Zwischen Altstadt und Au

Diese zehn Skulpturen stehen bald an öffentlichen Plätzen in Weilheim

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Einer der zehn Sieger-Entwürfe, die für den Skulpturenweg zwischen Altstadt und Au ausgewählt wurden: die „Rote Welle“ von Max Mirlach (Raisting) für den Auweiher. 
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65 Künstler aus ganz Bayern haben Objekt-Entwürfe für den Skulpturenweg Weilheim eingereicht, der im Herbst eröffnet wird. Eine Fachjury hat nun zehn Werke ausgewählt, die bald die Strecke zwischen der Altstadt und der Au säumen – und eigens dafür geschaffen werden.

Weilheim – Mal ausdrucksstarke menschliche Figur, mal minimalistisch moderne Plastik. Hier ein Stein oder eine schlichte Bronze, die sich der Landschaft unterordnen. Dort eine knallrote Eisenwelle, die schon von weitem leuchtet... Wer mit offenen Augen zwischen Weilheims Altstadt und dem Park in der Au flaniert, hat ab Herbst viel Neues zu entdecken. Am 3. Oktober soll der neue Skulpturenweg eröffnet werden. Bereits 2018, im Zuge der (gescheiterten) Bewerbung Weilheims für eine Landesgartenschau, hatten die CSU-Stadträtinnen Marion Lunz-Schmieder und Angelika Flock die Idee dafür. Das Kunstforum Weilheim erarbeitete in den vergangenen Monaten ein Konzept und schrieb einen Wettbewerb aus. Verlangt war, speziell für das Projekt eine Skulptur zu entwickeln, die mit der Stadt Weilheim und ihrer Geschichte, mit der Au, der Ammer oder allgemein dem Wasser zu tun hat.

Die Künstler bekommen maximal 4300 Euro

Nun stehen die Ergebnisse fest. 65 Einsendungen von professionell arbeitenden Künstlern aus ganz Bayern sind dafür eingegangen. Daraus hat die fünfköpfige Jury – der neben Lunz-Schmieder Kunstforum-Gründer Wolf Schindler sowie die Bildhauer Ilse Bill, Marinus Wirtl und Josef Lang angehörten – an einem langen Sitzungstag im März zehn Entwürfe ausgewählt, die jetzt speziell für Weilheim realisiert werden. Die ausgewählten Künstler bekommen dafür jeweils maximal 4300 Euro – was laut Projektleiterin Andrea Kreipe, selbst eine erfahrene Bildhauerin, oft gerade mal die Materialkosten deckt.

Vom Denkmal für einen Grashalm bis zur Hommage an „The Notwist“

Die zehn nagelneuen Werke für Weilheims Skulpturenweg kommen von Renato Rill (München), Hermann Bigelmayr (München), Egon Stöckle (Hohenfurch), Cornelia Rapp (Denklingen), Carlotta Wirtl (Peiting), Basilius Kleinhans (Günzburg), Bernd Wagenhäuser (Bamberg), Max Mirlach (Raisting), Michaela Gräper (Burggen) und Silvia Jung-Wiesenmayer (Opfenbach/Allgäu). Das Spektrum ihrer Entwürfe reicht vom 3,40 Meter hohen Denkmal für einen Grashalm über ein schlichtes Bronzehaus bis zu einer modernen Installation großer Ringe mit hunderten kleinen Reflektoren – eine Arbeit, die von einem Song und Plattencover der Weilheimer Band „The Notwist“ inspiriert ist.

Die Werke bleiben mindestens zwei bis drei Jahre vor Ort

Die Standorte der Objekte stehen bereits fest – von der Grünanlage am Unteren Graben über die Kreuzkirche und den Badeweg bis zum Ammersteg und zum Auweiher. Mindestens zwei bis drei Jahre sollen die Objekte in Weilheim stehen. Nach und nach sollen sie dann durch andere Werke ersetzt werden; sechs potenzielle Nachrücker hat die Jury bereits aus den Bewerbungen mit ausgewählt.

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Auch drei Kunstwerke, die in Weilheims Altstadt seit längerem schon im öffentlichen Raum stehen, werden in den Skulpturenweg einbezogen: das „Geschichtsband“ von Andrea Kreipe am Mittleren Graben, Marinus Wirtls „Engelssäule“ vor der Stadtpfarrkirche und der Bach-Brunnen von Christian Tobin an der Musikschule. Sämtliche Werke und Künstler werden in einem Flyer und einem umfassenden Katalog vorgestellt, die ab Eröffnung erhältlich sind. Bald schon soll es auch online unter skulpturenweg. kunstforum-weilheim.de Informationen und Bilder geben.

Kosten im hohen fünfstelligen Bereich

Ab 13. September werden die bis zu eine Tonne schweren Skulpturen installiert. Die Fundamente und die Aufstellung werden von den Stadtwerken übernommen und gesponsert. Dank öffentlicher und privater Unterstützer steht die Finanzierung des Skulpturenwegs mittlerweile, freut sich auch Stefan König, der Vorsitzende des Kunstforums. Das genaue Budget wird nicht genannt, doch es handle sich um einen „sehr hohen fünfstelligen Betrag“, sagt König, der von dem gesamten Projekt begeistert ist: „Da hat von Anfang an alles gepasst.“ Und das Ergebnis, so viel steht schon fest, wird Weilheim überregional Resonanz verschaffen.

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