VonMelina Staarschließen
In Bad Heilbrunn platzt der neue Kindergarten aus allen Nähten, auch in anderen Orten des Südlandkreises sind die Wartelisten gut gefüllt.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Wie berichtet können in Bad Heilbrunn über 20 Kinder ab September nicht in der Tagesstätte St. Kilian untergebracht werden. Die Gemeinde möchte sich in dieser Notsituation wahrscheinlich mit Modulen behelfen, also einem kurzfristigen Anbau. Auch in Reichersbeuern ist zu wenig Platz im „Drachennest“. „Das war nicht vorhersehbar“, sagt Bürgermeister Ernst Dieckmann. Vor allem betroffen ist hier aber die Krippe, für die kurzfristig in einem freigewordenen Schulraum in der Grundschule Platz geschaffen werden soll.
„Randvoll“ ist auch der Benediktbeurer Gemeindekindergarten, wie Leiterin Lydia Baur mitteilt. In der Krippe konnten elf Kinder gar nicht aufgenommen werden. Eine Warteliste gebe es das ganze Jahr. Von den vier Regelgruppen ist eine seit zwei Jahren im Souterrain befindlich. „Wir müssen dafür die Genehmigung um ein weiteres Jahr verlängern“, sagt Baur. Beim Landratsamt liegen bereits die Anträge vor. Sollte der Bedarf an Betreuung weiter steigen, gebe es nur die Möglichkeit eines Neubaus. Hierfür wollte der verstorbene Bürgermeister Hans Kiefersauer laut seiner Aussage im Dezember 2018 ein Vorratsgrundstück im Oberdorf bereitstellen. Eine kurzfristige Möglichkeit, Betreuungsengpässe aufzufangen könnte es über eine Elterninitiative geben – Überlegungen dazu gibt es. Im Benediktbeurer Don Bosco-Kindergarten gibt es laut Aussage von Schwester Irene Eisenreich noch ein paar Plätze im Kindergarten und in der Krippe ebenfalls. „Anmeldung ist möglich, solange etwas frei ist.“
In Sachsenkam werden voraussichtlich alle Kinder unterkommen. Derzeit läuft der Betrieb noch immer in den bisherigen Räumlichkeiten, der Umzug in den Neubau wird laut Bürgermeister Hans Schneil voraussichtlich im Mai erfolgen. „Gerade laufen noch Außenarbeiten.“
Stadt Bad Tölz baut neuen Kindergarten
Genaue Zahlen, ob die Plätze in Lenggries für das kommende Kindergartenjahr reichen, liegen Heidi Kiefersauer noch nicht vor. Die Geschäftsleiterin berichtet aber von den Plänen für die Zukunft in der Gemeinde. Ab September 2020 soll es in der dann umgebauten „Post“ zwei zusätzliche Gruppen geben. Schon in diesem Jahr geht wie berichtet der neue Waldkindergarten in Schlegldorf in Betrieb. Irgendwann könnte auch bei Bedarf das Gebäude des Kindergartens in Wegscheid ausgebaut werden. „Dazu kommt eine Fläche auf der Krankenhauswiese, auf der ein Neubau möglich wäre“, so Kiefersauer. Man müsse mit steigenden Kinderzahlen rechnen. „Lenggries ist ein Zuzugsort und sehr beliebt bei Familien.“
Laut Bedarfsanalyse sei man in Bad Tölz gut aufgestellt, sagt Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach auf Anfrage. Acht Kindergärten und 21 Gruppen gibt es in Bad Tölz. Dazu kommen drei Sondergruppen – das sind Waldgruppen beziehungsweise -waldkindergärten. Eine neue Gruppe wurde vor zwei Jahren in der Kinderland-Krippe aufgemacht, eine weitere im Lebenshilfe-Haus an der Peter-Freisl-Straße. Wie Otterbach mitteilt, muss die Gruppe im „Kinderland“ bis September ebenfalls in die Peter-Freisl-Straße umziehen. „Derzeit läuft der Antrag beim Landratsamt auf eine dritte Gruppe dort.“ Somit gebe es ab September 22 Gruppen in Bad Tölz. Geplant ist der Neubau eines Kindergartens an der Jahnstraße (wir berichteten) bis 2020. Hier wird nun eine Gruppe mehr eingeplant als bisher gedacht, also insgesamt vier.
Es gebe aber ein paar Unwägbarkeiten: Eine Regelgruppe habe Platz für 25 Kinder. „Ist es aber eine Inklusionsgruppe, zählt ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf für drei Plätze“, so Otterbach. Meist sei nicht sofort klar, wie viele Kinder diesen erhöhten Bedarf hätten. Dazu komme, dass sich der so genannte Einschulungskorridor seit diesem Jahr verändert hat. Das betrifft Kinder, die zwischen 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden. Hier können Eltern nun leichter entscheiden, ob das Kind bereits eingeschult wird oder eben noch ein Jahr warten soll. „Es ist noch nicht entschieden, wie viele Kinder in die Schule wechseln werden“, sagt Otterbach. Das spricht auch Rosi Gilgenreiner an, beim katholischen Pfarrverband Tölz zuständig für die drei Kitas am Schlossplatz, Heilige Familie und in Oberfischbach. „Wir haben Wartelisten, wir wissen nur noch nicht, wie lange diese sind.“ Das hänge davon ab, wie viele Kinder tatsächlich in die Schule gehen. Grundsätzlich seien alle drei Kitas komplett voll.
In den kommenden Jahren, so Otterbach, werde der Bedarf an Betreuungsplätzen eher weiter steigen, da die Zahl der Inklusionskinder zunimmt – weil heute eben manchmal Kinder, für die früher kein erhöhter Bedarf gefordert worden sei, so eingestuft werden. „Für die Planung ist das schwierig. Aber auch ein Überangebot nützt natürlich nichts.“ Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe aber gezeigt, dass sich die Wartelisten im Laufe des Jahres geleert hätten. Bis September, hofft Otterbach, müssten also alle Dreijährigen untergebracht werden können.
