Die neuen Gesellen 2025

Zehn neue Styling-Profis für die Region: Das sind die besten Nachwuchs-Friseure aus Traunstein und dem BGL

+
Freigesprochene: Die Freigesprochenen mit Obermeisterin Yvonne Gaumont (1.Reihe ganz links), dem Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter (2.v.links) und dem stellvertretenden Obermeister Gerhard Michel (1. Reihe ganz rechts)
  • schließen

Sie haben es geschafft! Zehn junge Talente der Friseur-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land wurden im Traunsteiner Sailer Keller feierlich freigesprochen. Wer die Prüfungsbesten sind, welche emotionalen Worte fielen und warum dieser Jahrgang etwas Besonderes war.

Traunstein/Landkreise Traunstein/Berchtesgadener Land – Neun Friseurinnen und ein Friseur haben am vergangenen Freitag bei der Freisprechungsfeier der Friseur-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land im Sailer Keller in Traunstein die Gesellenbriefe bekommen. Damit haben sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Die Gesamtdurchschnittsnote lag bei 3,17, die durchschnittliche Praxisnote bei 2,83. Zwölf Teilnehmer hatten sich zur Prüfung gestellt, zwei haben sie leider nicht bestanden. Die drei Prüfungsbesten waren Sofia Marie Strasser, ausgebildet bei „Friseure aus Leidenschaft“ (Doris Jäger) in Fridolfing, Josefine Hungerhuber, ausgebildet bei „Bross Incrowd Cuts“ (Gomez Ramirez) in Altenmarkt, und Kilian Junger, ausgebildet bei „Haarliebe Coiffeure“ (Theresa Obereier) in Waging. Die drei lagen bei den Noten eng beieinander. Sofia Marie Strasser und Josefine Hungerhuber hatten beide die Gesamtnote 2 und in der Praxis die Note 1 erreicht, nur hatte die Erstplatzierte 94,7 Punkte, während die Zweitplatzierte auf 94 Punkte kam. Strasser hat auch einen Staatspreis für besonders gute Leistungen erhalten. Kilian Junger hat eine 2 sowohl als Gesamtnote als auch in der Praxis. Er erreichte 89 Punkte.

Jahrgangsbeste: (v.l.n.r.) Yvonne Gaumont (Obermeisterin), Josefine Hungerhuber, Kilian Junger, Sofia Marie Strasser, Gerhard Michel (stellvertretender Obermeister).

Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Marion Denzer, hob die allgemein guten Leistungen dieses Prüfungsjahrgangs hervor, vor allem aber auch den reibungslosen Ablauf der Prüfung. „Seit ich Prüfungsvorsitzende bin, war es das erste Mal, dass alles gepasst hat“, sagte sie. Sie betonte, dass für eine gute Ausbildung vieles zusammenspielen muss: der Ausbildungsbetrieb, der die jungen Menschen formt und sie den Respekt vor der Arbeit lehrt, die Lehrer in den Berufsschulen und die Ausbilder in der Handwerkskammer. Nur wenn alles ineinandergreift, wird aus einem Schüler ein guter Friseur.

„Ihr seid nun Teil eines stolzen Handwerks mit Tradition und mit Zukunft“, betonte Obermeisterin Yvonne Gaumont in ihrer Ansprache. Friseurin und Friseur zu sein bedeute mehr als nur Haare schneiden. Es bedeute, den Kunden Selbstvertrauen zu schenken, sie zu beraten, zu motivieren oder ihnen einfach nur zuzuhören. Friseur sei ein fordernder Beruf, wo man kreativ sein und sich stetig weiterentwickeln kann. Man kann bei den Menschen Spuren hinterlassen, nicht nur im Haar, sondern auch im Herzen. Gaumont gratulierte allen mit den Worten: „Ihr könnt stolz auf euch sein – und wir sind es auch.“

Die Begrüßung und Moderation des Abends hatte der stellvertretende Obermeister Gerhard Michel inne. Er begrüßte die zukünftigen Gesellinnen und Gesellen als Hauptpersonen des Abends und ihre Familien, Freunde und Gäste. Unter den Ehrengästen waren die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler (MdB), Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter, der Leiter des Bildungszentrums Traunstein Franz Ertl, Tobias Bickel von der Berufsschule Freilassing, Susanne Wiendl und Sylvia Meier vom Bildungszentrum Traunstein und Beate Hagner von der Berufsschule der Jugendsiedlung Traunreut.

Dr. Bärbel Kofler gratulierte den frisch gebackenen Friseurinnen und dem Friseur zur bestandenen Prüfung. Die duale Ausbildung, die sie durchlaufen haben, sei etwas Besonderes, das es nur in wenigen Ländern gibt. Dazu brauche man engagierte Ausbildungsbetriebe und Berufsschullehrer. Sie dankte allen, die an der Ausbildung junger Menschen mitwirken, und betonte, dass auch die Politik in der Pflicht sei, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das Handwerk florieren kann.

Gratulationen kamen auch von Tobias Bickel, der seitens der Berufsschule Freilassing einen Film zu einem gemeinsamen Projekt mit Frankreich zeigte, und von Beate Hagner von der Jugendsiedlung Traunreut, die betonte: „Ihr habt alles richtig gemacht.“
Dann kam der große Moment der Freisprechung durch Kreishandwerksmeister und Kreisrat Bäckermeister Gerhard Kotter. Mit den Worten „Ihr Durchhaltevermögen und Ihr Fleiß verdienen große Anerkennung“ wandte er sich an die neuen Gesellen. Früher sei Freisprechung wesentlich wörtlicher zu nehmen gewesen als heute, sagte er. Der Lehrling wurde vom Meister tatsächlich losgesprochen, er wurde frei von der Zucht des Lehrherrn, konnte auf Wanderschaft gehen oder heiraten. Dann erhoben sich die Lehrlinge von ihren Plätzen und Kotter sprach sie kraft seiner Vollmacht als gewählter Kreishandwerksmeister im Namen der Handwerkskammer für München und Oberbayern und ihres Präsidenten Franz Xaver Peteranderl von den Verpflichtungen frei, die sie mit ihrer Lehrzeit übernommen hatten. Er schloss mit den Worten: „Macht eurem Handwerk stets Ehre!“ und wünschte allen für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Anschließend folgte die Überreichung der Zeugnisse und Gesellenbriefe durch die Obermeisterin und die Prüfungsvorsitzende, verbunden mit den Glückwünschen der ganzen Innungsvorstandschaft. Damit endete der offizielle Teil des Abends. Es folgte eine Feier in gemütlicher Runde mit den vielen Gästen, die die neuen Friseurinnen und Friseure zu dieser wichtigen Feier begleitet haben.

Kommentare