Sorgenkind Pfaffenwinkelbahn

Nächste Hiobsbotschaft: Bahnstrecke zwischen Weilheim und Peißenberg bleibt noch wochenlang gesperrt

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Bus statt Bahn heißt es derzeit wieder auf der Strecke zwischen Peißenberg und Weilheim.

Die „Wackelpassage“ zwischen Peißenberg und Weilheim ist das Sorgenkind der Pfaffenwinkelbahn. Jetzt gibt es die nächste Hiobsbotschaft für Pendler: Die Strecke muss noch wochenlang gesperrt bleiben.

Update vom 21. Februar, 16.52 Uhr: Kaum haben sich die Pendler mit einer Schocknachricht abgefunden, flattert die nächste Hiobsbotschaft ins Haus. Zwischen Peißenberg und Weilheim rollt nämlich so schnell kein Zug mehr. Die Probleme an der berüchtigten Stelle vor den Toren der Kreisstadt sind schwerwiegender als zunächst gedacht.

Die Verantwortlichen der DB InfraGo sind laut BRB-Sprecherin Annette Luckner noch immer beschäftigt, eine Lösung zu finden und tappen dabei wohl noch immer im Dunkeln. Seitdem die Sensoren des besagten Bahndamms bereits in der vergangenen Woche ausgeschlagen hatten und das Problem anschließend vorübergehend behoben schien, geht nun seit Tagen überhaupt nichts mehr. Dieser Zustand soll Luckner zufolge noch mindestens bis zum 7. April anhalten.

Auch sie beruft sich hierbei auf die Informationen des Netzbetreibers. Man sei aktuell eifrig damit beschäftigt, einen längerfristigen Plan für den Schienenersatzverkehr zu erstellen. Weitere Informationen sollen in näherer Zukunft folgen. Unter diesen Umständen leidet nun natürlich auch der für nächste Woche angedachte Fahrplanwechsel, mit dem man eigentlich die Auswirkungen der Langsamfahrstellen abfedern möchte.

Ob und inwiefern sich die Arbeiten letztlich auch auf das große Modernisierungsvorhaben im Sommer auswirken werden, kann aktuell noch nicht prognostiziert werden. „Da hat uns jetzt die Realität eingeholt“, seufzt Pressesprecherin Annette Luckner. Zumindest soll der reguläre Zugverkehr zwischen Peißenberg und Schongau ohne Beeinträchtigungen bestehen bleiben. Zugreisende können sich auf der Internetseite www.brb.de über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Erstmeldung vom 21. Februar, 6 Uhr: Landkreis – Momentan ist – wie schon so oft – die Geduld der Pendler gefragt. Auf den Gleisen zwischen Peißenberg und Weilheim herrschte vergangene Woche Stille. Der als „Wackelstelle“ bekannte Abschnitt bei Grasla machte wieder einmal Probleme. An einen regulären Verkehr war nicht zu denken. Sensoren, die die Stabilität des Bahndamms überwachen, hatten angeschlagen und eine sofortige Sperrung des Streckenabschnitts zur Folge gehabt.

Nachdem der Teilabschnitt relativ zeitnah wieder freigegeben worden war, folgte am Wochenende schnell Ernüchterung: Gleiches Szenario, gleiche Maßnahme. Der „Sensor hat wieder Alarm geschlagen“, erklärt BRB-Sprecherin Sabine Floßmann. Experten von DB InfraGo, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, seien bemüht, die Schäden ausfindig zu machen, teilte sie auf Nachfrage mit. Trotz aller Anstrengungen sind die Pendler wieder einmal die Leidtragenden der Situation.

Dass der Schienenersatzverkehr zwischen der Kreisstadt und der Marktgemeinde nun vorerst verlängert wurde, dürfte für die meisten Pendler wohl nur ein schwacher Trost gewesen sein. Aktuell habe man „leider noch kein Ergebnis“, so Floßmann am Montagabend auf die Frage, wie es um die Begutachtung der Stelle stehe. Eine Prognose wollte und konnte sie keine abgeben.

Marode Infrastrukturen und Verspätungen bei der Pfaffenwinkelbahn - ab 26. Februar soll neuer Fahrplan gelten

Gerade die in erster Linie der maroden Infrastruktur verschuldeten Langsamfahrstellen auf der Pfaffenwinkelbahn schlagen bei den Bahnkunden aktuell wieder auf das Gemüt. Bei regelmäßig auftretenden Verspätungen von zehn Minuten bangen viele um den Anschluss in Richtung München oder Garmisch-Partenkirchen – und haben dabei nicht selten das Nachsehen. Ärger und Ratlosigkeit auf den Bahnsteigen sind schon fast ein gewohntes Bild.

Doch die BRB will gegensteuern, Pünktlichkeit endlich wieder zur Normalität werden lassen und gleichzeitig auch ihr in Mitleidenschaft gezogenes Image aufwerten. Ab Montag, 26. Februar, gelten im Netz Ammersee-Altmühltal teilweise neue Abfahrts- und Ankunftszeiten. Auch auf der Pfaffenwinkelbahn, dem südlichen Teilstück, kommt ein neuer Fahrplan zum Einsatz. Man möchte „die Baumängel vorerst abpuffern“, teilte Floßmann mit. Nach einigen Beschwerden sei es der BRB ein Anliegen, insbesondere die Schüler wieder zuverlässig zu transportieren.

„Umfassende Modernisierung der Strecke“ im August

Dafür wird nun mehr Zeit eingeplant. Zum Beispiel werden für den Abschnitt von Peißenberg nach Schongau, der im Bereich der Unterführung der B 472 bei Hohenwart ebenfalls eine Langsamfahrstelle aufweist, in Zukunft planmäßig zwei Minuten mehr veranschlagt. Ob die Fahrplanänderung letztlich reicht, um die Verspätungen langfristig in den Griff zu bekommen, wird sich zeigen. Hinsichtlich der Frage, ob man die Pläne zu Beginn des Sommers, wenn durch die warmen Temperaturen wieder unangenehme Gleisverformungen und folglich auch weitere Langsamfahrstellen drohen, angleichen muss, steht die Antwort ebenfalls noch in den Sternen. Die sommerlichen Langsamfahrstellen seien jedoch schon „teilweise im neuen Fahrplan berücksichtigt“, heißt es von Seiten der BRB. Der neue Plan kann im Internet bereits heruntergeladen werden.

Im Sommer hält die BRB weiteres Ungemach für ihre Kundschaft bereit. „Eine umfassende Modernisierung der Strecke“ versprechen die Verantwortlichen für den August. Schon bald sollen von Seiten des Netzbetreibers DB InfraGo Details folgen. Dass dann wieder öfter Schienenersatzverkehr ansteht, dürfte aber jetzt schon allen Fahrgästen klar sein. Von Florian Zerhoch

Gleis-Reparatur bei Starnberg

Auch auf der Werdenfelsbahn mussten Fahrgäste gestern zum Teil erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen. Wegen einer Reparatur der Strecke zwischen Gauting und Starnberg war am Vormittag zwischen Starnberg und München-Pasing gesperrt, wie die DB mitteilte. Züge verkehrten aus Richtung Weilheim und Penzberg nur bis Tutzing bzw. Starnberg und endeten dort vorzeitig. Die Bahn wollte einen Ersatzverkehr mit Großraumtaxis auf die Beine stellen. Die Strecke war zwar bald wieder frei, dennoch kam es noch länger zu Verspätungen.

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