Moderne Technik für Habererplatz & Co.

Parktickets per ParkNow-App bald auch in Miesbach möglich

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Abschied vom Parkautomaten: Per App auf dem Handy lässt sich das Parkticket starten und bis zur Höchstdauer verlängern. In Miesbach – hier der Habererplatz – soll dieser Service ebenfalls eingeführt werden.
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Wenn man schon fürs Parken bezahlen muss, dann bitte bequem übers Handy. Wie das auch in Miesbach geht, hat die Firma ParkNow nun dem Stadtrat vorgestellt.

Miesbach – Damit eine Idee erfolgreich ist, muss sie möglichst viele überzeugen. Das gilt auch für die aufstrebenden Park-Apps. Die Idee ist simpel: Wer auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz sein Auto abstellen will, muss nicht mehr Kleingeld zusammensuchen, zum Automaten und dann wieder zurückgehen, sondern kann alles über eine App auf dem Handy erledigen. Dem Anbieter ParkNow ist dabei ein guter Deal gelungen: Mit dem Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland – früher: Kommunale Verkehrssicherheit Oberland – wurde ein Rahmenvertrag abgeschlossen. Nun können die Mitgliedskommunen die die App für ihre Parkraumbewirtschaftung einsetzen – als einheitliches System.

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Im Miesbacher Stadtrat kam dieser Service gut an. ParkNow-Vertreter Jens Weißer stellte die technischen Möglichkeiten vor und beeindruckte damit die Runde. 25 Cent kostet ein online gelöstes Parkticket. Vielparker können auch eine Monatspauschale zahlen. Abgerechnet wird via Kreditkarte, Einzugsermächtigung oder Pay-Pal, oder einfach per Handy-Telefonrechnung. Sogar im gebührenfreien Parkscheibenbereich sei die App einsetzbar, sagte Weißer. Es werde minutengenau abgerechnet, und die 25 Cent würden nur fällig, wenn eine Parkgebühr berechnet wird. Das Runterladen der App sei gratis. Mittlerweile sei die mit BMW verbandelte ParkNow in etwa 100 Städten verfügbar.

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Die Stadträte checkten umgehend, ob die Miesbacher Besonderheiten mit der App berücksichtigt werden können – sie können, versicherte Weißer: „Das kann man alles konfigurieren.“ Damit wäre das Mitnehmen eines Parktickets zum nächsten Parkplatz wie bisher möglich, während das erneute Starten des Gratis-Parkens mit einer Zeitbarriere blockiert werden kann. Dass der Zweckverband für die Parkplatzkontrolle zuständig ist, erleichtere den Einstieg.

Auf der Hand liegt aber, dass sich dieser Online-Service allein über 25 Cent pro Parkvorgang nicht finanzieren lässt. Die Stadt muss sich an der Finanzierung beteiligen. Zu welchen Bedingungen, das wurde mit dem Hinweis auf Vertragsinhalte hinter verschlossenen Türen besprochen. Wie Bauamtsleiter Lutz Breitwieser auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, habe sich der Stadtrat in der nichtöffentlichen Sitzung für den Einstieg in das App-Programm ausgesprochen. Und zwar sowohl für seine bewirtschafteten Bereiche wie den Marktplatz und den Habererplatz als auch für seine Zonen, bei denen Parkscheibenpflicht besteht. Einen zeitlichen Fahrplan gibt es laut Breitwieser nicht. Zunächst müsse die Stadt mit ParkNow den Vertrag schließen, dann müsse das System mit entsprechenden parkspezifischen Daten der Stadt versorgt werden. Wie lange das dauert, sei derzeit offen.

ddy

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Das Zitat zum Thema

„Ich habe auch schon nette Begegnungen am Parkscheinautomaten gehabt.“

Miesbachs Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) ist kein Befürworter der neuen Park-App.

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