Weniger Wohnbebauung, dafür mehr Grün: Die Pläne für die Heilbrunner Ortsmitte wurden überarbeitet.
Bad Heilbrunn – Das Berliner Planungsbüro Lemme Locke Lührs und Landschaftsarchitekten der Firma Juca haben dem Gemeinderat in einer Klausurtagung am vergangenen Montag überarbeitete Pläne zur Ortsmitte vorgestellt. Im neuen Entwurf ist die Wohnbebauung deutlich entschlackter, mehr Grünflächen bleiben erhalten, und das große Hotelprojekt auf dem Areal der ehemaligen „Post“ ist vorerst zurückgestellt. In der Überarbeitung seien laut Pressemitteilung der Gemeinde die Anregungen der Bürger und des Gemeinderats verwirklicht.
Lesen Sie auch: Innenminister schreitet ein: Aus für Asylunterkunft in Leonardisklinik
Bürgermeister Thomas Gründl will die Pläne nun erneut mit der Öffentlichkeit teilen und diskutieren. Dafür sei eine Bürgerversammlung im Januar 2019 angedacht. In den kommenden Tagen erhalte zudem jeder Heilbrunner Haushalt eine Sonderausgabe des „Gmoablattls“ mit Erläuterungen zum neuen Entwurf. Hier einige Details:
Post-Areal
Statt eines großflächigen Hotelkomplexes entwickelten die Architekten auf Anregung von Bürgern und Gemeinderat vorerst einen Plan zur Zwischennutzung für das Post-Areal: „Wir haben uns gedacht, dass dort ein Aussichtspunkt mit Bank schön wäre und die Freiflächen für Festivitäten beispielsweise vom Burschenverein oder zur Sonnwendfeier genutzt werden können“, sagt Bürgermeister Thomas Gründl. Dort ein Hotel zu bauen, sei nicht ausgeschlossen: „Wenn ein Investor kommt und tolle Pläne vorlegt, werden wir das nochmal überlegen“, so Gründl.
St.-Kilian/Rathaus-Platz
Zwei neue Dorfplätze sind in den neuen Plänen verzeichnet. Einerseits werde laut Gründl vor dem Rathaus ein Platz mit Kriegerdenkmal entstehen, der die Allee über den Kurpark einleitet. „Um die Kastanienallee bleibt eine großzügige Fläche, damit die Bäume nicht gefährdet werden“, sagt Gründl.
Lesen Sie auch: Entwicklung der Heilbrunner Ortsmitte: „Leuten wird himmelangst“
Auch den St.-Kilians-Platz modifizierten die Architekten: „Der Hauptplatz ist viel größer geworden und mit Parkplätzen versehen“, so der Rathauschef. Die Parkplätze könne man bei Festivitäten frei lassen und so die gesamte Platzgröße nutzen. Am St.-Kilians-Platz werde auch dem Heilbrunner Kur-Thema Wasser Rechnung getragen: Das Thema Heilquelle wiederhole sich – ausgehend von der Adelheidquelle – im Brunnen auf dem Platz. Die Platzbebauung sei maßvoll: „Wenn man da sitzt, sieht man immer ins Grüne, das macht den Wohlfühleffekt in der Gemeinde aus“, sagt Gründl. Die prägende Parklandschaft wolle der Gemeinderat von jedem Punkt der Ortsmitte sichtbar machen und erhalten.
Rathaus
Das Rathaus werde durch einen Verbindungsbau zwischen Haupthaus und dem bestehenden Infobüro ergänzt. Dort werde ein barrierefreier Bürger- und Sitzungssaal entstehen.
Wohnbebauung
Die Wohnbebauung ist in den neuen Plänen reduziert, die Baulinie etwas in Richtung Osten verschoben. Nur drei der geplanten sechs Häuser am Malachias-Geiger-Weg würden nun zu Doppelhaushälften. Die – aus Sicht der Badstraße – ersten drei Häuser seien als Mehrfamilienhäuser geplant. Das erste Haus (Ecke Badstraße/Malachias-Geiger-Weg) werde zudem eine Gewerbefläche im Erdgeschoss erhalten. „Dort kann sich die Gemeinde auch bezahlbaren Wohnraum für Einheimische vorstellen“, so Gründl.
Am Parkweg sieht der neue Bebauungsplan nun nicht mehr zwölf sondern nur noch neun neue Wohnhäuser vor. Bauen will die Gemeinde zunächst sogar nur sechs dieser Häuser: Die im Plan gelb schraffierten Bauten nahe dem Lindenhügel seien bisher „nur angedacht und werden nicht im ersten Zug realisiert“, sagt Gründl.
Tiefgarage
An den Kreuzungen Badstraße/Malachias-Geiger Weg und St.-Kiliansplatz/Parkweg und am Parkweg nahe dem Lindenhügel gestalteten die Architekten Zufahrten für das neue Parkhaus, das in etwa unter der Ortsmitte liegen wird. „Die Zufahrten für das Parkhaus sind jetzt besser integriert“, berichtet Gründl. Auch vom Parkweg sei es nun ohne Probleme anzufahren. Nora Linnerud