Bürgerbeteiligung in Peiting

Radwege-Konzept fürs Ammer-Lech-Land: Viele Ideen in kleiner Runde

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Gruppenarbeit: Auch Peitings Kämmerer Christian Hollrieder, Hermann Mödl (BVP) und Michael Deibler (CSU) brüteten konzentriert über den Plänen für ein künftiges Alltags-Radwegenetz im Ammer-Lech-Land.
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Die Kommunen Peiting, Schongau und Altenstadt wollen gemeinsam das Alltags-Radwegenetz im Ammer-Lech-Land verbessern. Bis Ende des Jahres soll das Konzept stehen. In Peiting waren jetzt die Bürger aufgefordert, ihre Sicht der Dinge einzubringen. Nur ein kleiner Kreis ergriff die Gelegenheit beim Schopf.

Peiting – Seit Anfang des Jahres nimmt das Aachener Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, das schon für den Landkreis am überörtlichen Alltags-Radwegenetz feilt, das Ammer-Lech-Land in gleicher Sache genau unter die Lupe. Die Arbeit der Experten lassen sich die drei Kommunen Peiting, Schongau und Altenstadt 30 000 Euro kosten. Einfließen in das Ergebnis sollen auch die Erfahrungen und Anregungen jener, die das Radwegenetz später einmal nutzen, weshalb die Marktgemeinde Peiting am Montagabend die Bürger in den Sparkassensaal eingeladen hatte. Die Beteiligung allerdings hielt sich in Grenzen, viele Plätze blieben leer. „Ich bin froh, dass zumindest einige gekommen sind, die sich für das Thema interessieren“, ließ sich Bürgermeister Michael Asam davon aber nicht entmutigen.

Für die knapp 30 erschienenen Besucher – darunter einige Gemeinderäte –ging es anschließend gleich zur Sache. Marktbaumeister Fabian Kreitl hatte große Pläne des Ammer-Lech-Lands auf den Tischen verteilt. Auf diesen sollten die Teilnehmer die Start- und Zielpunkte möglicher Radwegverbindungen einzeichnen. Wohngebiete, Einkaufsmärkte, Schulen, Betriebe: Schnell füllten sich die Karten mit Kreisen.

Die nächste Aufgabe lautete, die schnellsten Verbindungen zwischen den einzelnen Punkten zu markieren. Notiert werden sollte auch, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Schnell fielen an den Tischen die ersten Schwachstellen auf. Der Loamer Stichl sei ein Nadelöhr, der Weg dorthin vom Wohngebiet Lexe im schlechten Zustand. Auch eine Brücke über den Lech, über die Peitinger Radler direkt in die Schongauer Lechvorstadt kämen, tauchte in allen Gruppen als wichtiger Wunsch auf. „Das wäre ideal für Schulkinder, die mit dem Rad sicher zur Schule nach Schongau fahren könnten“, hielt auch der Marktbaumeister eine neue Flussquerung für wichtig. „Das ist aber sicher eine mittel- bis langfristige Maßnahme.“

Defizite sahen die Teilnehmer auch, was das Peitinger Ortszentrum betrifft. An der Oberen Straße radle man eher ungern, „leider haben wir dort beschränkte Platzverhältnisse“, sagte Kreitl. Überhaupt gebe es im gesamten Gemeindegebiet wegen der vorhandenen Straßenbreite kaum Möglichkeiten, von der Fahrbahn getrennte Radwege umzusetzen, die die sicherste Variante wären, wies der Marktbaumeister hin. An den Hauptverkehrsstraßen bliebe als Alternative ein Schutzstreifen, in Tempo 30-Zonen sei ein Mischverkehr ohnehin ohne weitere Maßnahmen zulässig. Wenn es um die Sicherheit gehe, müsse man auch über Einbahnstraßen nachdenken, ergänzte Asam.

Abstellanlagen sind Mangelware

Damit die Bürger künftig öfter vom Auto aufs Rad umsteigen, braucht es aber nicht nur ein funktionierendes Radwegenetz, sondern vor allem auch passende Abstellanlagen an den Zielpunkten. Das betreffe nicht nur für öffentliche Einrichtungen wie das Schwimmbad, sondern auch für Betriebe, betonte Kreitl. Diese sollen mit ins Boot geholt werden. Gleiches gelte für die Bahn – keine einfache Aufgabe, wie Asam aus leidvoller Erfahrung bestätigen konnte. „Wir müssen bei der Bahn betteln, damit wir bauen dürfen.“ Am Bahnhof Ost gehe wohl erst nach dem Bau des neuen Bahnsteigs 2021 etwas voran, am Halt Nord fehle für die Umsetzung noch ein Grundstück.

Die Teilnehmer entwickelten an diesem Abend auch Ideen, wie man den Peitingern das Fahrradfahren schmackhafter machen könnte. BVP-Gemeinderat Hermann Mödl schlug vor, ähnlich einer Mitfahrerbank über den Ort verteilt alte Räder bereitzustellen, die jeder kostenlos benutzen könne. 

Thomas Elste (Grüne) brachte Parkgebühren ins Spiel, um das Autofahren im Ort weniger attraktiv zu machen. Generell müsse man überlegen, weniger Parkplätze zu bauen, um die Bequemlichkeit zu reduzieren.

Sinnvoll wäre auch eine Verordnung, die bei künftigen Bauvorhaben nicht nur Stellplätze für Autos, sondern auch für Fahrräder vorschreibe, forderte Michael Deibler (CSU). „Die liegt bereits fertig auf meinem Schreibtisch“, entgegnete der Marktbaumeister. 

Die Möglichkeit, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter beim Kauf eines E-Bikes finanziell unterstützen, sprach Christian Lory (Unabhängige) an. Die Gemeinde könne da mit gutem Beispiel voran gehen. Man werde dies prüfen, versprach Asam.

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Sie sind auch in Peiting ein ständiges Ärgernis: Hundekotbeutel, die von den Besitzern der Vierbeiner nicht im Müll, sondern in der Landschaft entsorgt werden. Im Marktgemeinderat unterbreitete Landwirtin Pankratia Holl (CSU) jetzt einen Vorschlag, um der Unsitte entgegenzuwirken.

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