Erst Regen, dann Sonnenschein: Die Schlehdorfer Trachtler haben zu ihrem runden Geburtstag das Wetter von allen Seiten kennengelernt. Der Festgottesdienst fand bei strömendem Regen im Bierzelt statt. Zum großen Umzug strahlte dann die Sonne.
Schlehdorf – 100 Jahre alt wird ein Verein nicht von allein. Da hat es vielmehr über Generationen hinweg immer Leute gegeben, die die Vereinsziele hochgehalten und weitergegeben haben. Dass dies ein Grund zum Feiern ist, war dem Schlehdorfer Gebirgstrachten-Erhaltungsverein d’ Herzogstandler eine selbstverständliche Sache: Er lud deshalb in der vergangenen Woche Trachtlerfreunde und die Bevölkerung zu einem Festabend und weiteren Veranstaltungen ins Zelt ein.
Höhepunkt des Jubiläums war der gestrige Festsonntag mit vielen geladenen Gästen, die dem Gottesdienst beiwohnten und sich im Festzug formierten. Ein Gewitter am frühen Morgen brachte die Schleusen zum Öffnen und ließ den geplanten Kirchenzug und die angedachte Messe am Feldkreuz nahe dem Ortsteil Raut ins Wasser fallen. „Wir haben draußen heute eine zu hohe Luftfeuchtigkeit“, meinte dazu Herzogstandler-Vorstand Michael Wolf in seiner Begrüßung vor Beginn des Gottesdienstes unter dem schützenden Dach des Zelts.
Renoviertes Feldkreuz geweiht
Als „Zuviel an Weihwasser“, interpretierte Pfarrer Christian Hermann den etwas ungünstig auftretenden Regen – die Messfeier fand aber auch im Zelt ungebrochene Aufmerksamkeit und Andacht. Werte wie Brauchtum, Miteinander und Zusammenhalt hätten damals bei der Gründung ebenso wie heute die zentrale Rolle im Vereinsleben gespielt, so Hermann in seiner Predigt. Und auch der Glaube sei immer mit inbegriffen gewesen. Sich zuerst Ziele zu setzen und dann aktiv zu werden, diese Vorgehensweise sei nicht nur im Trachtenverein der Weg zum guten Gelingen, „der Erfolg strahlt auch aus beim Miteinander in der politischen Gemeinde und in der Pfarrei.“
Zur kirchlichen Zeremonie, die der im Ort als Urlaubsvertretung bekannte Pfarrer Mariusz Konieczny mitfeierte, gehörte abschließend die Weihe des besagten und jüngst erneuerten Feldkreuzes am Raut – es war aufgrund der witterungsbedingten Umplanung zur Weihe ebenfalls ins Zelt gebracht worden.
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Glückwünsche zum runden Geburtstag übermittelten indes in ihren Grußworten auch Josef Mayr als Vorstand des Gaues „Oberländer Trachtenvereinigung“ sowie Bürgermeister Stefan Jocher und der Garmischer Landrat Anton Speer. Mayr würdigte das aktive Wirken der „Herzogstandler“ und dankte überdies allen, die oft von der Öffentlichkeit unbemerkt im Hintergrund wichtige Vereinsarbeit leisten. „Steht weiterhin zu unseren Werten und zeigt sie den jungen Leuten“, so Mayrs Appell an den Jubiläumsverein. Zu Gast an dem Ehrentag war auch die Musikkapelle der Schlehdorfer Partnerschafts-Gemeinde Flaurling im Tiroler Inntal mitsamt Bürgermeisterin Brigitte Praxmarer.
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Prächtiger Festzug
Bis zum Nachmittag hatte sich der Regen schließlich verzogen, und der Festzug konnte sich bei Sonnenschein in aller Pracht entfalten: Voran die Trommler und die örtliche Musikkapelle (die auch den Gottesdienst mitgestaltet hatte), Ehrengäste, Ehrenwagen und Ehrenkutsche, marschierten die „Herzogstandler“ in starker Teilnehmerzahl mit sieben weiteren Trachtenvereinen und Abordnungen der Ortsvereine durch Schlehdorf, um den Tag anschließend gesellig ausklingen zu lassen. (Rosi Bauer)
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