VonAlois Ostlerschließen
Der Verkauf des Klosters Schlehdorf ist so gut wie beschlossene Sache. Der Aufsichtsrat der Münchner Wohnungsbaugenossenschaft (Wogeno) hat am Wochenende grünes Licht gegeben.
Schlehdorf – „Wir sind sehr, sehr froh“, sagt Schwester Francesca Hannen. Die Provinzialin der Missions-Dominikanerinnen hat am Sonntag mit ihren Mitschwestern und Vertretern der Wogeno auf die Zukunft des alten Klosters angestoßen.
Die Entscheidung des Wogeno-Aufsichtsrats wurde am Sonntag bei einem Treffen der bisherigen Hausbewohner gemeinsam mit den Schwestern im Festsaal des Klosters bekannt gegeben. „Der Wogeno ist es ein Anliegen, dass auch weiterhin eine gute Beziehung und ein reger Austausch mit dem Orden besteht“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das habe das Treffen am Sonntag gezeigt.
„Die Genossenschaft ist der ideale Partner für uns“, sagt Schwester Francesca. Sie wohnt in München selbst in einem Haus der Genossenschaft. „Ich weiß, wie wertvoll die Wogeno ist.“ Sie vertrete die Werte, wie man die Gesellschaft zukunftsfähig aufstellen könne. Bei dem Treffen am Sonntag habe man gespürt, „wie viel Wohlwollen uns entgegengebracht wird“. Nun gehe es darum, die letzten Details auszuhandeln. Über den Kaufpreis von 4,2 Millionen Euro dürfte es „keine großen Unstimmigkeiten mehr geben“.
Schlehdorfer Bürgermeister freut sich über gute Nachricht
Auch der Schlehdorfer Bürgermeister ist angetan von der guten Nachricht. „Mich freut‘s, dass das geklappt hat“, sagt Stefan Jocher. Die Wogeno sei ein solventer Partner, und der Orden wüsste, worauf er sich einlässt. Jocher versichert, er freue sich mit den Schwestern über die Entscheidung. Der Tag der offenen Tür Ende September habe einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Das Angebot sei von vielen Besuchern aus der Region sehr gut angenommen worden.
Die Wogeno nutzt das Kloster bereits seit Juni 2018 im Probebetrieb und hat in dieser Zeit ein Konzept für die weitere Nutzung ausgearbeitet. Die Pläne für das weitere Vorgehen im neuen Cohaus Kloster Schlehdorf wurden am Wochenende den Aufsichtsratsmitgliedern vorgestellt. Das Kloster in seiner bisherigen Struktur ist demnach ein idealer Ort für Gemeinschaft. Diesen Gedanken will die Wogeno weiterführen und wird im Cohaus Kloster Schlehdorf 50 Zimmer zur Wohnnutzung schaffen, die alle über ein Bad verfügen und deren Bewohner die großzügigen Gemeinschaftsräume mitnutzen dürfen. Diese Form des Wohnens nennt sich nach Angaben der Genossenschaft Cluster-Wohnung und kombiniert Privat- und Gemeinschaftsflächen, ähnlich wie in einer WG.
Zimmer, Gewerbeeinheiten und ein Coworking-Bereich
Darüber hinaus entstehen 16 Gewerbeeinheiten und ein Coworking-Bereich, damit Wohnen und Arbeiten im Haus verbunden werden können. Das Cohaus soll ein Ort sein für Gleichgesinnte, die sich wie die Genossenschaft für die Werte sozial, ökologisch und selbstbestimmt einsetzen, heißt es in der Wogeno-Mitteilung.
Der Aufsichtsrat hat den Prozess in den vergangenen eineinhalb Jahren begleitet und darüber gewacht, dass ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erarbeitet wird. Im Rahmen der Konzeptentwicklung wurde im Juni 2019 ein Bauantrag eingereicht, den der Gemeinderat Schlehdorf einstimmig befürwortet hat. Ziel des Antrags ist eine Nutzungsgenehmigung für die unterschiedlichen Bereiche des Klosters. Die endgültige Genehmigung durch die zuständigen Behörden steht noch aus.
