VonChristoph Petersschließen
Noch kriechen die Daten in manchen Teilen der Gemeinde Peiting nur im Schneckentempo durch die Leitung. Doch Besserung ist endlich in Sicht: Die Gemeinde hat jetzt mit der Telekom einen Breitbandausbauvertrag geschlossen. Mit dem Anschluss von 350 Gebäuden ans Glasfasernetz sollen die letzten weißen Flecken geschlossen werden.
Peiting – Schon vor einem Jahr hatte der Gemeinderat grünes Licht für den Ausbau durch die Telekom gegeben, die sich als einziges Unternehmen auf die Ausschreibung beworben hatte. Profitieren sollen diesmal die Weiler und Ortsteile im Außenbereich der Gemeinde, die bislang beim erfolgten Ausbau des schnellen Internets außen vor gewesen waren. Dazu zählen Finsterau, Grub, Höfle, Kreut, Kurzenried, Lamprecht, Moosegg, Niederwies, Odi, Ödenhof, Ramsau, Sedlhof, Winterleiten und Deutenried. Aber auch in Birkland und Peiting selbst rollen die Bagger, vornehmlich an Ortsrandlagen wie der Lexe.
Dass Bürgermeister Michael Asam erst jetzt den entsprechenden Vertrag im Rathaus unterzeichnen konnte, hängt auch mit dem komplizierten und komplexen Verfahren des Bundesförderprogramms zusammen. Für dieses hatte sich die Gemeinde bereits 2016 beworben und auch den entsprechenden Förderbescheid erhalten. Weil sich die darin angenommenen Beträge nach Sichtung des Telekom-Angebots allerdings als deutlich zu gering erwiesen, musste noch einmal aufwändig nachverhandelt werden.
1,2 Millionen Euro aus Gemeindemitteln
Rund vier Millionen Euro beträgt die sogenannte Deckungslücke, die die Gemeinde schließen muss, damit die Telekom den ansonsten für sie unwirtschaftlichen Ausbau überhaupt angeht. 2,8 Millionen Euro übernehmen Bund und Freistaat, sodass für den Markt Peiting unterm Strich 1,2 Millionen Euro aus eigenen Mitteln zu stemmen sind.
Die Fördersumme sei natürlich „höchst erfreulich“, sagte Bürgermeister Michael Asam bei der Unterzeichnung des Vertrags. Das Geld in diesem Fall gut investiert. „Für die Bürger ist das eine tolle Geschichte.“ Und nicht nur für die. Denn besonders freut den Rathauschef, dass bei dem Ausbau auch die Peitinger Gewerbegebiete ans schnelle Internet angebunden werden. Gerade die Betriebe seien in der heutigen Zeit auf gute Datenleitungen angewiesen, betonte Asam.
Glasfaser kostenlos bis ins Haus
Versorgt werden alle betroffenen Haushalte direkt mit Glasfaser bis ins Haus, was Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen und 500 Mbit/s beim Hochladen ermöglicht. Kosten kommen auf die Hausbesitzer keine zu. „Der Hausanschluss ist kostenlos“, sagte Ralf Niepel, Regionalmanager der Deutschen Telekom. Allerdings brauche sein Unternehmen die Einverständnis der Eigentümer. Man werde deshalb zeitnah auf diese zugehen, sobald die Gemeinde die entsprechenden Kontaktdaten weitergegeben habe.
Bis die Bagger tatsächlich rollen, wird es jedoch noch eine Weile dauern. Bei der Telekom rechnet man mit einem Baustart 2021, abgeschlossen sein soll die Maßnahme spätestens Ende 2022. Ob die Verlegung der über 75 Kilometer Kabel möglicherweise schneller vonstatten geht, hängt auch davon ab, ob die Gemeinde andere Verlegungstechniken als den herkömmlichen Tiefbau zulässt. In Frage käme neben dem Einpflügen des Kabels neben der Straße, etwa die Verlegung per Fräsverfahren in der Fahrbahn, erklärte Klaus Strauß von der Telekom. Man werde dies prüfen, versprach Asam.
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