Stadtrat entscheidet am Mittwoch

„Jahrelang an der Nase herumgeführt“: Umwelt-Aktivisten laufen Sturm gegen weitere IAA in München

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Die Auto- und Verkehrsmesse IAA in der Messe München.
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Der Bund Naturschutz läuft Sturm gegen eine weitere Ausrichtung der IAA in München bis ins Jahr 2031. Der Stadtrat befasst sich am Mittwoch (27. November) mit dem Thema.

München - Die Stadt will auch in den Jahren 2027, 2029 und 2031 die IAA Mobility ausrichten. Der Stadtrat wird sich am Mittwoch (27. November) mit einem Vorschlag von Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) befassen. Es zeichnet sich bereits eine Mehrheit aus Stimmen der CSU und SPD ab. Der Bund Naturschutz macht bereits im Vorfeld der Sitzung Stimmung gegen eine weitere Bewerbung für die Automesse. Für Dienstag (26. November) ist eine Demo am Reiterdenkmal angekündigt.

IAA in München: Bund Naturschutz kritisiert, der Veranstalter handle konsequent gegen notwendige Mobilitätswende

Laut Bund Naturschutz würde durch die IAA eine Mobilitätsform beworben, die wenig bis gar nichts zur sozial-ökologischen Transformation beiträgt. Der Veranstalter, der Verband der Automobilindustrie, handele konsequent entgegen der dringend notwendigen Mobilitätswende. Alle bisherigen Versuche, die Ausstellungen auf weitere und nachhaltige Mobilitätsformen auszuweiten, seien gescheitert.

Für die IAA 2025 sei aus finanziellen Gründen auch der von Stadt München begleitend stattfindende Mobilitätskongress gestrichen worden. Die begleitenden bürgerschaftlichen Projekte würden, das zeichne sich bereits jetzt schon ab, nur mit großen Hürden und in verkleinerter Form umsetzbar sein. Übrig blieben dann überdimensionale Messestände in Autoformat oder riesige Ausstellungsklötze im Stadtbild, deren Klimabilanz auch einige Fragen aufwerfe.

IAA in München: Bund Naturschutz sagt, die Zeit für eine „anachronistische Autoshow ist definitiv abgelaufen“

„Es ist uns einfach unverständlich, wie man nach den tragischen Klima-Ereignissen wie beispielsweis in Valencia 2024 weiterhin in dem verstärkten Maß auf das Auto als Hauptverkehrsmittel setzt“, sagt Thorsten Kellermann, der stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe München. „Die Autoindustrie, die uns jahrelang hinsichtlich Klimaschutz mit Schummelsoftware an der Nase herumgeführt hat, die darüber hinaus auch Innovationen verschlafen und ausgebremst hat und jetzt mit massivstem Stellenabbau droht, soll sich nicht auch noch für fast kein Geld mitten auf öffentlichen Plätzen präsentieren dürfen. Die Zeit für eine solche anachronistische Autoshow ist definitiv abgelaufen.“

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