Vorstellung im Gemeinderat

Neues Pflegeheim in Lenggries: Klares Ja zu „optimaler Variante“

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Der Neubau des Pflegeheims in Lenggries ist ein Stück näher gerückt. Der Gemeinderat hat sich mit großer Mehrheit für eine Variante entschieden, wonach das Heim im westlichen Teil des Grundstücks gebaut werden soll.

Lenggries – Gut eine Stunde nahmen sich die Gemeinderäte in der Sitzung am Montag Zeit, um über die drei Planungsvarianten zu diskutierten. Sie wurden vorgestellt von Claudia Specht vom Architektur- und Ingenieurunternehmen Sweco. Die Ingenieurin und Architektin hat mit einem Mitarbeiter-Team eine Grundstücksanalyse vorgenommen und dabei eine ganze Reihe von Bebauungsmöglichkeiten herausgefunden. „Das Grundstück gibt einiges her“, sagte sie bei der Präsentation im Rathaus-Sitzungssaal.

Aus all den Gedankenspielen hat das Sweco-Team drei Varianten in die engere Wahl genommen. Die ersten beiden sehen ein U-förmiges Gebäude im Nordosten des Grundstücks vor. Variante 3 sieht drei parallele Längsbauten am westlichen Grundstücksrand vor – mit ebenfalls insgesamt 90 Plätzen. Der Vorteil dieser Lösung: Es sind rund 1000 Kubikmeter umbauter Raum weniger als in den beiden erstgenannten Varianten. In der Summe führt das laut Specht zu einer „Differenz im siebenstelligen Bereich“. Belastbare Zahlen zur Bausumme können in der derzeitigen Planungsphase noch nicht genant werden, sagte die Architektin auf Nachfrage von Peter Gascha (FW). Bürgermeister Werner Weindl machte in diesem Zusammenhang deutlich: „Wir müssen die Kosten drücken, sonst wird das Pflegeheim nicht wirtschaftlich.“

Die Gemeinde wird wie mehrfach berichtet das neue Heim bauen, das dann nach der Fertigstellung von der Caritas betrieben wird. Georg Hintermeier verfolgte als zuständiger Projektleiter des Wohlfahrtsverbands die Diskussion mit großer Aufmerksamkeit. Auch er pochte auf eine günstige Bauausführung und plädierte deshalb für die von Sweco vorgeschlagene Teilunterkellerung. „Große Keller sind immer das teuerste an einem Heim und dienen meist nur als Abstellraum für unnötige Dinge“, sagte er.

Pflegeplätze im Landkreis weiter Mangelware

Nicht anfreunden konnte sich die Mehrheit des Gemeinderats mit einer von Stephan Bammer vorgeschlagenen Tiefgarage: „Die Stellflächen kann man vermieten.“ Auch die von ihm erörterte Aufteilung in zwei Bauabschnitte wurde verworfen. „Das führt nur zu einer Verteuerung, und das will keiner“, sagte Claudia Specht.

Für die Variante 3, die von Sweco als „Konzept“ ins Rennen geschickt wurde, sprachen sich in der Diskussion unter anderem folgende CSU-Räte aus: Bernhard Simon („die Planung ist am stimmigsten und fügt sich am besten ins Ortsbild ein“), Josef Wasensteiner („eine optimale Lösung für den Gemeinschaftsbereich“) und Christine Rinner („hier ist alles gut durchdacht“). Das Sweco-Konzept hat laut Bürgermeister Weindl zwei große Vorteile: „Es ist besser für die Hinterlieger im Norden des Grundstücks, und es bietet eine Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten.“

Gegen den Beschluss stimmten lediglich vier der neun FW-Räte, nämlich, Stephan Bammer, Franz Baumgärtel, Peter Gascha und Hans Proisl.

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Als nächste Schritte muss die Gemeinde nun weitere Architekten- und Ingenieurleistungen in Auftrag geben, unter anderem für den Einbau einer Küche. Dann müssen der Bebauungsplan aufgestellt und die Eingabeplanung eingereicht werden. Außerdem muss entschieden werden, was mit dem Erweiterungsbau aus dem Jahr 2004 geschehen soll. Dann muss die Gemeinde noch den Mietvertrag mit dem künftigen Betreiber abschließen und die entsprechenden Förderanträge für das Großprojekt einreichen.

Viel Arbeit also für die Rathaus-Verwaltung. Ein Teil der Entscheidungen soll noch im Dezember erfolgen, hieß es.

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