- VonWolfgang Schörnerschließen
Penzberger Schüler dürfen auch im nächsten Schuljahr kostenlos im Stadtbus mitfahren. Der Stadtrat hat nun die Gratis-Fahrten bis Juli 2020 verlängert. Die FLP-Fraktion kündigte zugleich einen Antrag an, dass auch Senioren im Alter ab 70 Jahren kostenlos in den Penzberger Stadtbus einsteigen dürfen.
Penzberg – Seit fünf Monaten dürfen Penzberger Schüler, die Penzberger Schulen besuchen, gratis mit dem Stadtbus fahren. Der Stadtrat führte damals auf Vorschlag der FLP-Fraktion den Testlauf ein, der noch bis Schuljahresende im Juli 2019 dauert. Diese Woche verlängerte der Stadtrat einstimmig die Gratis-Aktion um ein Jahr bis Ende Juli 2020. Die Schüler dürfen auch an Wochenenden und in den Ferien ohne Ticket fahren – es reicht, den Schülerausweis vorzuzeigen.
Gratis-Stadtbus: FLP kündigt Antrag für Senioren an
„Das war ein Bombenantrag der FLP“, lobte Michael Kühberger in der Stadtratssitzung sich und seine Fraktion. Er selbst hatte im vergangenen Oktober die Gratis-Fahrten vorgeschlagen. In der aktuellen Sitzung dankte er aber auch Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann für die Mühe und die Arbeit, die mit der Realisierung verbunden war. Kühberger will die Gratis-Busfahrten zugleich ausweiten. Er kündigte einen FLP-Antrag im Stadtrat an, dass auch Senioren im Alter ab 70 Jahren kostenfrei mit dem Stadtbus fahren dürfen. Kühberger nannte in dem Zusammenhang auch Senioren, die freiwilligen ihren Führerschein abgeben.
Zur Abstimmung standen die Gratis-Fahrten für Senioren diese Woche nicht. In der Sitzung ging es allein um die Schüler. Und da waren sich alle einig. Holzmann empfahl zudem, die Aktion jedes Jahr neu auf den Prüfstand zu stellen. „Es war wahrscheinlich der beste FLP-Antrag, den wir je auf dem Tisch hatten“, sagte Nick Lisson (CSU). Wenn es so gelinge, die Zahl der „Elterntaxis“ zu reduzieren und Kinder an den öffentlichen Nahverkehr heranzuführen, seien die 40.000 Euro gut angelegt, so Lisson.
Gratis-Stadtbus lässt Defizit um 40.000 Euro steigen
Diese 40.000 Euro sind laut Holzmann ungefähr der Betrag, um den sich das jährliche Stadtbusdefizit durch die Gratis-Aktion erhöht. Fast die Hälfte davon rührt daher, dass der Freistaat den Zuschuss nicht mehr zahlt, mit dem er sich bisher an den städtischen Kosten für die Schülerbeförderung beteiligte. Ein Umstand, den Kerstin Engel (Grüne) als unlogisch bezeichnete.
Zahlen, wie viele Schüler gratis im Stadtbus fahren, konnte Holzmann nicht nennen – dazu gibt es keine Zählung. Laut Holzmann hat sich die Prognose, dass die Buskapazitäten durch die kostenlose Schülerbeförderung nicht ausreichen, „bis dato nicht bestätigt“.
Stadtbus-Probleme mit dem Fahrplan
Dennoch gibt es Probleme. Holzmann zitierte aus einem Schreiben des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO), wonach der Fahrplan nicht mehr pünktlich eingehalten werden kann. Wie berichtet, hatte der Ordnungsamtsleiter bereits im April im Gespräch mit der Heimatzeitung darauf hingewiesen: „Es gibt deutlich mehr Stopps bei Haltestellen zum Ein- und Aussteigen.“ Was aber auch auf die vielen Roche-Jobtickets zurückzuführen ist, die zuletzt ausgegeben wurden und vermehrt Roche-Mitarbeiter in die Busse brachten. Laut Holzmann hat der RVO daher Anregungen gemacht. Die Stadt will aber erst eine Fahrzeitenauswertung vornehmen, bevor über geeignete Schritte beraten werden soll. Einer RVO-Anregung erteilte Holzmann aber schon im Voraus eine Absage: dass die Schülerfreifahrten erst ab 9 Uhr gelten sollen.
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