Diskussion im Gemeinderat

Nummernschilder für gewerbliche Schlauchboote: Wackersberg fordert Durchgreifen auf der Isar

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Gedränge auf der Isar: Die vielen Schlauchboote sind dem Gemeinderat Wackersberg ein Dorn im Auge.
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Auf der Isar sind viel zu viele Bootsfahrer unterwegs – darin waren sich die Wackersberger Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung einig. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, schlugen sie eine ganze Reihe von Maßnahmen vor – beispielsweise, dass gewerbliche Anbieter zukünftig alle Fahrten anmelden müssen.

Wackersberg – Anlass für die Diskussion war ein Schreiben des Landratsamts, in dem die Gemeinden Lenggries, Wackersberg, Gaißach und die Stadt Bad Tölz aufgefordert werden, Stellungnahmen zu erarbeiten. Die Stellungnahmen werden bei einem Treffen im Landratsamt besprochen. Ziel ist eine gemeinsame Linie im Umgang mit gewerblichen Schlauchbootfahrten.

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Hans Demmel machte aus seinen Bedenken keinen Hehl: „Die Schlauchboote kommen im Minutentakt runter. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.“ Generell könne er nicht einsehen, warum Landwirte in FFH-Gebieten so extrem eingeschränkt werden, „und so was wie das Schlauchbootfahren wird hingenommen“. Deshalb gebe es dieses Treffen, entgegnete Bürgermeister Alois Bauer, der zugleich betonte: „Ganz verbieten können und wollen wir das Schlauchbootfahren nicht. Das gehört zur Lebensqualität und zum Tourismus dazu.“ Auch er sei mit dem Schlauchboot schon einige Male die Isar hinunter gefahren, „aber jetzt würde ich mich wahrscheinlich nicht mehr trauen“, ergänzte er lächelnd.

Der Bauausschuss habe schon über dieses Thema gesprochen. Die wichtigsten Vorschläge: Gewerbliche Schlauchboote sollen nur noch mit Nummernschildern unterwegs sein dürfen. Jeder Bootsführer muss einen Befähigungsnachweis vorlegen. Außerdem müssen die Anbieter einen Tourenbericht schreiben, und es soll nur noch eine gewisse Anzahl von Fahrten erlaubt sein. Solch eine Beschränkung hält Bauer für sinnvoll, „denn in anderen Gewässern ist das Schlauchbootfahren überhaupt nicht mehr erlaubt – darum ist die Isar ja so beliebt.“ Andrea Lechner befand: „Manche Anbieter fahren drei Schichten pro Tag – das ist doch der Wahnsinn.“ Ähnlich sieht es Josef Demmel: „Schlauchbootfahrten gehören registriert. Jeder soll sich melden und eine Genehmigung beantragen – das ist doch ein relativ einfacher Vorgang.“ In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag von Nikolaus Braun: „Jeder Anbieter bekommt ein Kontingent an Fahrten. Das muss klar definiert sein.“

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Klaus Willibald merkte an, es sei wichtig, das Schlauchbootfahren ab einer gewissen Hochwassermarke komplett zu verbieten. „Ein guter Hinweis“, entgegnete Bauer. Natürlich gebe es unter den Schlauchboot-Anbieter schwarze Schafe, die Dreck hinterlassen, sagte Bauer. Denen müsse die Lizenz entzogen werden: „Das würde sicherlich die Qualität der Unternehmen steigern.“

Der Bürgermeister will sich nun „überraschen lassen“, welche Vorschläge die anderen Isarwinkler Gemeinderäte zu dem Treffen mitbringen. 

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