Marktplatz in Miesbach

Parken am Marktplatz: Geschäftsleute gegen Ein-Stunden-Regelung

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Umstellungsfähig? Ob die geplante Begrenzung der Parkdauer am Miesbacher Marktplatz auf eine Stunde überhaupt möglich ist, soll nun die Verwaltung prüfen.

Die Parksituation am Marktplatz ist und bleibt ein Sorgenkind der Stadt Miesbach. Jetzt soll die maximale Parkzeit auf eine Stunde begrenzt werden. Für den Markt-Donnerstag gibt es derweil noch keine Lösung, die alle zufriedenstellt.

+++ Update: Die Ein-Stunden-Regelung stößt bein den Geschäftsleuten am Marktplatz auf strikte Ablehnung. Das Kundenverhalten verlange eine längere Parkzeit, heißt es. Die Ladeninhaber hatten sich am Dienstag zu einem Stammtisch getroffen und diskutiert. „Die Meinung war sehr klar“, sagt Florian Brunner, Vorsitzender der Gemeinschaftswerbung Miesbach. Da im Stadtrats-Beschluss ein Abstimmung mit der GWM vorgesehen ist, wird es vorläufig wohl nichts mit der Begrenzung auf eine Stunde.

Miesbach – Seit der Umgestaltung des Marktplatzes und der Neuformierung der Stände am Wochenmarkt ist viel Kritik auf die Stadt und den Arbeitskreis (AK) Marktplatz eingeprasselt. Auf letzteren völlig zu Unrecht, wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) jetzt im Stadtrat betonte. Was die Parksituation beim Grünen Markt und die Anordnung der Fieranten betrifft, sei einzig und allein die Stadt und ihr Ordnungsamt zuständig. Und letzteres müsse auf die Sicherheit achten – vor allem die Rettungswege. Das habe wiederholt auch der Kommandant der Feuerwehr, Walter Fraunhofer, angemahnt. Dem sei nun Rechnung getragen. Am Sicherheitskonzept gebe es – auch aus Haftungsgründen – nichts zu rütteln, bekräftigte Pongratz.

Dennoch habe die Stadt zuletzt versucht, wenigstens ein paar Parkplätze mehr zu öffnen. Nämlich vor dem Buch am Markt und gegenüber. Das Ergebnis des Versuchs war ziemlich verheerend. Pongratz hatte sich mehrfach ein Bild von der Lage gemacht. Neben Schwierigkeiten beim Rangieren erkannte sie auch eine Reihe von Parkflegeln, die ihre Wagen kurzerhand vor die Absperrung stellten – mitten auf die Straße und damit mitten auf den Rettungsweg. Dennoch will die Stadt in den nächsten Wochen das Modell weiterhin erproben und die Situation überwachen. Der Stadtrat stimmte dem mehrheitlich zu. Ungeklärt bleibt in diesem Modell, wo etwa Post-Lkw und andere Lieferanten zum Be- und Entladen vernünftigerweise halten können. Unangetastet bleibt die Sperrung der Parkplätze am Himmisepp, die am Markttag den Fieranten vorbehalten bleiben.

Die Problematik ist bekannt: Viele Marktgänger beschweren sich über die weiten Wege, die sie – teils schwer bepackt – zu ihren Autos zurücklegen müssen. Zum Habererplatz geht es zudem tüchtig bergauf. Man werde die Lage weiter beobachten und immer wieder versuchen, an kleinen Stellschrauben zu drehen, hieß es im Stadtrat. Erhard Pohl (CSU) prophezeite: „Da werden wir noch oft drüber reden.“ Aufs Tableau gebracht hatte das Thema auch der AK Marktplatz. Er hatte einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der die Öffnung von ein paar Parkplätzen am Himmisepp zum Inhalt hatte. Dies scheiterte am Sicherheitskonzept. Rettungswege müssten nun mal zwingend freigehalten werden.

Die Situation wurde schon Anfang August diskutiert.

Das zweite Anliegen des Arbeitskreises: Kurzzeitparkplätze auf dem Marktplatz. Das zugrunde liegende Ärgernis: Trotz Parkzeitbegrenzung auf zweieinhalb Stunden stehen genügend Autos den ganzen Tag über auf dem Marktplatz. Die Eigentümer holen sich einfach einen neuen Parkschein. Und seit die Fahrwege auf dem Areal enger sind, ist es auch nicht möglich, mal kurz anzuhalten und sich eine Wurstsemmel zu holen, ohne gleich den ganzen Verkehr aufzuhalten.

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Für solche Fälle wollte der AK eine Haltemöglichkeit schaffen. Sonst, so die Furcht, wandert diese Kundschaft in Supermärkte ab. Letztlich folgte der Stadtrat dem Vorschlag Franz Mayers (CSU), auf dem ganzen Marktplatz nicht mehr als eine Stunde Parken zuzulassen. Damit hofft man, Dauerparker zu vergrämen und einen ständigen Wechsel befeuern zu können. Gut für die Geschäftsinhaber.

So schnell wird das aber nicht gehen. Zum einen wird auf Insistieren von Markus Seemüller (FW) erst noch die Gemeinschaftswerbung Miesbach befragt. Die hat sich erst gestern Abend mit Ladeninhabern zusammengesetzt. Zum anderen muss die Verwaltung erst prüfen, ob sich mit den Parkautomaten unterschiedliche Zonen überhaupt verwirklichen lassen.

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