Weilheim

Musikschule Weilheim: Überraschend positive Zahlen - dennoch steigen die Gebühren

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Rund 1100 Schüler werden an der Musikschule Weilheim und ihren Außenstellen aktuell unterrichtet.
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Trotz Inflation und steigender Gehälter: Die Musikschulgebühren in Weilheim sollen ab Herbst nur um 2,5 Prozent steigen. Dass dies genügt, hat auch die Verantwortlichen überrascht.

Weilheim – Die städtische Musikschule Weilheim steht gut da – auch finanziell. 2022 hat die Einrichtung 49.800 Euro mehr eingenommen als im Jahr zuvor: Auf fast 500.000 Euro summierten sich die Erlöse aus Schulgebühren, Entgelten und Projekten. Der Grund für das Plus „ist auch für uns überraschend“, sagt Schulleiter Josef Dichtl. Man habe aufgrund der vorangegangenen Corona-Jahre, in denen die Schülerzahlen zurück gingen, „konservativ kalkuliert“. Das gute Ergebnis sei nun auf die jährlichen Gebührenanpassungen, die Wiederaufnahme der Gruppen- und Klassenunterrichte sowie auf wieder steigende Schülerzahlen zurückzuführen. Inklusive ihrer Außenstellen Tutzing und Bernried zählt Weilheims Musikschule aktuell rund 1100 Schülerinnen und Schüler.

Ausgaben fürs Lehrpersonal sanken trotz Tariferhöhungen

Zugleich sind die Entgelte fürs Lehrpersonal 2022 trotz Tariferhöhungen gesunken – denn auf Lehrkräfte, die in Ruhestand gingen, folgten jüngere in niedrigeren Entwicklungsstufen. Die Personalausgaben lagen sogar unter dem Wert von 2018, berichtete Dichtl diese Woche im Hauptausschuss des Stadtrates: „Das ist eigentlich kaum vorstellbar.“ In der nächsten Zeit sieht das allerdings wieder anders aus. Aufgrund hoher Tarifabschlüsse steigen die Kosten fürs Lehrpersonal – sie machen 84 Prozent der Gesamtkosten aus – im Schuljahr 2023/2024 um durchschnittlich 8,8 Prozent, wie Dichtl vorrechnete. Im laufenden Schuljahr waren es 3,2 Prozent.

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Kommunaler Anteil an Finanzierung ist zu stark gesunken

Dennoch kommt die Musikschule ab Herbst mit einer Gebührenerhöhung von rund 2,5 Prozent für ihre Unterrichtsangebote aus. Hintergrund ist, dass die Kosten für die Lehrkräfte zwischen der Stadt, den Schülern/Eltern und dem Staat aufgeteilt werden. Die staatliche Förderung lag 2022 bei 17,6 Prozent, der Gebührenanteil bei 47,4 Prozent, und der kommunale Anteil sank auf 35 Prozent – unter anderem, weil die Gebühreneinnahmen durch höhere Schülerzahlen und die Wiederaufnahme von Gruppenunterricht nach den Pandemie-Einschränkungen gestiegen sind.

Langfristiges Ziel ist aber, dass der kommunale Anteil und der Gebührenanteil der Eltern annähernd gleich sind. Zwar müsse man die Eltern etwas an den Auswirkungen der Tarifentwicklung und den inflationsbedingten Kostensteigerungen beteiligen. Aber eben nicht so hoch, wie die Steigerungen tatsächlich sind. Denn der kommunale Anteil solle wieder wachsen. Dieser dürfe keinesfalls unter 35 Prozent fallen, warnte Dichtl, weil sich dann die staatliche Förderung deutlich reduzieren würde.

Auch kleine Änderungen in der Satzung

Deshalb reicht aller Voraussicht nach eine Gebührenerhöhung von summa summarum 2,5 Prozent aus. Im Vergleich zu den anderen Musikschulen im Umkreis liegt Weilheim mit den Elternbeiträgen „im Durchschnitt“, wie Dichtl sagte. Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig für den Vorschlag der Musikschulleitung aus. Die 2,5 Prozent Erhöhung ab September seien gerechtfertigt, vernünftig und akzeptabel, hieß es quer durch die Fraktionen. Entschieden wird am 22. Juni im Stadtrat. Dann werden zugleich auch einige kleine redaktionelle Änderungen in der Gebührensatzung beschlossen.

Die Stadtratssitzung

beginnt am Donnerstag, 22. Juni, um 18.30 Uhr im Rathaus Weilheim (großer Sitzungssaal). Neben der Festsetzung der Musikschulgebühren steht auch ein Sicherheitsbericht der Weilheimer Polizei auf der Tagesordnung.

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