VonThomas Steinhardtschließen
Die Weichen für die Sanierung schienen bereits gestellt, aber jetzt wird doch ein Neubau genauer geprüft: Der Kreistag will mehr Informationen, bevor er über die Zukunft des Gymnasiums Olching entscheidet.
Olching – „Das im Jahr 1972 erbaute Gymnasium Olching weist mittlerweile verschiedene sicherheitsrelevante Mängel auf und entspricht insgesamt nicht mehr den heutigen pädagogischen, technischen und energetischen Anforderungen.“ So steht es in einem Papier der Kreisverwaltung. Die Rede ist von erheblichen Defiziten beim Brandschutz, gravierenden Mängeln bei der Dachabdichtung (kurz: es regnet rein), bei der Fassade und beim Schallschutz.
Sanierung wohl günstiger als Neubau
Der Kulturausschuss des Kreistags hatte sich eigentlich einstimmig dafür ausgesprochen, die Sanierung auf den Weg zu bringen. Weitere sind für 2020 geplant. Die groben Kosten dafür waren auf rund 35 Millionen Euro geschätzt worden. Ein Neubau dagegen, hieß es, werde 55 Millionen Euro verschlingen.
Problem der Sanierung unter laufendem Betrieb: Eine solche dauert. Gemäß der Planung sollte sie in vier bis sechs Bauabschnitten ablaufen, wobei ein Bauabschnitt etwa 1,5 Jahre in Anspruch nehmen sollte. Das Gymnasium Olching wäre zwischen 2022 und 2027 oder 2029 zur Großbaustelle mit Container-Unterricht geworden.
Schüler wären über einen langen Zeitraum Lärmbelästigung ausgesetzt
Das kritisierte im Kreistag jetzt Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Eine ganze Generation werde ihre Schulzeit auf einer Baustelle verbringen und unter Lärm leiden. Außerdem wäre ein Neubau nebenan leichter zu planen.
Bauamtsleiter Axel Schuhn bestätigte das. „Natürlich wäre es das beste, einfach neu zu bauen und dann umzuziehen.“ Allerdings seien die Kosten hierfür deutlich höher und es sei fraglich, ob Zuschüsse in gleicher Höhe fließen wie bei einer Generalsanierung. Landrat Karmasin erinnerte daran, dass die lange Sanierungszeit deshalb entstehe, weil Rücksicht auf den Schulbetrieb genommen würde. Außerdem sei eine Sanierung auch angesichts der Nachhaltigkeitsdebatte sinnvoll. Das Gebäude als solches sei ja nicht schlecht.
Kreisräte fordern eine genauere Prüfung
Insgesamt mehrten sich im Kreistag dann aber die Stimmen, die eine genauere Prüfung der Neubaukosten forderten. Unter anderem fand auch Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU), dass die Zahlen zu wenig ausgearbeitet seien. Die genauere Prüfung, die weniger theoretisch sein soll als die Schätzung bisher, werde etwa drei bis vier Monate in Anspruch nehmen, sagte Axel Schuhn und nicht ganz 10 000 Euro kosten. Das war es den Kreisräten wert und auch der Landrat fand schließlich: „Dieses Zeitfenster sollten wir uns nehmen.“
Klar für die Sanierung waren nur Ingrid Jaschke und Christian Stangl (Grüne). Der Schulreferent forderte, sich auf die Socken zu machen. Unterricht während eines Umbaus sei zwar nicht angenehm, aber machbar. Die Grünen erinnerten außerdem daran, dass in Form von Beton jede Mange graue Energie in dem Gebäude verbaut sei, worauf man aus Nachhaltigkeitsgründen achten müsse, was Bürgermeister Magg aber nicht so lustig fand. „Stellen Sie sich dann hin und sagen den Eltern, die Angst um das Abi ihrer Kinder haben, dass der Lärm wegen der grauen Energie nötig ist?“, fragte er. Der Landrat verwies darauf, dass ein Neubau auch nicht geräuschlos verlaufen werde, sofern es nicht gelinge, das neue Gymnasium mit Bambussprossen hochwachsen zu lassen.
Entscheidung vertagt
Trotzdem stimmte der Kreistag einstimmig für den Antrag Maggs, eine genauere Prüfung einzuleiten. Die Entscheidung über die 50-Millionen-Sache dürfte dann nach der Kommunalwahl den neuen Kreistag treffen.
Schüler des Olchinger Gymnasiums stellten unlängst dem Stadtrat ihre Ideen für ein Klima-Konzept vor.
