VonGerti Reichlschließen
Alex Birkenstock will ein 51 Meter langes Einfamilienhaus und eine zweistöckige Tiefgarage am See bauen. Die Stadt genehmigt eine Anfrage.
Tegernsee – Hinter einer markanten Betonmauer und zwischen hohen alten Bäumen und direkt am Seeufer will Alex Birkenstock aus dem gleichnamigen Pantoffel-Imperium ein riesiges Bauvorhaben realisieren. Im Dezember vergangenen Jahres lag schon einmal ein Vorbescheidsantrag auf dem Tisch. Diesmal musste sich der Tegernseer Bauausschuss erneut mit einem Antrag befassen.
Auf eine Länge von etwa 51 Metern würde es der gesamte Gebäude-Komplex bringen, der aus zwei Einzelbauten und einem Verbindungsbau besteht. Eine bestehende Garage mit einem darüber liegenden Appartement müsste abgebrochen werden, an deren Stelle soll ein neues Gebäude entstehen. Auch möchte der Antragsteller eine Tiefgarage mit zwei Ebenen und 20 Stellplätzen bauen, erschlossen durch einen Autolift. Der Antragsteller wollte nun wissen, ob dies alles so realisierbar wäre.
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Grundsätzlich, erklärte Stephan Herbst vom Bauamt, sei die Bebauung des Grundstücks möglich. Er machte deutlich, dass es sich um ein Einfamilienhaus handeln würde. Allerdings liege die Fläche zu drei Vierteln im Überschwemmungsgebiet des Tegernsees. Entgegen der ersten Planung sei der Gebäude-Komplex um etwa drei Meter kürzer als im ersten Antrag.
Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), der die geplante Bebauung bereits in der ersten Diskussionsrunde kritisiert hatte („eine kleine Stadt am See“), war auch diesmal nicht begeistert, vor allem wegen der Optik. Denn an einem Gebäudeteil ist mittig eine Glasfront geplant, die die Fassade unterbricht.
Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) fand konkrete Worte der Kritik: „Das übersteigt meine Vorstellung für ein Einfamilienhaus deutlich“, sagte die Stadträtin und fügte hinzu: „Gigantismus lässt grüßen.“
Rudolf Gritsch (CSU) wollte wissen, ob die 20 Plätze in der Tiefgarage eine Forderung der Stadt seien, schließlich sei so ein unterirdischer oder auch „unterseeischer“ Bau „nicht unaufwendig“. Dies sei aber nicht der Fall, betonte Bauamtsleiterin Bettina Koch. Gritsch fand auch, dass die bis zum Dach durchgezogene Glasfront einen „krassen Bruch“ in der Fassade darstelle. „Das sollte man überdenken.“ SPD-Sprecher Thomas Mandl kritisierte ebenso den unsymmetrischen Bau. Andreas Köstler (FWG) war wichtig, dass der Baustellenverkehr zu keinen Behinderungen für den Verkehr auf der B 307 führen dürfe. Auch die Radlspur, so Gritsch, müsse frei bleiben.
Weil es planungsrechtlich keinen Grund zur Ablehnung gab und auch das benachbarte Bastenhaus mit seinem Anbau eine beachtliche Länge aufweise, befürwortete der Bauausschuss die Anfrage mit einer Gegenstimme. Allerdings wurde klar festgehalten, dass sich das geplante Glas-Element nicht in die Optik einfügen würde.
gr
