Politiker reagieren

Heftige Kritik an Oktoberfest-Preisen - Wirte erklären sich

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Die Bierpreise auf der Wiesn ziehen an. Doch Kritik wird auch wegen anderer Getränke laut.
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Das schmeckt nicht jedem. Dass eine Maß auf der Wiesn bis zu 14,90 Euro kostet, sorgt im Rathaus für Kritik. Aber auch andere Preise sorgen für Ärger.

München - Der Schock vor dem ersten Schluck! Die Preise für die Wiesn stehen fest. Die Maß kostet in diesem Jahr zwischen 12,60 Euro und 14,90 Euro. Viele Zelte nehmen 14,50 Euro! Durchschnittlich müssen die Gäste demnach 6,12 Prozent mehr für das Festbier hinlegen als im vergangenen Jahr, als die Preisspanne von 12,60 Euro bis 13,80 Euro reichte.

Kritik an Oktoberfest-Preisen: Der Liter Tafelwasser kostet im Schnitt über zehn Euro, Limo über elf Euro

Doch nicht nur beim Bier haben uns die Wirte sauber eigschenkt! Die Durchschnittspreise der alkoholfreien Getränke betragen pro Liter für Tafelwasser 10,04 Euro (2022: 9,67 Euro), für Spezi 11,65 Euro (2022: 10,85 Euro) und für Limonade 11,17 Euro (2019: 10,35 Euro).

Das schmeckt nicht jedem. SPD-Chefin Anne Hübner ließ am Donnerstag über Twitter mitteilen: „Da werden die Grenzen dessen, was die Münchner zahlen wollen und in Teilen auch können, erneut ausgetestet.“ Freilich seien die Kosten für alle gestiegen. „Aber ein Tafelwasser für zehn Euro? Wäre schön, wenn wenigstens ein nicht-alkoholisches Getränk bezahlbar bleibt.“

Kritik an Oktoberfest-Preisen: Wiesn-Wirte verweisen auf Inflation und gestiegene Löhne der Mitarbeiter

Auch auf der Oppositionsbank rumort es. „Die Bierpreise auf dem Oktoberfest gehen immer mehr auseinander“, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl. „Ein Unterschied von 2,30 Euro zwischen verschiedenen Betrieben ist sehr groß. 14,90 Euro erscheinen schon sehr extrem und widersprechen dem Charakter eines Volksfestes.“

Man habe es sich nicht leicht gemacht, sagt Wirte-Sprecher Peter Inselkammer. „Aber auch wir Wiesn-Wirte können uns von der allgemeinen Preisentwicklung nicht abkoppeln.“ Und Christian Schottenhamel ergänzt: „Nicht nur die Inflation setzt uns zu, sondern eine ganze Reihe von Sondereffekten wie etwa die zweistelligen Lohnsteigerungen unserer Mitarbeiter.“

Kritik an Oktoberfest-Preisen: Die Stadt legt die Preise nicht fest, sie prüft sie lediglich auf Angemessenheit

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU): „Das ist schon ein ordentlicher Schluck aus der Preis-Pulle!.“ Die Stadt lege die Preise aber nicht fest, sie prüfe sie lediglich auf Angemessenheit. „Ich werde weiter so gut wie möglich dafür sorgen, dass die Preise so wenig wie möglich steigen. Aber gegen die Inflation kann auch ich nichts machen.“

Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne) sagte unserer Redaktion: „Bei der hohen Inflation war ein Preisanstieg zu erwarten. Das ist bedauerlich – vor allem das Wasser ist meines Erachtens sehr teuer – aber die Stadt kann nicht direkt in die Preisgestaltung der Wirte eingreifen.“

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