Bauausschuss berät über mehr als 100 Wohnungen

Wie viel Wohnbau verträgt Weilheim?

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Auf dieser Wiese an der Singerstraße will das Ulrichswerk drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen bauen – eines von drei Nachverdichtungsprojekten, um die es jetzt im Bauausschuss ging.
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Um drei große Nachverdichtungsprojekte mit insgesamt weit über 100 Wohnungen ging es im Weilheimer Bauausschuss. Eine Entwicklung, die einerseits nötig ist - aber auch besorgt.

Weilheim – Das größte Wohnbauprojekt der nächsten Jahre in der Kreisstadt – rund 270 weitere Wohnungen auf dem „Dietmayr-Anger“, für die derzeit die Weichen gestellt werden (wir berichteten) – war diesmal gar nicht Thema im Bauausschuss. Auch die geplante Bebauung einer Gartenhälfte zwischen Krumpperplatz und Meisteranger mit 29 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern stand nicht auf der Tagesordnung der Oktober-Sitzung.

Und doch kam man auf die stolze Zahl von weit über 100 neuen Wohnungen, „die durch eine einzige Bauausschuss-Sitzung laufen“, wie BfW-Vertreter Rupert Pentenrieder zusammenrechnete – mit dem etwas bangen Zusatz: „Es ist schon die Frage, ob wir die Folgen für die Infrastruktur tragen können.“ Die drei großen Nachverdichtungsprojekte, um die es diesmal ging, spielen an der Singerstraße im Westen der Stadt, an der Römerstraße im Osten sowie am Öferl hinterhalb des Bahnhofs.

Drei neue Wohnblöcke an der Singerstraße

Am konkretesten von diesen drei Projekten ist ein schon länger avisiertes Vorhaben für ein bislang unbebautes, rund 3400 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Singerstraße und Waitzackerbach. Dafür liegt nun ein Entwurf vor: Das Ulrichswerk der Diözese Augsburg will dort drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 „sozial geförderten“ Wohnungen errichten. Längs der Straße ist ein viergeschossiger Block geplant, dahinter quer dazu zwei dreistöckige Blöcke. Angesichts bereits vorhandener hoher Gebäude in der Nachbarschaft, insbesondere vis-à-vis an der Singerstraße, „fügt sich das durchaus ein“, befand Manfred Stork, der Leiter der Bauverwaltung im Rathaus.

45 Auto-Stellplätze sind für das Vorhaben nötig, 36 davon will der Bauherr in einer Tiefgarage mit Zufahrt von der Singerstraße unterbringen. Der Ausschuss sprach sich bereits einmütig für die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplanes aus. Endgültig entscheidet darüber diesen Donnerstag der Stadtrat.

Noch größere Dimensionen sind im Gespräch für Projekte an der Römerstraße (wo das Ulrichswerk vier neue Wohnblöcke um das Pfarrheim errichten will) und am Öferl (Neubebauung des Areals der einstigen Firma „Deckel“; ausführliche Berichte über diese Vorhaben folgen demnächst).

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„Ich weiß nicht, ob Weilheim das alles stemmen kann“

„Ich schwimme da etwas“, bekannte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek im Ausschuss: Einerseits brauche man Wohnungen in der Kreisstadt, „aber ich weiß nicht, ob Weilheim das wirklich alles stemmen kann“, etwa die Folgen für den Verkehr, für Kita- und Schulbauten. Stefan Zirngibl (CSU) sah es ähnlich: „Wir müssen die Kontrolle behalten über die Entwicklung“ – weshalb sich Projekte auch mal verzögern könnten. Immerhin sei dank all der Nachverdichtungspläne „keine Ausweisung im Außenbereich mehr nötig“, betonte Pentenrieder (BfW). Und Michael Lorbacher (SPD) erinnerte daran, dass „nicht alles auf einmal realisiert“ werde.

mr

Die Stadtratssitzung, in der es um den Bebauungsplan für das Areal an der Singerstraße geht, beginnt am Donnerstag, 17. Oktober, um 19 Uhr im Rathaus. Auf der Tagesordnung stehen zudem die Vorstellung der Planung für die Waldorfschule durch Architekt Francis Kéré sowie ein „Grundsatzbeschluss zum Fahrradverkehr“.

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