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Über 3000 Mohnblumen aus Kunstseide bedeckten im Herbst 2018 den Königsplatz in München. Aktionskünstler Walter Kuhn wollte so an die Schrecken der Kriege erinnern. 2020 will er die Aktion in kleinerem Rahmen in Penzberg wiederholen. Die Museumsleiterin Diana Oesterle und Freia Oliv stellten das Projekt vor. Und sie haben auch Fußballpläne.
Penzberg – „Mohnblumen gelten als Friedenszeichen, weil sie die ersten Blumen waren, die wieder auf den Schlachtfeldern gewachsen sind“, sagt Freia Oliv. Der 1946 in Nürnberg geborene Aktionskünstler Walter Kuhn hatte im Herbst 2018 für drei Wochen über 3000 rote Mohnblumen auf dem Königsplatz in München aufgestellt. Er wollte damit, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, an die Schrecken aller Kriege erinnern und zum Frieden mahnen – unter dem Titel „Niemals wieder“.
Die Aktion soll nun im kommenden Jahr in Penzberg wiederholt werden – als Erinnerung an die „Penzberger Mordnacht“ vom 28. April 1945, die dann genau 75 Jahren zurückliegt. In Penzberg sollen 300 Mohnblumen aus Kunstseide aufgestellt werden. Sie könnten zum Beispiel am Stadtplatz, am Friedhof oder an anderen Stellen stehen, erklärt Freia Oliv.
Menschen können Patenschaften übernehmen
Die Zusage des Künstlers liege vor, er sei schon drei Mal extra nach Penzberg gekommen. „Er konnte sich wegen der Mordnacht für das Projekt erwärmen.“ Im Museum werde es zu der Aktion eine Erklärung geben. Laut Oliv wird ebenso daran gedacht, dass Menschen – ähnlich wie in München – Patenschaften für die Seidenblumen übernehmen, die sie dann nach sechs oder acht Wochen mit nach Hause nehmen können. In München, so Oliv, habe die Aktion für Furore gesorgt.
Das Mohnblumen-Meer gehört zu einer ganzen Reihe von Plänen für das nächste Jahr, die die Museumsleiterinnen Freia Oliv und Diana Oesterle jüngst im Penzberger Stadtrat vorstellten. Eine andere Idee betrifft den Penzberger Karl Wald, den Erfinder des Elfmeterschießens. „2020 jährt sich das zum 50. Mal“, sagt Diana Oesterle.
Karl Wald, der 2011 im Alter von 95 Jahren starb, hatte einst das Elfmeterschießen als Alternative zum Münzwurf vorgeschlagen, wenn ein Fußball-Pokalspiel nach neunzig Minuten unentschieden endete. Nach zähem Ringen entschied sich 1970 der Bayerische Fußballverband, die Regelung einzuführen, die heute weltweit gilt.
Im Jahr der Fußball-EM kommt eine dazu passende Ausstellung
Man wolle dies im Jahr der Fußball-EM mit einer Ausstellung über Sportgeschichte und Fußballfotografie würdigen, erklärt Oesterle. Weil dann außerdem der FC Penzberg sein 100-Jähriges feiert, könnte auch dies in die Ausstellung integriert werden.
Noch bis Anfang November laufen im „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ die Ausstellungen „1919. Campendonk und die Revolution“ und „1919. Stadt statt Stillstand“. Im Anschluss ist laut Freia Oliv eine Ausstellung mit 70 Werken aus einer Privatsammlung geplant, die noch nie öffentlich gezeigt wurden.
Sie dreht sich um die Gruppe „Zen 49“ und läuft unter dem Titel „Zen, Zero & Co. Eine Spurensuche von 1949 bis heute“. Auch andere Leihgeber wollen dazu Bilder beisteuern. Die Ausstellung soll bis Anfang März 2020 im Museum laufen.
Volkswagen-Stiftung finanziert Projekt
Nächstes Jahr im Sommer und Herbst wird Diana Oesterle den Abschluss des dreieinhalbjährigen Forschungsprojekts über die Hinterglasmalerei als Technik der klassischen Moderne vorstellen. Die Volkswagen-Stiftung finanziert das interdisziplinäre Forschungsprojekt, an dem auch die Bundesanstalt für Materialforschung und das Doerner-Institut in München beteiligt sind, mit fast einer halben Million Euro.
Ende 2020 soll nach den Plänen der Museumsleiterinnen die Ausstellung „Farbe! Form! Gerhard Fietz“ starten. Etwa 70 Werke des Künstlers Gerhard Fietz befinden sich als Dauerleihgabe seit längerer Zeit in den Beständen des Penzberger Museums. „Wir wollen sie in Gänze präsentieren“, sagt Freia Oliv. Was den Kreis zur „Zen 49“-Ausstellung zum Jahresbeginn schließt: Fietz war Mitbegründer dieser Gruppe.
VON WOLFGANG SCHÖRNER
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