- VonWolfgang Schörnerschließen
Fast acht Meter hoch ist die Skulptur samt Sockel, die am Donnerstagabend am Kreisverkehr im Industriepark Nonnenwald enthüllt wurde. Vize-Bürgermeister Johannes Bauer hat sie entworfen. Die „Helix“-Enthüllung war gleichzeitig der Auftakt zu den Penzberger Feier-Tagen.
Penzberg – „Helix“ heißt die Skulptur, die nun in Penzberg am „Roche“-Kreisel steht. Die Stränge, die sich nach oben schrauben, symbolisieren die Doppelhelix. Vorbild für das Gebilde ist das in allen Lebewesen vorkommende DNA-Molekül. Die Stahlkonstruktion thront auf einem stilisierten Kohlebrocken. Während die Kohle für die Penzberger Bergwerksvergangenheit steht, symbolisiert die Helix die Biotechnologie und das Unternehmen „Roche“ mit seinem Penzberger Werk. Allein die zwei Stränge haben eine Höhe von 6,80 Meter, was exakt eine milliardenfache Vergrößerung sei, sagte Johannes Bauer. Man habe das wegen der „besseren Sichtbarkeit“ gemacht, scherzte er.
Die Enthüllung der Skulptur war am Donnerstagabend zugleich der Auftakt des Penzberger Stadtfests zum 100-Jährigen der Stadt. Dabei erwartet die Besucher das ganze Wochenende über ein prallvolles Programm. Allerdings ein Auftakt unter wolkenverhangenem Himmel bei Nieselregen. Rund 200 Zuschauer waren trotzdem gekommen, darunter die Gäste aus den Penzberger Partner- und Freundschaftsstädten.
„Wir alle sind aufgeregt und froh, dass die Jubiläumstage beginnen können“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner vor der anfangs noch „wie von Christo“ verpackten Skulptur. Zehetner erinnerte daran, wie es zu der Kreisel-Figur kam. Johannes Bauer hatte den Entwurf 2010 anonym beim Wettbewerb für den Kreisverkehr an der Seeshaupter Straße eingereicht. Die Jury wählte zwar das große Stadtwappen als Skulptur aus, doch schon damals hieß es, dass die Helix gut in den Industriepark Nonnenwald neben Roche passen würde. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass sich Roche ebenfalls begeistern ließ und die Aktivitäten im Jubiläumsjahr großzügig unterstütze, so Zehetner. So kam es nun zur Realisierung von Bauers Entwurf.
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Bauer selbst, der in Nantesbuch geboren ist und dort lebt, hat seine ganz eigenen Beziehungen zu Roche. Von Nantesbuch blickt er auf das Werk. Und früher, als Kind, passierte er auf dem Schulweg das Bergwerkspförtnerhaus, das noch heute auf dem Roche-Gelände steht. Bauer hat später am Lehrstuhl für organische Chemie der TU München promoviert und 35 Jahre gearbeitet.
Er gründete mit einem Freund auch eine Software-Firma, die ein Programm zum dreidimensionalen Zeichnen von Molekülen entwickelte. Er sei von chemischen Strukturen fasziniert, sagte Bauer. Symbolkraft hat ihm zufolge auch der Kreisel: Die Steine stehen für den Abraum des Bergwerks, die Wiese für Penzbergs ursprüngliche Besiedelung mit Bauernhöfen.
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Auch Werkleiter Ulrich Opitz („Ich habe schon den Spitznamen Helix-Bauer gehört“) freute sich über die Skulptur. Vor genau 100 Jahren, erzählte er, sei der Begriff „Biotechnologie“ erstmals in der Literatur erschienen – noch ein Grund, die Helix genau jetzt zu enthüllen. Was Bauer dann auch tat: von einer Feuerwehrdrehleiter aus in acht Metern Höhe.
