Super-Stau bleibt aus

Erstes Wochenende der Sommerferien: Münchner startet sturzbetrunken in den Urlaub

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Stockend, aber nicht stoppend: Trotz vieler bayerischer Urlauber, die am ersten Ferienwochenende nach Süden aufbrachen, kam es auf der Autobahn nicht zu längeren Stauungen. Das Bild entstand am Samstag auf Höhe Seehamer See.
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Auch Bayern hat jetzt Sommerferien. Experten warnten vor einem Riesenstau auf der Autobahn, doch der blieb aus. Für den einzigen großen Aufreger am Wochenende sorgte ein Münchner (45), der sturzbetrunken in den Urlaub startete.

Holzkirchen – Der befürchtete Super-Stau am ersten Sommerferien-Wochenende ist ausgeblieben. Zähflüssig und stockend, aber ohne längere Standzeiten zog am Freitag, Samstag und Sonntag die Urlauber-Karawane auf der Autobahn nach Süden. „Erstaunlich wenig Verkehr“ sei besonders am Samstag unterwegs gewesen, teilte Markus Gebauer von der Autobahn-Polizeistation (APS) Holzkirchen auf Anfrage mit. Auch der Freitag blieb kaum über der üblichen Dichte. Das meiste Verkehrsaufkommen meldete der Sprecher überraschenderweise am Sonntag.

Zu größeren Unfällen kam es nicht. Auffällig wurde am Samstag nur ein Münchner (45), der seine Fahrt in den Urlaub tatsächlich sturzbetrunken begann. Laut Polizei konnte er gegen 12.45 Uhr seinen Fiat nur in starken Schlangenlinien nach Süden steuern. Ein anderer Autofahrer informierte die Polizei und hinderte den Mann auf dem Parkplatz Seehamer See (Gemeinde Weyarn) so lange an der Weiterfahrt, bis eine Streife der APS eintraf. Laut Polizei torkelte der 45-Jährige, als er aus seinem Auto stieg. Kein Wunder: Der Münchner hatte laut Polizei 1,88 Promille intus. Die Urlaubsfahrt war beendet – und der Führerschein weg.

Mann aus München startet sturzbetrunken in den Sommerurlaub: APS klärt über Verkehrslage auf

Im Vorfeld hatte der ADAC eines der heftigsten Stauwochenenden der Feriensaison erwartet. Während Bayern und Baden-Württemberg in die Ferien starteten und sich in anderen Bundesländern und in den Niederlanden die zweite Welle auf den Weg machte, waren viele Urlauber aus Nordrhein-Westfalen und Skandinavien auf dem Heimweg. „Und alle müssen sie an Holzkirchen vorbei“, erklärte APS-Leiter Michael Janski vor dem Wochenende.

Als größte Bremser in Richtung Süden wirkten die Baustelle auf der Überleitung der A 99 (Ostumfahrung München) in die A 8 sowie eine Fahrbahn-Verschwenkung hinter dem Irschenberg bei Bad Aibling. „Das drückt die Durchlasszahlen“, sagt Janski. An durchschnittlichen Tagen rauschen 110.000 Fahrzeuge an Holzkirchen vorbei, an Spitzentagen sind es laut Janski bis zu 170.000 Fahrzeugbewegungen. Damit zählt der Holzkirchner Abschnitt zu den meistbefahrenen Autobahnen Europas. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will deswegen den achtstreifigen Ausbau vorantreiben. Würde das die Staugefahr verringern?

„Wir beobachten, dass die Rettungsgasse gerne wieder zugefahren wird“

„Das wäre schön“, sagt Janski. Er fürchtet aber, dass sich so die Staufallen nur verlagern. Nach seiner Überzeugung wird das Fassungsvermögen einer Autobahn stark vom Fahrverhalten bestimmt. Das Rechtsfahrgebot etwa werde zu oft nicht beachtet. Je größer der Geschwindigkeitsunterschied der Autos, desto gefährlicher sei das Überholen und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Stockungen kommt. „Ein Tempolimit hätte den Vorteil, dass die Geschwindigkeitsunterschiede kleiner werden und der Verkehr harmonischer läuft.“

Hat es doch einmal gekracht, gibt es laut Janski nach wie vor Probleme mit der Rettungsgasse. Anfangs funktioniere das ganz gut, sagt der APS-Chef. „Aber wir beobachten, dass die Rettungsgasse gerne wieder zugefahren wird, sobald das erste Einsatzauto durch ist.“ Dabei brauche der später eintreffende Abschlepper sogar eine breitere Gasse als etwa die Streifenwagen. Aktuelle Infos über die Bauarbeiten an der Anschlussstelle Holzkirchen finden Sie hier.

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