VonBarbara Schlotterer-Fuchsschließen
Na, wenn das mal hoffentlich keine hohen Wellen schlägt: Im Peitinger Wellenfreibad gibt es ein Leck. Die Suche nach der undichten Stelle gestaltet sich bislang kompliziert. Dass die Reparatur nicht ebenso kompliziert und kostspielig wird, hoffen indes die Verantwortlichen im Rathaus.
Peiting – Im Wasser des Wellenfreibads funkeln die letzten Sonnenstrahlen an diesem Spätherbsttag. Doch Wolken ziehen auf. Der Saisonabschluss vor rund drei Wochen war durchaus erfolgreich und dann das: „Wir haben festgestellt: Im Nichtschwimmerbecken fehlt Wasser“, erklärt Bademeister Thomas Bognar. Normalerweise bleibt der Wasserspiegel konstant, ist die Umwälzpumpe erstmal stillgelegt. „Wir haben gleich gesehen, dass was fehlt.“ An den Fliesenfugen. Und dann an der Farbmarkierung, die gesetzt wurde.
Immer mehr Wasser fehlt. Und das kann nicht nur an der Verdunstung liegen. Konkret sind es drei Zentimeter pro Tag, die der Wasserspiegel sinkt. Das sind immerhin 15 Kubikmeter in 24 Stunden. Also 15 000 Liter pro Tag. Das Leck suchen: „Das ist nicht einfach. So groß ist da Loch ja nicht“, erklärt Bernhard Ditschek vom Marktbauamt Peiting, der unter anderem für den Unterhalt des Wellenfreibads zuständig ist. Bademeister Bognar fügt hinzu: „Man sieht ja auch nichts. Keine Pfütze. Wir haben keine Anhaltspunkte.“
Ähnlich geht es dann – leider – auch der Fachfirma, die am Montag eine Kamerabefahrung in den Ab- und Zuleitungen des oberen Nichtschwimmerbeckens macht. Alle befahrenen Leitungen sind in einem einwandfreien Zustand. Jetzt wird es kompliziert. Denn zur Lecksuche geht es nun eine Etage tiefer. In den Keller. Ein Keller in einem Schwimmbecken? In Peiting gibt es das. Eine weitere Vermutung: Hier, in einer Art Katakombe unterhalb des Nichtschwimmerbeckens gibt es Leitungen, die noch nicht untersucht werden konnten.
Becken müssen komplett abgelassen werden
Der Aufwand hierfür ist durchaus groß. Tatsächlich muss – wegen der beträchtlichen Wassermassen nach Absprache mit dem Klärwerk – das Wellenbecken erstmal komplett abgelassen werden. Am Boden des Beckens gibt es Gitter und einen Graben. Nur über diesen beschwerlichen Weg geht es in den unterkellerten Beckenbereich. Der muss mit einer Feuerwehrpumpe abgepumpt werden, um die Suche nach einer undichten Stelle überhaupt erst möglich zu machen. Das Ganze soll nächste Woche angegangen werden.
Egal, wie es ausgeht: Alle Becken müssen am Ende für den Winter wieder befüllt werden. Sonst gibt es Frostschäden. „Unsere große Hoffnung ist, dass wir das Leck in diesem Keller finden“, blickt Ditschek auf die noch unangenehmeren Alternativen. So gibt es unterhalb des Beckens noch zwei Stellen, die undicht sein könnten. „Um das herauszufinden, müssten wir allerdings den Beckenboden aufbrechen.“ Es droht also enormes, finanzielles Ungemach, sollte das Leck nicht im unterkellerten Bereich des oberen Beckens ausfindig gemacht werden können.
Nicht das erste Leck im Wellenfreibad
Es ist nicht das erste Mal, dass die zum Teil 45 Jahre alten Leitungen Probleme machen. Erst im vergangenen Jahr war ein Leck abzudichten. Und 2015 hatte das Bad wegen eines Rohrbruchs zwei Wochen vor Saisonende schließen müssen. 80 000 Euro kostete damals die Reparatur. Der Zahn der Zeit: Er nagt am Wellenfreibad Peiting.
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