VonMagnus Reitingerschließen
Weilheims Stadtrat ist überwiegend begeistert von den Plänen für rund 270 Wohnungen, eine Kita und einen Stadtpark auf dem Anger zwischen Pöltner Kirche und Au. Es gibt aber auch Befürchtungen.
Weilheim – Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt betonte in der Stadtratssitzung am Donnerstag die Chancen des Großprojekts, für das die Änderung des Flächennutzungsplans bereits läuft und nun ein erstes Plankonzept vorliegt. Man könne auf diesem Areal zentrumsnah „ein Wohngebiet entwickeln, das nicht nur Wohnen ist“, sagte Roppelt: So soll unterhalb der Kirche St. Pölten ein großzügiger öffentlicher Park samt neuen Fuß- und Radwegmöglichkeiten entstehen – und an der Bahnlinie eine (dringend benötigte) Kindertagesstätte mit bis zu vier Gruppen. Die Flächen dafür könne die Stadt „sehr günstig erwerben“, wie es hieß.
Die Wohnbauflächen verbleiben dagegen in der Hand eines privaten Investors. Doch für dessen Planung könne und müsse die Stadt klare Vorgaben machen, sagte Roppelt. Der Bauherr solle dort „anders bauen“, sprich: autofrei oder zumindest „autoreduziert“, mit alternativen Mobilitätsangeboten und Energieformen, baulich verdichtet und doch begrünt (etwa die Dächer). Und gemäß dem Grundsatzbeschluss der Stadt für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums muss der Investor 30 Prozent der Wohnungen „sozialvergünstigt“ anbieten – was per städtebaulichen Vertrag festzuschreiben ist.
Insgesamt entstehen rund 270 Wohnungen
Insgesamt könnten rund 270 Wohnungen unterschiedlicher Größe in dem neuen Quartier entstehen, allesamt in Geschosswohnungsbauten: Neun Wohnblöcke sind dafür vorgesehen, je drei um einen Hof gruppiert. Die direkt an der Geistbühelstaße gelegenen Gebäude sollen vierstöckig, die dahinterliegenden zwei- bis dreistöckig werden.
Wie bereits vergangene Woche im Bauausschuss gab es auch im Stadtrat viel Lob für die Vorschläge und das Engagement der Stadtbaumeisterin: Die Pläne seien „zukunftsweisend“ und ökologisch vorbildlich. Nun komme es darauf an, klare Festsetzungen zu treffen und diese gegenüber dem Investor auch durchsetzen, wie einige Ratsmitglieder betonten. Die Bebauung soll in mehreren Abschnitten realisiert werden: Für den ersten sind die Kita an der Bahnlinie und die ersten drei Wohnblöcke auf der Ostseite, direkt neben den Neubauten auf dem „Dietmayr-Anger“, vorgesehen.
Verkehrssituation ist problematisch
Für problematisch halten viele die Verkehrssituation. Zwar besagt ein bereits vorliegendes Gutachten, dass die vorhandene Erschließung über die Geistbühelstraße für das erste Drittel der Neubebauung ausreiche. Doch mehrere Stadträte forderten, jetzt schon eine Ertüchtigung der Kreuzung an der Pollinger Straße mitzuplanen. Da helfe keine Ampel, sondern nur ein Kreisverkehr, meinte Horst Martin (SPD) – während für Eckart Stüber (Grüne) ein Kreisel an einem so wichtigen Kreuzungspunkt für Radler „ein Unding“ wäre. Die Geistbühelstraße, so hieß es mehrfach, müsse fahrradfreundlicher gestaltet und die Straße „In der Au“ zur Lohgasse am besten Einbahnstraße werden. Einige schlugen auch vor, dort nur noch Anliegerverkehr zuzulassen.
Ansonsten hatten die Stadtratsmitglieder viele Ideen für das Neubaugebiet, von der Schaffung eines Mehrgenerationenhauses bis zur Gestaltung des Parks gemeinsam mit Bürgern. Und: Die Stadt solle die jungen Weilheimer Familien nach ihren Wohnraum-Bedürfnissen befragen.
Jetzt geht‘s an den Bebauungsplan
Dem vorgestellten Plankonzept stimmte der Stadtrat einmütig zu. Nächster Schritt wird dann die Aufstellung eines Bebauungsplans sein –denn der erste Hof und die Kita sollen laut Roppelt „so bald wie möglich kommen“, während bis zu den weiteren Bauabschnitten wohl noch ein paar Jahre vergehen werden. Ehe man die Bürger eingehend informieren und einbeziehen könne, muss das Ganze laut Bürgermeister Loth (BfW) aber noch „konkretere Formen“ annehmen: „Da brauchen wir noch ein, zwei Runden im Bauausschuss.“
mr
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