VonUlrike Osmanschließen
Ende Oktober hat ein Brand in der Mehrzweckhalle in Moorenweis gewütet und immensen Schaden angerichtet. Wie der Stand der Dinge bei der Sanierung ist, zeigt ein Baustellen-Rundgang.
Moorenweis - Riechen kann man nichts mehr. Und zu sehen ist auf den ersten Blick auch nicht viel von den massiven Schäden, die ein Brand in der Moorenweiser Mehrzweckhalle angerichtet hat. Doch obwohl schon viel gelüftet, gereinigt und repariert worden ist, steht der größte Brocken der Sanierungsarbeiten noch bevor. Ein Baustellenrundgang.
Das Feuer in der Mehrzweckhalle war Ende Oktober 2024 vermutlich durch Brandstiftung in einem Papiercontainer ausgebrochen. Die Flammen griffen auf das Gebäude über, zerstörten im unteren Bereich die Isolierung der Außenwände, fraßen sich über ein Eingangstor in den Geräteraum und vernichteten alles, was dort gelagert war – Sportgeräte, Auslegeware und Bühne. Verschont blieben lediglich drei Bühnenelemente, die der TSV sich just am Abend des Feuers für ein Weinfest ausgeliehen hatte.
„Der Geräteraum war pechschwarz“, erinnert sich Bürgermeister Christoph Gasteiger. Inzwischen wurde der Raum sandgestrahlt und geweißelt. Schäden an der Elektrik und den Wasserleitungen, die auch die angrenzende Mittagsbetreuung betrafen, sind repariert. „Damit sind einige große Baustellen schon erledigt“, so Gasteiger.
Auf das Innere der Sporthalle griffen die Flammen nicht über. Doch durch die Verbindungstür zum Geräteraum und die Lüftungsgitter quoll der Rauch und breitete sich in der Halle aus. Hinter den Prallwänden lagerte sich Ruß ab. Als man später Wände öffnete, um das Ausmaß der Kontamination festzustellen, zeigte sich: Es ist gravierend.
Der flockige Ruß sitzt in der Mineralwolle und in den Spalten der Akustikverkleidung, haftet an Leisten und hatte sich auch auf dem dahinterliegenden Schaumglas abgelagert – immerhin das konnte erfolgreich gereinigt werden. Alles andere muss ausgebaut und erneuert werden. Denn chemische Gutachten haben ergeben, dass der Russ gesundheitsschädlich ist.
Der näher am Geräteraum liegende Teil der Halle ist schlimmer betroffen als die gegenüberliegende Seite. Doch die Versicherung hat zugestimmt, die kompletten Prallwände samt Isolierung auszutauschen. Die Gutachten hatten deutlich gemacht, dass es keinen Ermessensspielraum gibt. „Darüber bin ich sehr froh“, sagt Gasteiger. „Es hätte sonst nur Befindlichkeiten gegeben.“
Vergabe der Arbeiten bis Mitte Juni
Dass die Nutzer beim Sport Gesundheitsschäden davontragen, will niemand. Auch nicht, dass sie ein ungutes Gefühl haben. Unter normalen Umständen findet in der Halle täglich Schulsport statt. Die Turner des TSV trainieren hier ganzjährig, Fußballer und Wintersportler während der kalten Monate. „Die Halle wird maximal genutzt“, so Gasteiger. „Da darf man kein Risiko eingehen.“
Bis nach Abschluss aller Untersuchungen und Prüfungen das Okay der Versicherung vorlag, vergingen Monate. Inzwischen sind die Arbeiten ausgeschrieben, die Vergabeentscheidung soll Mitte Juni fallen. Man hofft, dass die Maßnahme bis Ende Oktober abgeschlossen ist – sofern der Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot diesen Termin einhalten kann. Wenn nicht, verschiebt sich die Fertigstellung.
Schaden beträgt über eine Million Euro
Im Anschluss stehen noch kleinere Arbeiten an. Denn der Ruß hat sich auch in den Kletterseilen, an den Ringen, auf dem Trennvorhang, in den Netzen der Basketballkörbe und den Ballfangnetzen festgesetzt. All das muss ebenfalls erneuert werden. „Das ist Kleinvieh, das aber auch Mist macht“, sagt Gasteiger. Insgesamt schätzt die Versicherung den Schaden auf über eine Million Euro.


