Im Konflikt zwischen der Gemeinde Bad Heilbrunn und dem Tölzer Landratsamt hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein Machtwort gesprochen: Auf seine Bitte hin wird die Asylunterkunft in der ehemaligen Leonardisklinik aufgelöst.
Bad Heilbrunn – Die ehemalige Leonardisklinik in Bad Heilbrunn ist derzeit mit rund 30 Asylbewerbern belegt. In der vergangenen Woche kündigte das Landratsamt den Pachtvertrag mit Eigentümer Wolfgang Kling fristgerecht. Für die Asylbewerber werde man laut Bürgermeister Thomas Gründl „andere Objekte in Bad Heilbrunn“ finden, in denen noch Plätze frei seien. Auf dem Leonardis-Gelände hingegen wird Kling zufolge ein Projekt für generationsübergreifendes Wohnen entstehen. Die Kündigung erfolgte laut Gründl auf Bitten des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann und mit Hilfe des Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber (alle CSU).
Die Aufkündigung der Pacht stand schon einige Zeit zur Debatte. Die Gemeinde drängte auf die Schließung der Asylunterkunft, während Landrat Josef Niedermaier noch im August dieses Jahres darauf setzte, die Immobilie als Unterkunft für Geflüchtete zu halten. Eigentümer Wolfgang Kling hatte zwischenzeitlich gar Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht, um einem Bescheid der Gemeinde entgegen zu treten, der die frühzeitige Kündigung des Pachtvertrags von Eigentümer-Seite aus forcieren sollte. Die Gemeinde betonte darin, dass die Nutzung des Hauses als Asylunterkunft nicht der Sanierungssatzung des Ortskerns entspreche. Die Klage hat Kling nach der Kündigung des Pachtvertrags von Seiten des Landratsamts in der letzten Woche zurückgezogen. Sie sei jetzt „sinnlos“.
Kling wirkt trotz der Kündigung gelassen. „Es stand fünfzig zu fünfzig, ob der Pachtvertrag verlängert wird“, sagte der Penzberger am Freitag. Das Anwesen hatte der Ingenieur 2015 gekauft und dann als Asylunterkunft für drei Jahre an den Landkreis verpachtet.
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Ein Kunde von Klings Ingenieurbüro – die Baufirma MTP – plant nun auf dem Gelände ein generationenübergreifendes Wohnkonzept. Die Frage ob Kling das Anwesen an MTP ganz oder in Teilen verkauft, bestätigte keine der Parteien. Kling sagt: „Einer weiteren Verwertung des Hauses steht nichts mehr im Wege.“
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MTP hatte bereits im Sommer Baupläne bei der Gemeinde eingereicht. Weil laut MTP-Geschäftsführer Johann Thierer unklar war, ob die Leonardisklinik eine Asylunterkunft bleiben würde, zog MTP seine Baupläne im August zurück. Auch Planungsänderungen im Brandschutz hatten eine Rolle gespielt. „Spätestens im November wollen wir die neuen Pläne im Gemeinderat vorstellen“, sagt Thierer. Das Bauprojekt, für das zunächst nur der Bettentrakt der Klinik weichen solle, sei „eine tolle Geschichte.“
Nora Linnerud