Nur die Hälfte des Projekts kommt

Orgelmuseum Valley: Sixtus Lampls braucht 250 000 Euro

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Muss umplanen: Sixtus Lampl baut einen neuen Zugang zu seiner Kinoorgel. Für die anderen Maßnahmen am Alten Schloss in Valley wurden ihm aber überraschend die Fördergelder gestrichen.
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Sixtus Lampls geplantes Orgelmuseums ist in Geldnot: Das Landesamt für Denkmalpflege strich Fördermittel in Höhe von 250 000 Euro, ohne die das Projekt nicht fertig wird.

Valley – Sixtus Lampl bangt um seinen Lebenstraum. Mehr als 60 Orgeln aus aller Welt hat er in seinem Orgelzentrum zusammengetragen, darunter die einzige Kino-Orgel Bayerns. Im Alten Schloss in Valley will er zusammen mit seiner Frau Inge nun ein echtes Orgelmuseum errichten. Den Bauantrag dafür bekam er bereits durch den Gemeinderat. Auch die Finanzierung schien gesichert. Doch jetzt strich dem Träger der Denkmalschutzmedaille des Landkreises ausgerechnet das Landesamt für Denkmalpflege eine viertel Million Euro. „Es ist eine verfahrene Situation“, sagt Lampl. „Das ist schon bedauerlich.“ 

Orgelmuseum Valley: Deshalb braucht Sixtus Lampl 250 000 Euro

Konkret heißt das: Lampl wollte das Alte Schloss für insgesamt 600 000 Euro museumsgerecht umbauen. 250 000 Euro davon sollten aus Leader-Mitteln und Fördertöpfen stammen. Dagegen legte das Landesamt für Denkmalpflege nun aber sein Veto ein. Damit klafft eine über 40 Prozent große Lücke in Lampls Finanzierungskonzept für den Umbau. 

Diesen braucht Lampl aber, um das Schloss als Museum nutzen zu können. Derzeit verteilen sich die Orgeln noch über das ganze Schloss. Die fertig restaurierte Kinoorgel ist zum Beispiel nur über einen Garageneingang erreichbar, der wiederum aber weder zur Zollingerhalle noch ins Alte Schloss führt. Zu umständlich für ein Museum, findet Lampl. Zu unsicher, finden die Behörden. 

Um beide Probleme zu lösen, wollte Lampl einen zentralen, behindertengerechten Eingangsbereich bauen. Und größtenteils unterirdische Verbindungsgänge, die die Einzelbauten miteinander verbinden. Dann hätten Besucher die Ausstellung in einem Zug ablaufen können. 

Dieser Plan ist nun vorerst vom Tisch. „Mit dem Geld, das ich gesammelt habe, kann ich nur die Hälfte des Projekts machen“, sagt Lampl. Nach aktuellem Stand solle daher nur der unterirdische Zugang zur Kinoorgel gebaut werden. Die Pläne dafür lägen derzeit bei der Statik-Prüfung. Der Eingang zur Zollingerhalle ist aber zu teuer. „Da kann ich jetzt auch nichts in Kürze machen.“ Ein Museum werde es unter diesen Umständen nicht geben.

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Sixtus Lampl: Sein Museums-Traum lebt weiter

Das muss aber nicht so bleiben. Denn das Landesamt strich die Gelder, weil Lampl noch keine öffentliche Stiftung zum Betrieb seines Museums gegründet hatte, sagt der Schlossherr. Er habe aber erst die Baumaßnahmen abschließen wollen, weil ein Museum ohne verbundene Räume keinen Sinn mache. Also brauche er dafür auch noch keine Stiftung. Ein Henne-oder-Ei-Problem also, allerdings mit einem Lichtblick: Die Gründung einer Stiftung sei in Planung, sagt Lampl. Meilenweit auseinander liegen die Parteien also nicht. 

Außerdem hat Lampl bereits einen Förderverein gegründet. Sammelt der genügend Spenden, kann sich der Sammler die Bürokratie um die Fördermittel sparen. „Das wäre der Idealfall“, sagt er. Bedenke man, wie viel zum Beispiel für die Orgel in der Dresdner Frauenkirche gespendet wurde, bestehe Hoffnung. Seinen Lebenstraum lebt Lampl also weiter.

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