VonDieter Roettigschließen
Aus Verantwortung der Gemeinde gegenüber habe sich Alexander Zink entschlossen, nochmals „in den Ring zurückzukehren“ und als Bürgermeister-Kandidat anzutreten. Obwohl er sich nach 18 Jahren im Ratsgremium und davon neun Jahre als Vize-Bürgermeister schon aus der aktiven Kommunalpolitik zurückgezogen hatte.
Pähl – Viele Bürger hätten ihn zu einem Comeback ermutigt. Auf der für die Kandidatur notwendigen Unterstützerliste habe er mit 118 Unterschriften fast das Doppelte der nötigen Anzahl bekommen. So Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (54) bei seiner einzigen Wahlveranstaltung im bestens besuchten Pfarr- und Gemeindezentrum PGZ. Er trug dabei symbolisch das 2011er Fantrikot des „Jahrhundertspiels“ TSV Pähl gegen den FC Bayern (22:1) mit Thomas Müller, der einst von hier aus seine Weltkarriere gestartet hatte. 80 000 Euro für den Turnhallenneubau habe man eingenommen. Damals hätten die Pähler und Fischener als Dorfgemeinschaft und im Ratsgremium noch zusammengehalten und bestens funktioniert. Das müsse laut Zink wieder so werden: „Schluss mit den Querelen und Rückkehr zur Sachpolitik!“
Neubaugebiet möchte Zink ungern weiterverfolgen
Seinem Programm stellte er als Pähl-Kenner ein Helmut Kohl-Zitat voran: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“ Darum werde es aus Respekt vor dem Bürgerentscheid keinen Rathausneubau für sechs Millionen Euro auf der grünen Wiese geben. Das Rathaus müsse im Zentrum bei Schule und Kirche bleiben. „Damit es der Bürgermeister nicht so weit zum Beichtstuhl hat“, fügte er schelmisch hinzu. Wie es mit dem Rathaus weitergehe, müsse mit Fachplanern geklärt werden: Sanierung des jetzigen Gebäudes oder Abriss und Neubau an gleicher Stelle bzw. um die Ecke. Für die Schule dagegen müssten schnell die notwendigen Kapazitäten geschaffen werden. Obwohl er nicht an die für 2026 festgelegte Ganztagsbetreuung glaube, da Lehrer und Betreuer fehlen. Den baldigen Neubau eines erweiterten Kindergartens in Mitterfischen wolle er sobald wie möglich umsetzen. Die bereits sehr konkret angedachte Tagespflege für ältere Mitbürger dürfe die Gemeinde keinesfalls selbst betreiben, sondern einem erfahrenen Betreiber überlassen.
Das Neubaugebiet Kapellenfeld inklusive Einheimischenmodell mit 77 Neubauten würde er ungern weiterverfolgen, da es hier noch viele Unsicherheiten gebe. Er halte nichts von weiteren Baulandausweisungen sondern bevorzuge eine sinnvolle innerörtliche Verdichtung. Wobei er hier – wie von einem Besucher angeregt – den gemeindlichen Bau von günstigen Mietwohnungen skeptisch sehe. Wie angeblich im Fall Utting gebe es bei der Zuteilung garantiert Unfrieden unter den Bewerbern. Von der Gründung eines Kommunalunternehmens für derartige Projekte rate er deshalb ab. Auch eine Erweiterung des Gewerbegebiets sieht Zink kritisch, „da die Goldgräberstimmung vorbei ist“. Zudem müsste ein Großteil der Gewerbesteuereinnahmen als Keisumlage an den Landkreis abgeführt werden.
„Geordnete Strandbar“ am Bade- und Erholungsgelände Aidenried
Bei der seit Jahren vom Grundstückspächter zugesagten aber nicht gebauten Gastwirtschaft am Bade- und Erholungsgelände Aidenried wolle er den Heimfall der Erbpacht einfordern. Dann könne er sich sehr zeitnah eine „geordnete Strandbar“ vorstellen. Auch beim dringend geforderten Radweg von Fischen nach Dießen werde er immer wieder nachhaken. Da er die Pähler Verhältnisse und den Stand der kommunalen Planungen bestens kenne, brauche er keine Zeit zur Einarbeitung und könne sofort loslegen. Was als kleiner Seitenhieb auf seinen Mitbewerber Simon Sörgel gedacht war, der als unvoreingenommener aber ambitionierter Newcomer durchaus Chancen hat.
Auch Zinks Gegenkandidat Simon Sörgel präsentierte sich den Bürgern von Pähl.
