VonChristoph Petersschließen
Der Entwurf für das neue Baugebiet an der Drosselstraße in Peiting nimmt Formen an. Weil der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum groß ist, sollen auf dem Areal neben Einzel- und Doppelhäusern auch zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.
Peiting – Im Dezember hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan für das neue Baugebiet zwischen Drosselstraße und Starenweg auf den Weg gebracht. Damals regte Herbert Salzmann (SPD) an, auf der rund 14 000 Quadratmeter umfassenden Fläche auch Raum für Mehrparteienhäuser vorzusehen. Unterstützung bekam er vom Grünen-Rat Thomas Elste, Bürgermeister Michael Asam sicherte zu, dass man darüber im weiteren Verlauf der Planung reden würde.
Am vergangenen Dienstag war es nun soweit. Marktbaumeister Fabian Kreitl stellte dem wegen der Corona-Krise in kleiner Runde tagenden Ferienausschuss des Gemeinderats in der Schloßberghalle das mittlerweile vorliegende städtebauliche Entwurfskonzept vor. Drei mögliche Vari-anten, wie eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern auf den gemeindlichen Flurstücken entlang des Starenwegs aussehen könnte, hatten die Planer erarbeitet.
Die erste sah einen großen dreigeschossigen Wohnblock mit 18 Wohnungen vor. Mit Blick auf die geplanten Einzel- und Doppelhäuser hielt Kreitl den Baukörper allerdings für zu wuchtig, auch gefiel dem Marktbaumeister der dazu gehörende Garagenhof nicht. Eine Tiefgarage sei hier deutlich passender.
Diese brachte Variante drei zwar mit, und statt eines Wohnblocks hatten die Planer auch drei einzelne Gebäude vorgesehen. Doch das wiederum war in den Augen des Marktbaumeisters zu „kleinteilig“, die Proportionen der Häuser passten nicht.
Zwei Gebäude mit je neun Wohnungen
Kreitls Favorit war deshalb Variante zwei, die zwei Gebäude mit je neun Wohneinheiten vorsah. Die Tiefgarage böte in diesem Fall Platz für 17 Stellplätze, weitere 19 könnten oberirdisch entstehen. Kreitl plädierte zudem, statt drei Vollgeschossen mit einem flach geneigten Satteldach lieber eine 2+D-Bebauung samt Wiederkehr vorzugeben. „Das gibt ein homogeneres Bild.“
Auch im Gremium kam diese Variante am besten an. „Mit Wiederkehr ist das eine gefällige Gestaltung, das wirkt nicht so wuchtig“, befand Peter Ostenrieder (CSU). Irritiert zeigte sich Norbert Merk über die geplante Zahl an Tiefgaragenplätzen. „Wieso gibt es 17 Stellplätze, wenn wir 18 Wohnungen haben?“, fragte er. Ziel müsse es schon sein, dass jede Wohneinheit auch einen Tiefgaragenplatz habe. Das könne man natürlich vorgeben, antwortete Kreitl.
Wohnqualität versus Photovoltaik-Anlage
Wenn man auf das steilere Dach mit Wiederkehr gehe, sei aber eine Photovoltaik-Anlage nicht mehr möglich, gab Herbert Salzmann (SPD) zu bedenken. Tatsächlich ließen sich dann weniger Module unterbringen, räumte der Marktbaumeister ein. Angesichts der aktuellen Klimadiskussion müsse man sich entscheiden, wolle man mehr alternative Energien oder räume man dem städtebaulichen Charakter mehr Priorität ein, sagte Salzmann. „Da müssen wir drüber abstimmen“, forderte er. „Die Wohnqualität ist in meinen Augen wichtiger als ein paar Quadratmeter Photovoltaik-Fläche“, hielt allerdings Asam entgegen. Das sah offenbar auch die Mehrheit des Ferienausschusses so. Mit 7:2-Stimmen entschied man sich für die vom Marktbaumeister präferierte Variante, verbunden mit der Vorgabe, dass in der Tiefgarage 18 Stellplätze vorgesehen werden.
Eine wichtige Frage hatte zum Schluss noch Hermann Mödl zur Erschließung des neuen Wohngebiets. „Ist die Zuwegung allein über den Unterfeldweg geplant?“, wollte der BVP-Rat wissen. Der sei schließlich ziemlich schmal und nicht unbedingt dafür ausgelegt. Doch Kreitl konnte Mödl beruhigen. Geplant sei, den Verkehr vor allem über die Drosselstraße zur Schongauer Straße abzuwickeln.
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