabens als sinnvoll erwiesen“, sagt MRG-Chef Boris Seyfarth. „Sicherlich können wir daraus für Projekte, etwa die Generalsanierung des Gasteigs, wertvolle Erfahrungen ableiten.“
Der Campingplatz hat von 15. März bis 7. Oktober geöffnet. Dass die Sanierung im laufenden Betrieb erfolgt, hat laut Seyfarth den Grund, dass man den Gästen zumindest einen kleinen Platz für Aufenthalte bieten wolle, wenn auch mit Einschränkungen. Die Alternative wäre gewesen, das Areal ganz zu sperren, dann wären zumindest Teile der Saison betroffen.
Campingplatz Thalkirchen in München: Bereits im kommenden Jahr könnte das neue Empfangsgebäude fertig sein
Umgesetzt werden soll bis 2025 eine moderne Infrastruktur mit einem besonders nachhaltigen Energie- und Wassernutzungskonzept. So wird beispielsweise Regenwasser mehrfach genutzt, die Gebäude sollen mit Erdwärmepumpen und Solarmodulen ausgestattet sein. Fassaden- und Dächer werden begrünt, die Gebäude entstehen aus Holz. Mit Ladeschränken für Fahrrad-Akkus soll die Anlage zudem für Radler attraktiver werden. Ferner soll der Platz so gestaltet werden, dass er auch zum Camping im Winter genutzt werden kann.
Für den künftigen Augenöffner soll aber die Architektur sorgen. Die pilzähnlichen Gebäude aus Holz sollen sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Zugleich ermöglicht die Holzbauweise der MRG eine schnellere Fertigstellung. Geplant ist darüber hinaus, dass der Campingplatz neben der Innengastronomie einen Biergarten erhält, der nicht nur den Campern, sondern allen Ausflüglern offenstehen soll. „Auf diese Weise wollen wir die Anlage zu einem attraktiven Treffpunkt für ganz München machen“, sagt Seyfarth.
Kämmerer Christoph Frey (SPD), dessen Referat für die MRG zuständig ist, sagte: „Der Campingplatz war ein Kleinod und soll sich wieder zu einem entwickeln.“ Freilich könnte man auch von einem Blickfang sprechen.

