Wolfratshausen – Nach dem Aus von Möbel Mahler könnte XXXLutz ein Möbelhaus in Wolfratshausen eröffnen. Die Polizei fürchtet aber, dass dann der Verkehr in der Stadt kollabiert.
Polizeichef Werner Resenberger befürchtet ein Verkehrschaos. „Wenn es soweit ist, dann erwarte ich den Kollaps“, sagt er. Die Rede ist von einer möglichen Eröffnung eines XXXLutz-Möbelhauses am Hans-Urmiller-Ring, also dort, wo bis Februar Möbel Mahler ansässig war. Wie berichtet hat der österreichische Möbelriese die Immobilie gekauft. Was er damit anstellt, ist offen.
Das Straßennetz könne die Belastungen, die ein neues großes Möbelhaus bringt, „nicht auffangen“, prognostiziert Resenberger. Er verweist auf die langen Staus kurz vor der Mahler-Schließung. An den letzten Verkaufstagen hatte es teilweise chaotische Szenen gegeben, die Polizei musste ausrücken. Zudem sorge schon jetzt der erweiterte BayWa-Markt an der Pfaffenrieder Straße für „ein viel größeres Verkehrsaufkommen“ als bislang. „Das Straßennetz bleibt aber unverändert.“
XXXLutz verhandelt über Sortimentsbeschränkung
Während sich die Polizei Sorgen um die vielen Autofahrer macht, die das Gewerbegebiet anfahren könnten, wird hinter den Kulissen verhandelt. „Wir befinden uns weiterhin in der Planungsphase. Momentan wird ein Konzept für den Standort erarbeitet“, sagt XXXLutz-Pressesprecher Julian Viering. Auch die Sortimentsbeschränkung sei Gegenstand der Verhandlungen. Sie untersagt wie berichtet Händlern im Gewerbegebiet , großflächig so genannte „innenstadtrelevante Waren“ anzubieten. Wie weit die Gespräche mit der Stadt fortgeschritten sind, möchte Viering nicht verraten. Es gibt auch Gerüchte, dass sich ein Media Markt in Wolfratshausen ansiedeln will.
Handelsverband will Innenstadt schützen
Kürzlich diskutierte auch die Kreisgruppe des Handelsverbands Bayern (HBE) über die Problematik. „Wir pflichten der Stadt und dem Bürgermeister in ihrer Meinung bei. Die Sortimentsbeschränkung muss erhalten bleiben“, sagt Vorsitzender Volker Reeh auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Handelsvorschrift dürfe keinesfalls aufgeweicht oder im schlimmsten Fall komplett gekippt werden. „Wir wollen die Innenstadt stärken. Dafür ist die Beschränkung wichtig.“ Würde die Auflage gekippt, „könnte das den Geschäften im Markt enorm schaden“.
Zwar räumt der Geretsrieder ein, dass ein Möbelhaus auch ein Nebensortiment führen müsse. „Das wird sich nicht umgehen lassen.“ Ihm schwebe jedoch ein Kompromiss vor, wie ihn die Stadt bereits mit Möbel Mahler ausgehandelt hatte. „Auf einer kleinen Fläche kann man über ein ausgewähltes Randsortiment sprechen.“ Reeh bietet der Stadt seine Hilfe an. „Der HBE ist gerne bereit, beratend zur Seite zu stehen.“