Antrag im Stadtrat

Ein Museum im Meiler: ÖDP-Plan für das Kraftwerk Isar 2 - Neue Nutzung statt Abriss 

+
Die ÖDP möchte das Kraftwerk Isar 2 nach der Stilllegung in ein Museum umwandeln.
  • schließen

Was passiert mit dem Atomkraftwerk Isar 2 nach dem Rückbau? Die ÖDP im Münchner Stadtrat hat dazu schon Ideen.

München - Das Atomkraftwerk Isar 2 in Landshut soll in ein Museum umgewandelt werden. Das fordert die ÖDP im Münchner Stadtrat. Außerdem besteht der Wunsch, das Gelände nach dem Rückbau der Atom-Technik für Erneuerbare Energien zu nutzen. Wie berichtet, halten die Stadtwerke München 25 Prozent der Anteile an dem Kraftwerk.

Kernkraftwerk Isar 2: Nach Beschluss zu Atomausstieg lief der Meiler noch bis zum 15. April 2023

Das Atom-Aus derweil ist längst besiegelt. Ursprünglich hätte der Meiler bereits mit Ablauf des Jahres 2022 vom Netz gehen sollen, denn die Bundesregierung hatte den Atomausstieg beschlossen. Doch angesichts der weltweiten Energiekrise seit 2021 wurde der Beschluss geändert. Der Block zwei des Kernkraftwerks lief im sogenannten Streckbetrieb weiter, es wurden also keine neuen Brennelemente erworben, die alten wurden einfach länger genutzt. Gleiches galt für die Kraftwerke Emsland und Neckarwestheim. Am 15. April 2023 war dann aber allenthalben Schluss mit der Atomkraft.

Nun muss Isar 2 zurückgebaut werden. Geht es nach der ÖDP, so soll im Anschluss kein konventioneller Abriss des Kraftwerksgebäudes erfolgen. Denn: Der Bau habe in den 1980er-Jahren bereits enorme Mengen an grauer Energie verschlungen. Ein Abriss würde erneut einen erheblichen Energieeinsatz verursachen und sei daher mit dem Klimaschutz und den Bemühungen, Energie einzusparen, nicht vereinbar. „Wir plädieren daher für eine Umnutzung des Geländes nach dem zwingend erforderlichen Rückbau und der Dekontamination“, sagt ÖDP-Chef Tobias Ruff.

Nach dem Atomausstieg - ÖDP-Chef Tobias Ruff will den alten Meiler für Erneuerbare Energien nutzen

Da Isar 2 hervorragend ans Strom- und Bahnnetz angeschlossen ist, könne es als Produktionsstätte für Anlagen und Komponenten zur Nutzung Erneuerbarer Energien genutzt werden. „Dadurch würden wir Energie einsparen und könnten diesen symbolhaften Ort gleich zur Erzeugung von erneuerbaren Energien nutzen. Außerdem können wir uns gut ein Museum vorstellen, in dem über gängige Atomkraft-Mythen und die Geschichte der Atomkraftwerke in Bayern informiert wird.“

Kommentare