Wahlveranstaltung

Bürgermeisterkandidat Simon Sörgel: Pähl soll „ nicht germeringisiert“ werden

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Bürgermeisterkandidat Simon Sörgel erwartet eine baldige Aufhebung der Sperrung der Pähler Schlucht.
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Als Mitarbeiter einer Ombudsstelle sei er Profi in Sachen Konfliktbewältigung und traue sich zu, die zum Teil verhärteten Fronten im Pähler Gemeinderat zu befrieden und wieder zur Sachpolitik zurückzukehren. Selbstsicher und optimistisch gab sich Simon Sörgel bei seiner 3. Wahlveranstaltung im Pfarr- und Gemeindezentrum.

Pähl – Rund 80 Besucher waren ins PGZ gekommen. Sie wollten sich ein Bild davon machen, ob „neue Besen wirklich gut kehren, obwohl alte wie Gegenkandidat Alexander Zink die Ecken besser kennen.“ In Sörgel (35) als immer schon kommunalpolitisch interessiertem Pähler sei schon länger der Entschluss gereift, sich aktiv einzubringen. Nach den Rücktritt vor dem Amtsantritt des Grünbauer-Bezwingers Marius Bleek habe er die Chance ergriffen. Er gründete die Wählergruppe „Pähl in Gemeinschaft“ und stellt sich jetzt zur Wahl als neuer Rathaus-Chef. Sollte es diesmal noch nicht klappen, will der Sozialpädagoge in zweieinhalb Jahren als parteiloser Kandidat nochmals antreten. Da Pähl vor vielen bereits beschlossenen, aber noch nicht angepackten Aufgaben stehe, sehe er sich langfristig als hauptberuflichen Bürgermeister.

In den eventuell vor ihm liegenden zweieinhalb Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister könnten nicht alle Projekte final verwirklicht werden. Aber als Schwerpunkte werde er die Schulerweiterung, die Kinderbetreuung, die Tagespflege und die Rathaussanierung angehen. Die Entwicklung des Baugebiets Kapellenfeld müsse vorangehen, um besonders für einheimische Familien bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dabei sei zu beachten, „dass Pähl nicht germeringisiert und damit ein Vorort von München“ werde. Auch für eine maßvolle Entwicklung des Gewerbegebiets will sich Sörgel stark machen, „damit Pähl als Standort attraktiv bleibt“. Bei all diesen Aktivitäten werde Sörgel auf Transparenz und Kommunikation mit dem Gemeinderat und den Bürgern großen Wert legen.

Schließung der Pähler Schlucht sei unverständlich

Dass die Pähler Schlucht, früher ein beliebtes Ausflugsziel, immer noch geschlossen ist, sei für viele Bürger und Ausflügler unverständlich. Man erwarte bald eine Aufhebung der Sperre, wobei man das Haftungsrisiko für die Gemeinde natürlich ausschließen müsse. Ebenso fehlt den Pählern eine Begründung, warum auf dem Erbpacht-Filetgrundstück im Bade- und Erholungsgebiet Aidenried immer noch keine Gaststätte gebaut wurde. „Das ganze hat doch ein Gschmäckle“ vermutete ein Besucher, der dort endlich sein Weißbier trinken will.

Auch beim Fortgang des Dauerthemas „Fahrradweg Fischen-Dießen“ warte man auf einen aktuellen Sachstand aus dem Rathaus. Beim Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung auf innerorts Tempo 30 habe die Kommune bei Bundes- und Kreisstraßen leider keine Entscheidungsfreiheit, so Sörgel. Da helfe nur Blitzen, wobei sich die Gemeinde dem „Zweckverband Kommunale Dienste Oberland“ anschließen müsste.

Von „grüner Verbotspolitik“ hält Sörgel nichts

Auch zu Privatem musste Sörgel Auskunft geben: Er sei frisch mit Pia verheiratet und wohne noch in seinem Elternhaus in Fischen. Das werde bald einem Neubau weichen, weil sich eine Sanierung nicht rechnet. Das Paar hat Hühner, acht Bienenvölker und einen „Alles-Drin-Hund“ aus Griechenland. Bundespolitisch sei er aktuell von keiner Partei so richtig überzeugt, wobei er sich von allem Radikalen distanziert. Die „grüne Verbotspolitik“ findet er nicht gut, obwohl ein paar „interessante Lösungsansätze“ dabei seien. Viel Beifall gab es bei Sörgels Schlusswort: „Ich möchte in zehn Jahren ein glücklicher und zufriedener Bürgermeister der prosperierenden Gemeinde Pähl sein“, schloss er.

Auch Sörgels Gegenkandidat Alexander Zink präsentierte sich den Bürgern von Pähl.

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