Amtsgericht

Polizisten beschimpft und angegriffen: Tölzer (33) bekommt Bewährungsstrafe

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Vor Gericht musste sich jetzt ein Tölzer wegen einer ganzen Latte von Straftaten verantworten.
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Weil ein Tölzer (33) mehrmals ausgerastet ist, stand er jetzt vor dem Richter. Er hatte unter anderem Polizisten angegriffen und massiv beschimpft.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Binnen drei Monaten rief ein Tölzer viermal die Polizei auf den Plan. Weil er sich bei den Einsätzen wegen Ruhestörung jedes Mal mächtig aufführte, musste er sich nun vor Gericht verantworten. Der gelernte Kfz-Mechatroniker (33) wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt – wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte in mehreren Fällen, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und diverser Beleidigungen.

„Das war absoluter Schwachsinn“, sagte der Angeklagte selbst. „Es tut mir furchtbar leid, dass die Leute so einen Stress wegen mir hatten. So ein Riesen-Tamtam wollte ich nicht.“ Als Grund für seine zahlreichen Ausraster führte er eine Krankheit an, wegen der er seit geraumer Zeit berufsunfähig sei. Durch die Krankheit bekomme er tagsüber nichts auf die Reihe, dafür wache er nachts auf. Dann fange er an, den Haushalt zu machen, schmeiße die Waschmaschine an, räume auch mal die Wohnung um. Das sei nicht schön für seine Mitmenschen, gestand er ein. „Irgendwann hat es sich dann aufgeschaukelt.“

Hinzu kommt übermäßiger Alkoholgenuss, der in Verbindung mit den Antidepressiva und anderen Medikamenten, die er einnehmen muss, fatale Folgen hatte. „Schnaps führt dazu, dass ich nicht mehr einsichtig bin“, sagte der Angeklagte.

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Der erste Leidtragende war ein Nachbar in dem Mehrfamilienhaus, in dem der Beschuldigte im Tatzeitraum wohnte. Als der Mann sich über den nächtlichen Lärm beschwerte, schlug der Angeklagte mit einer Luftpumpe zu. Das war Ende Januar dieses Jahres. Zwei Monate später griff er zwei Polizeibeamte an, die wegen Ruhestörung gerufen worden waren. Dabei ging auch ein Funkgerät zu Bruch. „Er war sehr aggressiv und hat großen Widerstand geleistet. Wir haben ihn nicht unter Kontrolle gekriegt“, erzählte ein junger Polizist, für den die Begegnung mit dem 33-Jährigen einer seiner ersten Einsätze überhaupt war. Bei dem Gerangel im Treppenhaus hätten die Beamten erheblich verletzt werden können.

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Anfang April beschimpfte der Angeklagte die Polizisten als „Idioten“ und schlimmeres. Am 26. April gegen 4.15 war die Polizei erneut gerufen worden: Dieses Mal hatte der Mann nicht nur die Musik laut aufgedreht, sondern auch noch ein Feuer auf dem Balkon gemacht. Wie auch schon bei früheren Einsätzen habe sich die Situation erst entspannt, nachdem der aufgebrachte Beschuldigte fixiert und gefesselt worden war, wie ein Polizist berichtete.

„Es ist nicht zu entschuldigen. Ich gelobe Besserung“, beteuerte der Angeklagte, bevor das Urteil gefällt wurde. Richter Helmut Berger verurteilte den Tölzer, der nicht zum ersten Mal vor Gericht stand, zu einem Jahr Gefängnis, setzte die Strafe aber für drei Jahre zur Bewährung aus. Zu seinen Gunsten unterstellte das Gericht dem Angeklagten „verminderte Steuerungsfähigkeit“. Er muss nun Gespräche mit der Caritas- Suchtberatung führen, um einen Therapieplan erstellen zu können, der Teil der Bewährungsauflagen wird. Außerdem muss der Verurteilte an jeden der bei den Einsätzen beteiligten Polizisten 250 Euro Schmerzensgeld zahlen – insgesamt 1500 Euro.  

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