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Neuer Taxi-Plan in München: Festpreise für Fahrten sollen schon ab September gelten - „Ganz neue Wege“

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Taxifahrten sollen in München schon ab September zum Festpreis gebucht werden können. Der Stadtrat soll am Mittwoch einem Vorschlag der Verwaltung zustimmen.

München - Wer in Zukunft in München ein Taxi bestellt, kann wahlweise schon vor Fahrtantritt einen Festpreis mit dem Unternehmen vereinbaren. Damit das geht, will die Stadt die Taxiverordnung ändern. Der Kreisverwaltungsausschuss des Stadtrats soll nächste Woche zustimmen.

Taxis am Flughafen München

Neuer Taxi-Plan: München wäre die erste Kommune in Deutschland, die einen Festpreis ermöglicht

Wie aus der Vorlage hervorgeht, die unserer Redaktion bereits vorliegt, wäre München die erste Kommune in Deutschland, die eine solche Flexibilisierung der Tarife einführen würde. Ermöglicht wird das durch eine Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes. Die Verwaltung erhofft sich mit dem sogenannten Münchner Tarifkorridor Wettbewerbsnachteile der Taxlern gegenüber Anbietern wie Uber zu reduzieren. Stimmt der Stadtrat zu, würde die Änderung bereits zum 1. September greifen, also vor der Wiesn und der IAA.

Zwar hatte München mit dem Reichweitentarif bereits eine Möglichkeit für Festpreise geschaffen, dieser war aber auf fünf, zehn oder 45 Kilometer beschränkt (wir berichteten). Das neue Modell wäre davon unabhängig – und im Übrigen auch vom Faktor Zeit. Stichwort: Stau. Bei der Preisgestaltung würde sich das System am Grund- und Kilometerpreis des geltenden Taxitarifs orientieren. Der vereinbarte Fahrpreis dürfte um bis zu 20 Prozent nach oben und fünf Prozent nach unten abweichen.

Neuer Taxi-Plan in München: Festpreis vor allem „in der Rushhour wichtig, wenn man im Stau steht“

„Wir gehen ganz neue Wege, das ist ein Pilotprojekt in Deutschland“, sagt SPD-Stadträtin Micky Wenngatz. Der Tarifkorridor ermögliche bessere Transparenz für die Fahrgäste. Diese hätten schon vor Fahrtantritt Gewissheit über den Fahrpreis. „Das ist vor allem in der Rushhour wichtig, wenn man im Stau steht und der Taxameter läuft“, sagt Stadträtin Sibylle Stöhr (Grüne). Der Taxikorridor nutze aber auch der Taxibranche. Denn so würde sie auch jüngere Fahrgäste ansprechen, die derzeit vielleicht eher andere Anbieter bevorzugten.

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Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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