VonNadja Hoffmannschließen
Nach der Pleite ist vor dem Verkauf: Für die Luxuskaufhäuser des insolventen Signa-Konzerns scheint es eine Zukunft zu geben. Demnach plant die thailändische Central Group eine Übernahme im großen Stil.
München - Mehr als die Hälfte gehört ihm schon, nun soll offenbar der Rest folgen: Das asiatische Unternehmen Central Group erwägt eine Übernahme der Luxuskaufhaus-Kette KaDeWe - zu der auch der Oberpollinger gehört. Das hat das Handelsblatt aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen erfahren. Hinter dem Konzern steht der thailändische Milliardär Tos Chirathivat, dessen Familienvermögen auf elf Milliarden Euro geschätzt wird. Seine Central Group besitzt bereits 50,1 Prozent der Anteile am pleite gegangenen KaDeWe-Zweig der Signa-Gruppe, der auch das gleichnamige Kaufhaus in Berlin und das Alsterkaufhaus in Hamburg umfasst.
Verhandlungen hinter geschlossenen Türen
Laut des Handesblatts soll der Konzern aus Thailand bei den jetzigen Verhandlungen bevorzugter Partner der Insolvenzverwalter sein. Die erste Übernahme könnte in Kürze abgeschlossen werden. Es gehe „eher um Wochen als um Monate“, zitiert das Fachmagazin einen Insider. Ob dabei die deutsche Luxuskaufhaus-Kette gemeint ist, wird nicht deutlich. Zeitgleich soll die Central Group nämlich auch die Signa-Anteile bei den Ketten Selfridges und Globus übernehmen wollen. Ein Rundum-Schlag, wenn man so will. Ob Tos Chirathivat dabei auch die Kaufhaus-Immobilien, die zur Signa Prime gehören, im Blick hat, ist bislang nicht bestätigt. Laut diversen Medienberichten werde aber auch ein Immo-Deal geprüft.
Das heißt: Der Poker um den Oberpollinger geht erst einmal weiter. Gespielt wird dabei hinter den Kulissen: Die Insolvenzverfahren der Signa-Gruppe finden nämlich alle nicht-öffentlich statt. Erst vergangenen Woche drang aber nach außen, dass ein Kaufangebot über 450 Millionen Euro auf dem Tisch liegen soll.
Mehr News finden Sie in unserer tz-App, jetzt im verbesserten Design mit mehr Personalisierungs-Funktionen. Direkt zum Download, mehr Informationen gibt es hier. Sie nutzen begeistert WhatsApp? Auch dort hält Sie tz.de/muenchen ab sofort über einen neuen Whatsapp-Kanal auf dem Laufenden. Hier geht‘s direkt zum Kanal.
Rubriklistenbild: © Peter Kneffel

