Peitinger Eis aus dem Automaten

Nach Eiscafé-Aus: Ehemalige Pinocchio-Pächter melden sich mit neuer Geschäftsidee zurück

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Die Eisproduktion läuft bereits: Giulio und Nina De Filippo bleiben Peiting als Eismacher treu und setzen für den Verkauf künftig auf Automaten.
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Vom Peitinger Eiscafé Pinocchio mussten sich Nina und Giulio De Filippo Ende 2022 nach fast zehn Jahren verabschieden – eine Nachricht, die in der Marktgemeinde für viel Bestürzung sorgte. Jetzt melden sich die Beiden mit einem neuen Eisgeschäft zurück.

Peiting – Es war Ende vergangenen Jahres, als die bis dahin heile Welt von Nina und Giulio De Filippo ein Stück weit aus den Fugen geriet. Nach fast zehn Jahren als Pächter der Peitinger Eisdiele Pinocchio hieß es, Abschied zu nehmen. Der Pachtvertrag war nicht mehr verlängert worden. Aus der Traum, Ende, finito.

Es ist damals ein Schock, nicht nur für die De Filippos, sondern auch für die Peitinger gewesen. Die Anteilnahme ist groß, als sich die Familie mit einem emotionalen Brief im Schaufenster verabschiedet und sich für die Unterstützung in den vergangenen Jahren bedankt.

Schon damals ließen Nina und Giulio De Filippo keinen Zweifel daran, dass sie am liebsten in der Marktgemeinde bleiben würden, die ihnen in der Zeit ans Herz gewachsen war. Nun sieht alles danach aus, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. Und daran haben auch die Peitinger ihren Anteil.

Eisproduktion läuft in neuen Geschäftsräumen bereits

Als feststand, dass die Familie mit den beiden Kindern ihr Domizil oberhalb der Eisdiele räumen muss, „ist uns gleich eine Wohnung angeboten worden“, sagt Nina De Filippo. Auch beim Umzug der vielen Gerätschaften packten zahlreiche Hände an. „Wir haben super viel Hilfe bekommen.“

In den vergangenen Wochen nahm schließlich die berufliche Zukunft Gestalt an. Die De Filippos machten sich auf der Suche nach einem geeigneten Ort zur Eisproduktion. Fündig wurden sie im Gewerbegebiet an der Ammergauer Straße neben dem Aldi. Dort hat Giulio De Filippo seit Anfang März sein kleines Gelato-Reich eingerichtet. Am Schaufenster prangt bereits das Logo „Guilio’s Gelato“. Eismaschine, Schockfroster und Kühlhaus sind schon an ihrem Platz. Am vergangenen Freitag gab die Lebensmittelüberwachung grünes Licht. Seitdem ist der Eismacher wieder in seinem Element. „Die ersten Sorten sind bereits fertig“, verrät er stolz.

Verkauf per Eisautomat

Direkt vor Ort kaufen wird man das Eis allerdings nicht können. Für den Vertrieb setzt die Familie auf Eisautomaten, die an verschiedenen Stellen in der Region aufgestellt werden sollen. Erste Standorte hat das Ehepaar in den vergangenen Wochen bereits ausgelotet. In Peiting steht schon ein Automat am Gasthof Keppeler, der demnächst zur „Pflanzeria“ umziehen wird. Auch in Altenstadt (Metzgerei Filser), Burggen und Hohenpeißenberg sollen Eisgenießer bald in den Genuss von Gelato made in Peiting kommen. 14 Sorten inklusive Spaghetti-Eis wolle man so anbieten.

Das Konzept ist nicht neu, auch andere Anbieter im Landkreis setzen auf selbstgemachtes Eis aus dem Automaten. „Natürlich hoffen, wir dass es angenommen wird“, sagt Nina De Filippo. „Aber wir sind voller Zuversicht, das war zuletzt nicht immer so.“ Und wer weiß, vielleicht ist die neue Geschäftsidee auch nur eine Zwischenstation, denn den Traum von einer eigenen Eisdiele wollen die De Filippos nicht gänzlich ad acta legen.

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