Nach dem Brand in der Breitfilz-Anlage: Büro soll sich jetzt Brandschutz befassen

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Ein Schild haben Unbekannte bei der Zufahrt zur Kleingartenanlage („Breitfilz-Villen“) aufgehängt.

Bereits vor über einem Jahr, also vor dem Brand einer Gartenhütte im März dieses Jahres, forderte das Landratsamt von der Stadt Penzberg ein Brandschutzkonzept für die Schrebergartenanlage „Breitfilz“. Ab diesem Monat wird sich nun ein externes Ingenieurbüro damit befassen.

Penzberg – Für die Stadtratsmitglieder war es in ihrer jüngsten Sitzung der wohl mit Abstand kürzeste Tagesordnungspunkt: Kurz und knapp wurden sie darüber informiert, dass die Stadtverwaltung ein Ingenieurbüro damit beauftragt hat zu prüfen, inwieweit der Brandschutz für die über 300 Gartenparzellen gewährleistet ist. Beziehungsweise was getan werden muss, um den Brandschutz zu gewährleisten. Rund 2200 Euro netto werde die Stadt dieses Gutachten kosten, wie Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann auf Nachfrage erläuterte. Holzmann war in der Sitzung nicht anwesend. Unter anderem soll das Ingenieurbüro die derzeitige Situation bewerten und den erforderlichen Löschwasserbedarf ermitteln.

Außerdem sollen geprüft werden, inwieweit die Feuerwehr im Brandfall die Parzellen überhaupt erreichen kann. Viele der Grundstücke in der Anlage sind nur über schmale und verschlungene Wege zu finden. Auf Basis derartiger Fakten soll das Ingenieurbüro dann laut Stadt ein Brandschutzkonzept erstellen.

Bereits seit über einem Jahr gilt für die Kleingartenanlage faktisch ein Nutzungsverbot. Das Betreten wurde allerdings bisher geduldet. Das Landratsamt hatte im Februar 2018 der Stadt verboten, die Pachtverträge neu abzuschließen, solange unter anderem der Brandschutz nicht geregelt ist. Nach dem Brand einer Gartenhütte im März dieses Jahres stieg der Handlungsdruck. Wie Holzmann auf Nachfrage sagte, dürften die Breitfilzler ihre Grundstücke auch weiterhin betreten – „auf eigene Verantwortung“. Auch das Grillen und das Betreiben von Öfen sei nicht explizit verboten. „Momentan gibt es eine Grauzone“, sagte Holzmann. Wann das Brandschutzkonzept vorliegen wird, konnte er nicht sagen. Er hofft aber „so schnell wie möglich“.

Liegt es vor, würden die darin formulierten Empfehlungen – nach Priorität geordnet – noch in diesem Jahr umgesetzt. „Davon gehe ich aus“, so Holzmann. Schließlich gehe es um Menschenleben. Mögliche Empfehlungen des Konzepts könnten etwa die Verlängerung von Wasserleitungen oder das Verbreitern von Wegen sein, erklärte er.

Ursprünglich sollte der Brandschutz Teil eines vom Landratsamt geforderten Gesamtkonzepts werden, das in ein Bebauungsplan-Verfahren mündet, um die Kleingartenanlage auf rechtlich sichere Füße zu stellen. Davon hatte der Stadtrat aber – wie berichtet – für heuer Abstand genommen. Ohnehin ist es fraglich, ob die Behörden einem Bebauungsplan für eine Kleingartenanlage, die zum Teil im Moor liegt, überhaupt zustimmen würden. Zu diesbezüglichen Plänen der Stadt wollte sich Holzmann auf Nachfrage nicht äußern.

Text: Franziska Seliger

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