- VonWolfgang Schörnerschließen
Stefan Korpan hat als neuer Bürgermeister die Amtsgeschäfte im Penzberger Rathaus übernommen. Für Penzberg ist das zugleich eine Zeitenwende. Mit dem 36-Jährigen regiert erstmals in der Geschichte der Stadt ein CSU-Mitglied. Wobei er selbst sagt, er sei „kein CSU-Meister, sondern Bürgermeister“.
Penzberg – Bereits der erste Arbeitstag am Montag hatte für Stefan Korpan einiges zu bieten. Er verfolgte im Penzberger Roche-Werk, wie das Unternehmen im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seinen neuen Corona-Antikörpertest vorstellte und eine Investition von 420 Millionen Euro ankündigte. Das sei ein „guter Amtsantritt“ gewesen, sagte Korpan am Dienstag bei seiner ersten Presserunde als Bürgermeister. Gut wegen der vielen Arbeitsplätze. Man müsse aber auch beachten, was bei diesem Wachstum auf die städtische Infrastruktur zukommt.
Diese Woche bezog Stefan Korpan, Nachfolger von Elke Zehetner (SPD), nun sein neues Büro. „Ich freue mich, dass die Arbeit losgeht.“ Es sei eine große, verantwortungsvolle Aufgabe, sagte er am Dienstag. „Es fühlt sich gut an.“ Einige wichtige Dokumente wanderten schon über seinen Tisch, Unterschriften etwa für Bauprojekte oder auf einer Rechnung ans Finanzamt, erzählte er. Schulungen zur Vorbereitung auf das Amt seien zwar corona-bedingt abgesagt worden, er wird dies jedoch nachholen. Ohnehin bestimmt die Corona-Pandemie derzeit in vielen Dingen den Ablauf. „Aber wir sind da sehr gut mit dem Krisenstab aufgestellt“, so Korpan. Hilfreich sei, dass er da aus polizeilicher Sicht Vorkenntnisse habe.
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Derzeit ist der neue Bürgermeister dabei, mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu sprechen, „damit mich jeder einmal sieht“. Wichtig sei ihm „eine vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit“ und dass „jeder mit Freude in die Arbeit geht“. Wenn es in der Stadtverwaltung gut funktioniert, sagte Korpan, funktioniere auch die Arbeit im Stadtrat.
Als „erste Neuerung“ verkündete Korpan, dass Thomas Sendl künftig die Pressearbeit für das Rathaus übernimmt, um ein „einheitliches Auftreten“ zu haben. Was der Auftakt zu einer Umstrukturierung der Stadtverwaltung sein könnte. Stefan Korpan sprach am Dienstag jedenfalls von einer „möglichen Umgestaltung von Abteilungs- und Sachgebieten und der Zuordnung von Aufgaben“. Er werde mit den Abteilungsleitern diskutieren, was sinnvoll ist, „damit die Mehrheit der Mitarbeiter dahintersteht und keine Unzufriedenheit entsteht“.
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Auf die Frage nach ersten konkreten Projekt verwies Korpan auf die Aussagen von Stadtkämmerer Hans Blank, also zu den Steuereinbußen infolge der Corona-Krise. In den vergangenen Jahren, so Korpan, sei viel auf den Weg gebracht worden. Das, sagte er, sollte am Laufen gehalten werden. Was man weiter auf den Weg bringe, müsse man überdenken. Man werde in den nächsten Monaten sehen, was man priorisiere.
Korpan: Gespräche mit den Fraktionen liefen sehr gut
Das Wichtigste sei ihm eine „transparente und bürgerfreundliche Arbeit“, sagte der Bürgermeister. Er wolle die Bürger mitnehmen und vor den Entscheidungen einbinden. Das heißt, wie er auf Nachfrage erklärte, dass mit Betroffenen im Vorfeld gesprochen werde. Auch Bürgerforen schloss er nicht aus.
Und wie sieht er die künftige Arbeit im Stadtrat, in dem die CSU die größte Fraktion bildet, aber mit einem Viertel der Sitze weit von der Mehrheit entfernt ist. Er wolle, dass Vertrauen herrscht, und bei den Informationen alle Fraktionen gleich behandeln. Sie sollen Entscheidungen ja mittragen, so Korpan. Die konstituierende Sitzung wird nächste Woche sein.
Stellvertretender Bürgermeister: Bocksberger gilt als gesetzt
Bei der Wahl des Vize-Bürgermeisters gilt Markus Bocksberger (Penzberg miteinander) als gesetzt. Korpan sagte dazu am Dienstag, er habe mit allen Fraktionen gesprochen, es gebe „viele Konstellationen“. Das beinhaltet auch die Frage, ob es einen dritten Bürgermeister geben wird. Korpan sagte, er und die CSU seien dafür, andere würden die Dringlichkeit nicht so sehen. Die Gespräche mit den Fraktionen seien jedenfalls sehr gut gewesen. „Sie stimmen mich zuversichtlich.“