Kommunalwahl 2026

Robert Herz (Grüne) will Murnauer Bürgermeister werden

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Blick aufs Murnauer Rathaus: Robert Herz möchte dort als Bürgermeister einziehen.
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Vermutlich mit Robert Herz als Bürgermeisterkandidaten will Bündnis 90/Die Grünen in den Kommunalwahlkampf 2026 ziehen. Mit dieser Nominierung, so der Plan der Ökopartei, soll eine erste personelle Vorentscheidung fallen. Herz hofft, dass in seinem Windschatten es gelingt, die Anzahl der Gemeinderatsmandate auf sechs zu steigern.

Wie spalterisch Politik wirken kann, hat Robert Herz in den vergangenen zwei Wochen aus nächster Nähe erfahren. Bis Samstag hatte er sich in den USA aufgehalten, um das Grab seines Vaters zu besuchen, der vor drei Jahren in Washington gestorben war. „Ich bin froh, wenn ich wieder zurück bin. Was ich erlebt habe, gibt mir zu denken“, sagt der Sprecher des Kreisverbands Garmisch-Partenkirchen von Bündnis 90/Die Grünen im Gespräch mit dem Tagblatt am Freitagmorgen um 8 Uhr Ortszeit. Am Sonntag war er ins Flugzeug gestiegen, um rechtzeitig bis Dienstag wieder in Murnau zu sein. Die Öko-Partei kommt um 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum zusammen, um ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 8. März 2006 zu küren. Herz (63) will seinen Hut in den Ring werfen. „Ich bin schon seit längerer Zeit von mehreren Personen des Ortsverbands immer wieder mal angesprochen worden, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen kann. Und ich habe mich entschlossen, es zu tun“, sagt Herz.

Weitere Bewerber möglich

Eventuell ist er nicht der einzige Aspirant bei den Grünen, den es danach drängt, Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) herauszufordern, sollte der sich entschließen, ein drittes Mal anzutreten. „Weitere Bewerbungen sind ausdrücklich erwünscht“, schreibt Ortssprecherin Dr. Stefanie Bastek in ihrer Einladung. Herz fürchtet sich nicht vor Konkurrenten. „Die sollen sich outen. So funktioniert Demokratie. Man muss, anders als in Diktaturen wie Russland oder China, die Wahl haben.“ Das Wort Kampfabstimmung findet er deshalb in diesem Zusammenhang unpassend, ebenso hegt er nicht die Furcht, dass das Abstimmungsergebnis, wie auch immer es für ihn ausgehen sollte, spalterisch wirken könnte. Die sogenannte Aufstellungsversammlung, in deren Rahmen auch die Anwärter auf ein Gemeinderatsmandat präsentiert werden sollen, planen die Grünen heuer im Herbst.

Von den sechs Parteien und Gruppierungen, die derzeit den Murnauer Gemeinderat bilden, sind die Grünen die erste, die sich aus der Deckung wagen. Alle anderen halten noch die Füße still, tarnen und mauern, wenn man sie auf ihre etwaigen Bürgermeisterkandidaten anspricht. Dass die Grünen vorgeprescht sind, hat Herz zufolge, der sich als „100-prozentigen Realo“ bezeichnet, keinen besonderen Grund. „Der Vorstand hatte einfach beschlossen, im Juni den Kandidaten zu benennen.“

Robert Herz will Bürgermeister werden.

Das Amt des Murnauer Rathauschefs bezeichnet Herz als „anspruchsvollen Job“, nennt ihn „eine Berufung“ und lobt die Arbeit Beutings als im Großen und Ganzen „ganz gut“. Was nicht heißen soll, dass er sie nicht besser machen könnte. Und dafür möchte er sich ordentlich ins Zeug legen. Sein Ziel: „Ich will das bestmögliche Ergebnis erreichen.“ Mit ihm als Zugpferd hofft er, dass die Grünen ihre Anzahl der Sitze, derzeit sind es vier, steigern können. „Ich hoffe auf sechs.“ Ein Unterfangen, das man durchaus als anspruchsvoll beschreiben kann. Bislang sind die Grünen gemeinsam mit Mehr Bewegen hinter der CSU und dem ÖDP/Bürgerforum die dritte Kraft. „Wir wollen uns auf alle Fälle verbessern“, sagt er.

Mit Spezialgebieten punkten

Mit den Themen Energie, Wald und Klimawandel, seine Spezialgebiete, hofft er, beim Wähler punkten zu können. Mit Vorträgen und Veranstaltungen zu diesen Feldern hat sich Herz in den vergangenen beiden Jahren einen Namen gemacht. „Sacharbeit ist mir ganz wichtig“, sagt der Mann, von Beruf Förster und im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim tätig. Im kommenden Jahr geht er in Pension und kann danach ganz seinen Leidenschaften frönen. Hobbys, die viel Zeit in Anspruch neben, sind Radfahren und Skitourengehen sowie seine Rolle als Rockmusiker. In der Münchner Band „2Heavy“, die vor allem in Clubs in Oberbayern auftritt, zupft er den Bass. „Mir wird auch ohne die Politik nicht langweilig.“

Als Kommunalpolitiker ist er in der Vergangenheit eher weniger in Erscheinung getreten. Ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet er erst etwas genauer, als er im September des vergangenen Jahres zusammen mit Petra Daisenberger zum Sprecher des Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen gewählt wurde. Ortspolitik ist indes in der Familie Herz durchaus seit Jahren eine wichtige Angelegenheit. Seine Ehefrau Anna Schlegel-Herz sitzt seit längerem für die Bürgermeistergruppierung ÖDP/Bürgerforum im Gemeinderat. Den Familienfrieden sieht er nicht in Gefahr, sollte er Bürgermeister werden oder für die Grünen in den Gemeinderat einziehen. „Es gibt Schnittmengen zwischen Grünen und ÖDP.“ Gemeinsam könne man ökologische Politik machen.

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