VonWolfgang Schnetzschließen
Es geht um die Zukunft des Dombergs. Am 29. Januar werden die Freisinger Stadträte in einer Sondersitzung nochmal über die Pläne zum Umbau des Diözesanmuseums entscheiden. Wenn’s wieder ein Veto gibt, steht nicht nur das Museum, sondern die Entwicklung des Dombergs auf dem Spiel. Doch im Stadtrat deutet sich ein Sinneswandel an.
Freising – OB Tobias Eschenbacher gibt sich trotz allen Wirbels, die der Stadtratsbeschluss vom 27. Oktober 2017 auslöste, zuversichtlich: „Die Planung wird nochmals in allen Details beleuchtet.“ Das habe die Regierung empfohlen, nachdem sie die Reklamation des Stadtratsbeschlusses vom Oktober überprüft hatte. Damals hatten die Räte mit 20 zu 17 Stimmen den von der Erzdiözese geplanten Umbau und die Sanierung des Diözesanmuseums (Volumen: rund 40 Millionen Euro) gekippt. Die Mehrheit wollte das Oktogon, einen achteckigen Erkeranbau aus dem Jahr 1876, erhalten, obwohl der zum Anlegen eines Rettungs- und Lieferwegs abgerissen werden muss – wie das zumindest die seit zweieinhalb Jahren diskutierten Pläne vorsehen.
Die Verantwortlichen der Erzdiözese kündigten daraufhin an, die kompletten Investitionen (also auch den Bildungszentrums-Umbau) in Höhe von über 100 Millionen Euro nochmal zu überdenken. Eine Delegation aus Freising – bestehend aus OB und Fraktionsvorsitzenden – hielt dann Ende 2017 bei einem Gespräch im Ordinariat um gut Wetter an.
In der Sondersitzung soll jetzt „ein klares Signal der Stadt zum Domberg und dessen Fortentwicklung“ gegeben werden, hofft der OB. Denn die Diözese wolle, dass die Stadt mit voller Überzeugung hinter dem Domberg-Konzept steht: „Etwas Erzwungenes“ sei da keine Basis. Die Veranwortungsträger in München müssten sich einfach bei diesen Investitionen auf einen verlässlichen Partner einstellen können.
Ob sich die Oktogon-Befürworter in den Stadtratsreihen umstimmen lassen? Der OB ist optimistisch: „Ich glaube, in dieser Sitzung wird jedem die Tragweite des Projekts deutlich, wenn er die einzelnen Planschritte und dazu nötigen Entscheidungen noch einmal im Gesamtzusammenhang sieht.“ Eines aber müsse klar sein: Hier gehe es nicht nur um die Planung und den Neubau des Museums: „Hier geht es um die Entwicklung eines in der Zukunft lebendigen Dombergs.“ Ein neuerliches Veto bringe all das in Gefahr. Bei den Grünen gab es offenbar bereits ein Umdenken, wie Fraktionssprecher Sebastian Habermayer erklärt (siehe Interview rechts).
Lesen Sie hier das Kurz-Interview mit Sebastian Habermeyer zum Thema.
