Neue Pläne der Abteilung

Spielen die Peitinger Stockschützen bald im Zelt statt in der Sporthalle?

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Damit die Peitinger Stockschützen in der Dreifachsporthalle einen Bundesliga-Wettkampf ausrichten können, muss erst einmal die Spezial-Bahn in mühsamer Handarbeit aufgebaut werden.
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Die Peitinger Stockschützen zählen zu den Besten ihres Sports. Doch um den Spielbetrieb in der Marktgemeinde langfristig aufrecht erhalten zu können, fehlt es an einer eigenen Halle. Weil deren Bau nicht zu stemmen ist, haben sich die Verantwortlichen einen Plan B überlegt. Vorbild ist die kleine Gemeinde Penzing bei Landsberg.

Peiting – In der Champions League läuft es derzeit für die Peitinger Stockschützen. Nach drei Spieltagen ist die Mannschaft in dem internationalen Wettbewerb noch ungeschlagen. Am 7. September können die Peitinger im letzten Gruppenspiel vor eigener Kulisse in der Dreifachturnhalle das Ticket fürs Finalturnier lösen.

So schön ein Heimwettkampf vor den eigenen Fans ist, für die Stockschützen bedeutet er auch – einen Haufen Arbeit. Denn um die Sporthalle in eine für den Stocksport taugliche Wettkampfstätte zu verwandeln, ist viel Vorbereitung nötig. „Wir beginnen drei Stunden vorher mit dem Aufbau der Bahn“, sagt Christian Lindner, Vorsitzender der Stockschützen beim TSV Peiting. Als erstes werden die 120 Quadratmeter mit Flies ausgelegt, anschließend wuchten die Helfer die jeweils ein Quadratmeter großen und 18 Kilogramm schweren Platten, aus denen der sogenannte „Like Ice“-Belag besteht, an ihre Position. „Das ist echt ein schweißtreibendes Unterfangen.“

Knappe Hallenzeiten sind ein Problem 

Doch der große Aufwand ist nicht das einzige Problem. Weil Hallenzeiten knapp seien, könne der Aufbau nicht schon am Tag vor dem Wettkampf erledigt werden, sagt Lindner. Das führte im vergangenen Jahr dazu, dass die Helfer am Tag des Champions League-Finales in eigener Halle um 5 Uhr morgens anrücken mussten, damit der Belag rechtzeitig zum Trainingsbeginn der Teams um 8 Uhr fertig war. Und auch die Halle für die Heimspieltage zu reservieren sei angesichts der vielen Veranstaltungen ein schwieriges Unterfangen, klagt Lindner. „Bislang hat es immer geklappt, aber es hat auch schon viele Diskussionen gegeben.“

Die Asphaltbahnen an der Zechenschenke sollen künftig auch als Wettkampfstätte für die Peitinger Stockschützen dienen. Dafür soll die Anlage umfangreich saniert werden.

Zuspitzen könnte sich die Situation im nächsten Jahr, wenn die zweite Mannschaft nach ihrem Aufstieg erstmals in der 2. Bundesliga antritt. Denn auch die spielt laut Lindner wie die 1. Liga nach dem Eins-gegen-Eins-Modus, was zusätzliche Hallenzeiten für die 2. Mannschaft nötig macht. Im schlimmsten Fall, sollte man einen Bundesliga-Spieltag mangels eigenem Austragungsort nicht ausrichten können, müssten die Peitinger laut Reglement ihr Heimspiel in die nächstgelegenen Asphalthalle verlegen – in Reutte. Für Lindner keine schöne Vorstellung. „Für ein Team, das zu den Top Drei der Welt gehört, wäre das schon sehr peinlich.“

Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen auf die Suche nach einer Alternative zur ausgebuchten Sporthalle gemacht. „Das Optimum wäre natürlich eine eigene Halle, aber da fangen wir bei 150 000 Euro an, das macht keinen Sinn“, sagt Lindner. Stattdessen wollen er und seine Mitstreiter nun eine Idee aufgreifen, die die Penzinger Stockschützen – neben den Peitingern laut Lindner der einzige Bundesligist ohne Halle – seit längerem erfolgreich praktizieren. Mit einem Zelt sollen die Trainingsbahnen an der Zechenschenke – das Gelände hat der Verein gepachtet – während der Spieltage wetterfest gemacht werden und so zur Wettkampfstätte werden. Die Kosten für das 32 mal zehn Meter große Zelt beziffert Lindner auf rund 26 000 Euro. Der Vorteil, wenn man es kaufe statt miete: „Der Verein kann das Zelt auch anderweitig nutzen, etwa für Feiern“, sagt Lindner.

Abteilung hofft auf finanzielle Unterstützung durch Gemeinde

Weil die drei 2003 errichteten Bahnen allerdings in die Jahre gekommen sind, müssten diese gleichzeitig auf Vordermann gebracht werden. „Der Plan ist, dass wir den Asphalt rausreißen, entsorgen, die Bahnen pflastern und die Beleuchtung erneuern“, erklärt der Vorsitzende, was noch einmal 30 000 Euro kosten dürfte. Viel Geld für die kleine Abteilung. „Wir haben zwar ein paar Eigenmittel, aber die reichen nicht aus.“ Der Vorsitzende hofft deshalb auf finanzielle Hilfe durch die Gemeinde. Auch der TSV habe bereits seine Unterstützung zugesagt, sagt Lindner. In der nächsten Gemeinderatssitzung Mitte September soll über einen Zuschuss beraten werden.

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