Hilfs-Aktion gestartet

„GemeindeGutscheine“ sollen Peitings Geschäfte in der Corona-Krise helfen

+
Peitings scheidender Bürgermeister Michael Asam (re.) und sein Nachfolger Peter Ostenrieder mit einer übergroßen Form des neuen „GemeindeGutscheins“.
  • schließen

Kaum Kunden, wenig Umsatz, laufende Kosten: Auch die Peitinger Ladengeschäfte und Gaststätten kämpfen wegen der Corona-Krise ums Überleben. Um ihnen unter die Arme zu greifen, können Bürger seit kurzem auf der Homepage des Marktes unkompliziert „GemeindeGutscheine“ erwerben.

Peiting – Die Idee zur Online-Plattform hatte der designierte Bürgermeister Peter Ostenrieder, der damit beim Nochamtsinhaber Michael Asam offene Türen einrannte. „Wir können keine Kredite oder finanziellen Hilfen geben, aber wir können unterstützend eingreifen, um die so immensen Umsatzausfälle etwas abzumildern“, erklärt Ostenrieder.

Das ganze funktioniert so: Auf der Internetseite www.gemeindegutschein.de können online Gutscheine im Wert von 20, 50 oder 100 Euro erworben werden, die jeweils für das ausgewählte Geschäft oder Restaurant gültig sind. Bezahlt wird direkt online per Kreditkarte, Giropay oder Vorkasse per Überweisung. Dafür wurde eigens ein Online-Bezahlsystem für die Gemeinde eingerichtet. „Im Anschluss erhält der Käufer die gewünschten Gutscheine zugesendet und dem entsprechenden Betrieb wird der Betrag in voller Höhe auf das vorher bei der Gemeinde hinterlegte Konto gutgeschrieben“, erläutert Ostenrieder. Die für die Abwicklung entstehenden Kosten übernimmt während der aktuellen Krisensituation der Markt Peiting im Zuge der Wirtschaftsförderung. „So erreicht man trotz schwieriger Zeit eine Win-Win-Situation für jeden.“

Natürlich funktioniert das ganze nur, wenn möglichst viele mitmachen. Asam und Ostenrieder bauen deshalb auf die Menschen in Peiting und der Region. „Wer jetzt schon weiß, dass er im Laufe des Jahres noch Umsatz in einem bestimmten Geschäft machen wird, oder aber eine Familien- oder Vereinsfeier in einem bestimmten Lokal ausrichten wird, der sollte diesen Umsatz gleich jetzt online generieren und damit richtig helfen.“ Der Markt Peiting könne dabei nur die Plattform bieten, um diesen Umsatz jetzt in die schwierige Zeit vorzuziehen, betont Ostenrieder.

Viele Unternehmen sind bereits dabei

Zum Start der Online-Plattform am vergangenen Donnerstag standen bereits 15 Peitinger Unternehmen zur Auswahl, von der Busfirma übers Beautystudio und die Reinigung bis zum Restaurant. Asam und Ostenrieder gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten Tagen noch deutlich steigen wird. Man habe alle Ladeninhaber und Gastronomen im Ort angeschrieben und über die Aktion informiert. 

„Das ist eine tolle Geschichte“, freut sich Monika Pummer. Die Betreiberin des Gasthofs Dragoner und der Bar Xaver war eine der ersten, die ihre Teilnahme zusagten. Gerade in der Gastronomie sei man besonders hart getroffen. „Wir sind die ersten, die zumachen mussten, und werden die letzten sein, die aufmachen dürfen.“ Zwar verkaufe man Essen zum Mitnehmen, in der Bar biete sie Tasting-Abende per Videoübertragung an, die gut angenommen würden. Aber das sei bei einem Umsatzverlust von über 90 Prozent nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Das Geld, das über die Gutscheine hereinkommt, können wir gut gebrauchen.“

Resonanz auf Hilfsaktion ist groß

Bei aller Euphorie wichtig zu wissen: Die Gemeinde tritt nur als Vermittler auf. Geht das Geschäft, für das man den Gutschein gekauft hat, in der Krise pleite, ist das Geld wohl verloren. „Aber das ist auch so, wenn man einen Gutschein direkt im Geschäft kauft“, sagt Ostenrieder.

Die Peitinger scheint das nicht zu schrecken. Die Resonanz auf die Hilfsaktion der Gemeinde ist jedenfalls groß. Schon in den ersten Tagen sei eine vierstellige Summe zusammengekommen, berichtet Ostenrieder zufrieden. In der Krise steht man in der Marktgemeinde eben zusammen.

Lesen Sie auch: 

Alles Schrott? Oder Abfall? Das ist Definitionssache. Fest steht: Einmal mehr haben abgemeldete alte Autos auf einem Grundstück neben der Peitinger Kleingartenanlage den Peitinger Gemeinderat beschäftigt. Eine Lösung ist indes nicht in Sicht.

Schizophrener steckt sein Bett in Brand - Vor Gericht geht‘s aber nicht um eine Strafe

Kommentare