Stadtrat diskutiert am Dienstag

Neues Josefistift auf der Flinthöhe

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Ein Platz fürs Josefistift? Auf dieser Wiese vor der ehemaligen Kaserne könnte der Neubau entstehen.

Die Idee war schon vor Jahren angesprochen und gleich wieder verworfen worden: das Tölzer Pflegeheim Josefistift im Stadtteil Flinthöhe neu zu bauen. Zu viel Verkehr meinte man damals und zog es vor, eine Lösung der Probleme eher in einer Bestandssanierung oder in einem Neubau an anderer Stelle in der Stadt zu suchen. Jetzt ist man wieder auf der Flinthöhe angelangt.

Bad Tölz Der Standort Flinthöhe ist für  Bürgermeister Josef Janker aus einer Vielzahl von Gründen richtig, wie er im Vorfeld der kommenden Stadtratssitzung gegenüber dem Tölzer Kurier erläutert. In der Sitzung am Dienstag, 28. Mai, um 16 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal ist das Josefistift der einzige öffentliche Tagesordnungspunkt.

Zur Erinnerung: Seit 2011 gibt es ein Gesetz, wonach neue Mindestzimmergrößen in Alten- und Pflegeheimen vorgeschrieben sind. Drei Viertel der Josefistift-Zimmer sind zu klein, ein Um- oder Neubau ist nötig. Der Aufschrei war groß, als die Stadt erste Ideen für ein „Josefistift 2.0“ neben der Asklepios-Stadtklinik entwickelte. Der lange favorisierte Plan wurde fallen gelassen, als Asklepios Pläne für ein zweites Personalwohnheim entwickelte.

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Es blieben die Standorte Arzbacher Straße und Jugendcafé. Letzteres wäre wohl machbar, allerdings nur unter beengten Verhältnissen, sagt Bürgermeister Josef Janker. „Die Stellplatzfrage wären aber ein Problem.“

Die städtische Fläche an der Arzbacher Straße wäre hingegen groß genug, „es wäre der einfachste Standort“, sagt Janker. Das große Aber: Dann wären alle Alten- und Pflegeheime der Stadt im Badeteil konzentriert.

Im Januar berichtete der Tölzer Kurier über eine Unterschriftenaktion der Tölzerin Sieglinde Dorfmeister, die sich für einen Verbleib und Umbau bei laufendem Betrieb am Standort einsetzt. Man habe es sich da nicht leicht gemacht, sagt Janker, der die „weichen Faktoren“ zugunsten des Verbleibs durchaus nachvollziehen kann. Das Haus ist mitten in der Stadt und leicht erreichbar und im Bewusstsein der Tölzer als städtische Einrichtung tief verankert. Janker weiß das, weil auch seine Mutter dort lebte.

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Für ihn gaben dann doch die Kostengründe den Ausschlag. 25 bis 35 Prozent teurer würde laut Schätzung ein Umbau am Standort. Und selbst wenn man die Heimbewohner zeitweise in die Lenggrieser Kaserne auslagern würde, würde das zwei bis drei Millionen Euro kosten, um die Räume nutzbar zu machen. „Verlorenes Geld“, wie er sagt.

Deshalb kommt nun wieder der Standort Flinthöhe ins Spiel, über den der Stadtrat zu entscheiden hat. Das Verkehrsproblem sieht Janker durch die Nordspange in absehbarer Zeit als gelöst an. Danach werde sich in dem Stadtteil mit rund 3500 Menschen ohnehin vieles ändern. „Das wird ein tolles Viertel“, prophezeit das Stadtoberhaupt. „Das hat städtebauliches Potenzial, an das jetzt noch gar keiner denkt.“ Auch ein Pflegeheim gehört für Janker in einen so großen Stadtteil.

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Die Fläche ist mit 7000 Quadratmetern Wiese zwischen General-Patton-Straße und B 13 groß genug. Da passe dann auch noch der Spielplatz hin. Das 120-Plätze-Heim mit acht Kurzzeitpflegeplätzen solle eine eigene Küche und natürlich auch eine Kapelle besitzen, sagt Janker. Es sei mit dem Auto gut und sogar zu Fuß erreichbar. Bei aller Diskussion um Standort und Haus ist Janker ohnehin eines am wichtigsten: „Wir müssen den guten Geist des Josefistifts mit hinaufnehmen ins Haus. Dann klappt’s auch.“

Von Christoph Schnitzer

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