VonSascha Karowskischließen
Nadja Hoffmannschließen
Bauruine im Herzen der Stadt: Bei der Alten Akademie könnte die Erbpacht wegfallen. Dadurch würde das Gebäude teurer und attraktiver zugleich.
München – Bald ist es zwei Jahre her, dass diese Nachricht München schockte: Baustopp bei der Alten Akademie! René Benko, dessen Signa-Imperium damals implodierte, sitzt längst hinter Gittern – und gerade erst hat das Landgericht Wien die U-Haft verlängert. Beim Trümmerfeld, das der Immobilien-Tycoon in München hinterließ, tut sich aber wenig. Gerade mit Blick auf die Alte Akademie in der Fußgängerzone laufen hinter den Kulissen intensive Gespräche. Dabei geht es auch um die Erbpacht, die auf der Immobilie liegt. Würde die wegfallen, dürfte das die Zahl der Kaufinteressenten erhöhen.
OB Dieter Reiter wünscht sich eine Lösung „noch in diesem Jahr“
Klar ist, dass langsam etwas passieren muss. „Diese Baustelle liegt schon viel zu lang brach und kostet Tag für Tag viel Geld“, sagt OB Dieter Reiter (SPD). „Ich möchte das schnell geklärt haben – möglichst noch in diesem Jahr.“ Verständliche Worte, denn das Verfahren zeiht sich schon lang. Wie berichtet, waren die beiden Gläubigerbanken Stadtsparkasse und BayernLB wohl selbst eine Zeit lang im Bieterrennen. Im September wurde bekannt, dass es ein 180-Millionen-Angebot vorliegt. Einen Abschluss gibt es bislang nicht.
Das Modell Erbpacht ist für manche Investoren nicht attraktiv
Nun laufen intensive Beratungen. Dem Vernehmen nach steht dabei immer mehr die Erbpachtregelung auf der Kippe. 2013 hatte der damalige Finanzminister Markus Söder (CSU) die Akademie auf 65 Jahre in Erbpacht an die Signa Holding vergeben. Es zeigt sich aber: Für viele Investoren ist dieses Modell unattraktiv – denn nach dem Ende der Frist fällt die Immobilie wieder an den Freistaat zurück. Heißt: Der Pächter müsste den hohen Preis innerhalb dieser Zeit wieder reinholen.
Die Immobilien Freistaat erklärt: „Der Freistaat Bayern prüft alle rechtlichen Optionen im Zusammenhang mit dem bestehenden Erbbaurechtsvertrag. Ziel ist es, im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens eine tragfähige Investorenlösung zu ermöglichen.“ Zu bedenken ist: Geht die Alte Akademie als Volleigentum auf den Markt, würde sich der Kaufpreis wohl um 30 bis 40 Millionen Euro erhöhen. Der Pacht-Poker geht weiter.

