BA-Vorsitzender äußert sich

Damit bezahlbarer Wohnraum entsteht, soll beliebtes Lokal weichen: „Erheblicher Verlust“

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Neubaupläne im Süden von München würden für ein italienisches Lokal das Aus bedeuten. Stadtteilpolitiker sehen das Dilemma.

München – Mit den Neubauten werde „dringend benötigter, bezahlbarer Wohnraum“ in Fürstenried geschaffen, heißt es beim Bezirksausschuss (BA). Rund um die Mündung der Basler Straße in die Züricher Straße sollen fünf achtgeschossige Punkthäuser mit ungefähr 175 barrierefreien Wohneinheiten entstehen. Punkthäuser sind mehrgeschossige Häuser mit einem in der Mitte gelegenen Treppenhaus. Neben zwei oberirdischen Parkpaletten auf bestehenden Tiefgaragen ist eine Kita angedacht. Und das hätte Folgen für das „Da Antonio“. Die Pläne sehen vor, dass der Bau des italienischen Lokals samt Kegelbahn abgerissen werden muss, um Platz für die Kinderbetreuungsstätte zu schaffen.

Der Bezirksausschuss 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) hat sein Einverständnis in Bezug auf den vorliegenden Vorbescheidsantrag signalisiert. Eingereicht hatte ihn die städtische Wohnungsgesellschaft Gewofag, die inzwischen mit der GWG in der „Münchner Wohnen“ vereint ist. Die Bebauung nehme Rücksicht auf die durch Einfamilien- und Reihenhäuser geprägte Nachbarschaft im Osten der Züricher Straße.

Neubau-Pläne in München würden Abriss von Lokal nach sich ziehen: „Erheblicher Verlust“

Gleichwohl würde der Wegfall des „Da Antonio“ einen „erheblichen Verlust für das Quartier“ bedeuten, hielt der Bezirksausschuss im Protokoll seiner Sitzung vom 6. Februar 2024 fest: „Damit würde es seine Gaststätte mit abendlichen Öffnungszeiten und für die Bürgerinnen und Bürger attraktiven Angeboten verlieren. Der Bezirksausschuss bittet deshalb zu prüfen, ob es Möglichkeiten im Bereich der Neubauten, bevorzugt an der Basler Straße, für diese oder eine neue Gaststätte gibt.“

Wann die Punkt-Bauten und die Kita gebaut werden, und in welcher Reihenfolge, ist derzeit noch völlig unklar.

Ludwig Weidinger (CSU), Bezirksausschuss-Vorsitzender

Seit 2007 empfängt das „Da Antonio“ Gäste in der Basler Straße. Wie lange der Holzofen noch in Betrieb bleiben könne, sei offen, erklärt Ludwig Weidinger (CSU) auf Anfrage unserer Redaktion. „Bevor es los geht, müssen noch Bauanträge gestellt werden. Wann die fünf Punkt-Bauten und die Kita gebaut werden, und in welcher Reihenfolge, ist derzeit noch völlig unklar“, berichtet der Bezirksausschuss-Vorsitzende.

Ersatz-Standort für italienisches Lokal? – „So kurzfristig wird das nicht möglich sein“

Kontakt zum Betreiber der Osteria habe der Bezirksausschuss noch nicht aufgenommen. „Der Mietvertrag ist eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen der Münchner Wohnen und dem Pächter“, sagt Weidinger. Er dämpft die Hoffnungen, dass schnell ein neuer Standort für das Lokal gefunden werden könne. „So kurzfristig wird das nicht möglich sein.“

„Sizilianer essen und trinken gern, sie sind auch immer zum Feiern aufgelegt“, schreibt das „Da Antonio“ auf seiner Homepage. Wie Betreiber Antonio Sorce mit den Neubau-Plänen umgeht, blieb zunächst offen. Auf eine Anfrage unserer Redaktion reagierte der Gastronom zunächst nicht. (lks)

Neubaupläne gab es ursprünglich auch für das „Sendlinger Loch“. Inzwischen ist die Baugrube an der Alramstraße zu einem rätselhaften Millionengrab verkommen.

Rubriklistenbild: © Imago/Daniel Kubirski/Screenshot

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